Syrien: Die Dunkle Seite der Liebe von Rafik Schami

Titel: Die dunkle Seite der Liebe
Länge: 1040 Seiten
Format: dtV
Verlag: Dedalus
Erscheinungsjahr: 2010
CN: Vergewaltigung
Hier kommt eine Rezension, die ich schon lange schreiben wollte. Es  ist mehrere Monate her, dass ich dieses Buch las. Seitdem hatte ich nicht viel Zeit zum Bloggen, deshalb kam ich nicht dazu, diese Rezension zu verfassen. Es gibt noch viele weitere ausstehende Rezensionen. Die dunkle Seite der Liebe war meine Lektüre für Syrien. Ich hatte zuvor noch kein Werk von Rafik Schami gelesen, aber diesees wird nicht mein letztes Buch von ihm gewesen sein.
Der Roman handelt von zwei verfeindeten christlichen, Großfamilien, die über Jahrhunderte eine Fehde haben. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte, aber der Fokus liegt auf zwei jüngeren Mitgliedern der verfeindeten Familien, welche sich in einander verlieben.
Einer der besten Aspekte des Romans waren für mich definitiv die Beschreibungen Syriens. Schami beschrieb ein schönes und vielfältiges Syrien, welches man sich heute  nicht mehr so vorstellen kann. Dabei liegt der Fokus auf Damaskus, aber es wurden auch Seiten der Landschaft beschrieben. Diese Beschreibungen waren in einer schönen, blumigen Sprache geschrieben. Ich fand sie angenehm zu lesen. Die dunkle Seite der Liebe zeigt ein Syrien, welches in den letzten 9 Jahren komplett zerstört wurde. Schami gibt einen wunderbaren Einblick in das Syrien des von Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts, wenngleich zu dieser Zeit nicht alles gut verlief.
Da christliche Familien (welche verschiedenen christlichen Konfessionen angehören) im Fokus der Geschichte stehen, zeigte der Autor hier Facetten des Landes, von den wir ansonsten in den Medien ansonsten eher weniger zu hören bekommen. Der Roman offenbarte ein diverses Syrien, aber sprach auch Probleme innerhalb der christlich-syrischen Gemeinschaft, wie zum Beispiel strenge Klosterschulen und Ehrenmorde, an.
Auch wenn das junge Liebespaar bestehend aus Farid Muschtak und Rana Schahin im Vordergrund der Geschichte stehen, kommen jede Menge weitere Charaktere in dem Roman vor. Dennoch hatte ich kein Problem damit, den Überblick über diese Figuren zu verlieren. Dazu trug ein guter Stammbaum am Ende des Romans bei. trotzdem konnten mich die Charaktere nicht begeistern.  Dies lag vor allem daran, dass ich teilweise ihre Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Zum Beispiel wurde Farid plötzlich Kommunist und engagiert sich begeistert in der verbotenen kommunistischen  Partei. Es gab keine Erklärung, was ihn zum Kommunisten machte, er war einfach eines Tages einer.
Die Handlung des Romans enthält positive und negative Aspekte. Der Anfang über die Fehde zwischen den verschiedenen Familien war stark. Er zeigte gut, wie der Konflikt entstand, und enthielt viele interessante Figuren. In diese Richtung hätte ich gerne mehr gesehen. Das Ende des Romans war ebenfalls spannend und veranschaulichte gut das Leben in einer Diktatur auf und wie mit den Menschen umgegangen wurde, die sich ihm widersetzten. Schami ging ausgezeichnet mit dem Thema politische Gefangenschaft um. Der Mittelteil von Die Dunkle Seite der Liebe zog sich ganz schön. Er veranschaulichte das Alltagsleben von Damaskus und erzählte kleinere Geschichten über verschiedenen Figuren, die im späteren Verlauf der Handlung nicht mehr auftauchten.
Ein weiterer negativer Aspekt des Romans war für mich, wie er mit Vergewaltigungen umging. Es gab gleich mehrere Vergewaltigungszenen in dem Roman und keine ging mit der Thematik angemessen um. Nachdem die Vergewaltigung vorbei war, dachten die Charaktere nicht mehr daran. Es gab keine Auseinandersetzung mit den folgen der Vergewaltigung. und es spielte ansonsten keine Rolle mehr in dem Roman. Dies lies mich daran zweifeln, dass es nötig war die Vergewaltigungszenen in Die dunkle Seite der Liebe einzubauen.
Auf der positiven Seite beschäftige sich der Roman gut mit verschiedenen, gesellschaftlichen Themen. Vor allem Beziehungen mit all ihrer Liebe, ihrem Hass und der Freundschaft spielte eine wichtige Rolle. Die dunkle Seite der Liebe zeigte geradezu einen Flickenteppich an Emotionen, auf die der Roman detailliert einging. Gleichzeitig kommt auch negativen  Themen wie Ehrenmorde und Diktaturen eine wichtige Rolle zu.
Insgesamt war Die dunkle Seite der Liebe ein faszinierender Roman, der ein facettenreiches Bild Syriens vermittelte. Trotz einiger Schwächen konnte mich das Buch insgesamt, vor allem durch seine Sprache und seinen Blick auf Damaskus, überzeugen. Es wird nicht das letzte Buch gewesen sein, welches ich von Rafik Schami las.

 

Polen: Der letzte Wunsch von Andrzej Sapkowski

Titel: Der letzte Wunsch
Originaltitel: Ostatnie życzenie
Länge: 384 Seiten
Format: E-Book
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 1993
Reihe: Der Hexer

Klappentext:Der Hexer Geralt von Riva verdient sein Geld mit Kämpfen gegen Ungeheuer aller Art. Über einen Mangel an Aufträgen kann er sich nicht beklagen, denn es gibt genügend Leute, die dringend Hilfe gegen Vampire, Drachen und andere dämonische Wesen brauchen. Als Geralt eines Tages einen Luftgeist befreit, schlägt ihn dieser mit der verhängnisvollen und quälenden Liebe zu der schönen Zauberin Yennefer. Und dann wird Geralts bester Freund schwer verletzt und braucht seine Hilfe…

Die Bücher von Andrzej Sapkowski hatte ich schon zahlreiche Male in der Buchhandlung gesehen. Sie interessierten mich jedoch nie. Dies lag vor allem daran, dass ich glaubte, dass die Bücher auf den gleichnamigen Computerspielen beruhen. So wie es zum Beispiel, bei den Büchern zu Assassin’s Creed der Fall ist. Bücher, die auf Computerspielen beruhen, interessieren mich nicht. Als Ende letzten Jahres ein Trailer zu The Witcher auf Netflix herauskam, fand ich diesen fantastisch. Ich erfuhr zu diesem Zeitpunkt, dass die Computerspiele auf den Büchern beruhten und nicht umgedreht. Die Bücher wurden von Andrzej Sapkowski bereits in den 90er Jahren geschrieben und die Computerspiele erschienen erst später und die Serie ist eine Verfilmung der Bücher.

Dies weckte mein Interesse an den Witcher Büchern und ich wollte sie lesen, bevor ich die Serie guckte. Oder zumindest, wollte ich die Bücher lesen, auf denen die erste Staffel beruht. Die Geschichte um Geralt von Riva besteht aus einer Reihe aus 5 Bänden und mehreren Vorgeschichtenbänden. Die erste Staffel der Netflixserie ist eine Verfilmung der Vorgeschichtenbände Der letzte Wunsch und Das Schwert der Vorhersehung. Falls ihr euch wundert, in welcher Reihenfolge ihr die Bücher der Reihe lesen sollt, gibt es bei Andrea von EasyPeasyBooks einen guten Beitrag dazu.

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Lesejahr 2019

Hallöchen ihr Lieben,

wieder ist ein Jahr vorbei. 2019 verlief wie im Flug. Jetzt ist es Zeit für meinen Jahresrückblick.

Privat lief es bei mir weitestgehend gut. Ich verbrachte die erste Hälfte des Jahres noch als Freiwillige in Israel und reiste durch das Land. Anschließend fand ich direkt einen Job und begann meinen Einstieg ins Berufsleben. Bis jetzt macht mir meine Arbeit Spaß.

Auf meinem Blog verlief es ebenfalls gut. Ich veröffentlichte 56 Beiträge. Dies ist etwas weniger als 2018. Meine Besucherzahlen waren ähnlich wie 2018, wobei sie Ende des Jahres stark einbrachen. Ich hoffe, das bleibt kein länger anhaltender Trend.  Die am meisten gelesenen Beiträge waren meine Rezension zu Band 5 und 6 der Rivers of London Reihe, meine Rezension zu Der lange Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten und mein Beitrag zum Weltfrauentag.

Letztes Jahr hatte ich geplant, mehr Plauderbeiträge zu veröffentlichen und dies gelang mir. Ich veröffentlichte einen Beitrag zu der Blogparade von die Frauenleserin, meinen Beitrag zum Weltfrauentag, einen Beitrag über meine angefangenen Reihen  und meine Analyse über das Fehlen von Frauenfreundschaften in der Fantasy und Science Fiction Literatur.

2020 möchte ich weiterhin einiges an Plauderbeiträgen veröffentlichen. Außerdem möchte ich regelmäßiger Reiseberichte schreiben. Zudem henke ich mit meinen Rezensionen hinterher.

Kommen wir als Nächstes zu den Büchern, die ich 2019 las. Weiterlesen „Lesejahr 2019“

Lesemonat November und Dezember

Hallöchen zusammen,

jetzt ist das Jahr vorbei und es gibt meinen letzten Monatsrückblick für 2019. Einen detaillierten Jahresrückblick, in dem ich euch von meinen Highlights und Enttäuschungen des Lesejahres 2019 berichte, folgt in ein paar Tagen.

Letzten Monat veröffentlichte ich keinen Monatsrückblick, da ich mich November nicht viel las. Stattdessen packte ich diesem mit in meinen Rückblick für den Dezember.

Der November verlief bei mir weitestgehend ruhig, aber im Dezember wurde es bei der Arbeit anstrengend. Dafür ist es jetzt ruhiger. Leider bekam ich über Weihnachten eine richtig schwere Erkältung, die immer noch anhält. Irgendwie werde ich ständig über Weihnachten, Ostern oder Karneval krank 😦 Ich hoffe, euere Feiertage waren besser.

Außerdem war ich im Dezember ein Mal im Kino und sah mir Star Wars: The Rise of Skywalker an. Der Film gefiel mir gut, aber ich werde euch nicht spoilern. Ich würde gerne noch ein paar andere Filme im Kino sehen, aber ich weiß noch nicht, ob ich das zeitlich schaffen werde.

Genug geplaudert. Kommen wir jetzt zu meinen gelesenen Büchern: Weiterlesen „Lesemonat November und Dezember“

Homegoing von Yaa Gyasi

Titel: Homegoing
Länge: 320 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: Vintage
Erscheinungsjahr: 2017
Die amerikanisch-ghanaische Autorin Yaa Gyasi war nur 26 als sie ihren Debütroman veröffentlichte. Dieser gewann in den USA zahlreiche Preise und war international erfolgreich.  Ich kaufte mir den Roman 2017 für die Weltlesereise, aber ich ihn es erst im Oktober dieses Jahres.
Homegoing handelt von zwei Schwestern, die in Ghana getrennt aufwuchsen. Die eine heiratet einen englischen Kolonialherren und lebt in einem Schloss. Die andere wird auf einem Sklavenschiff in die USA transportiert. Homegoing folgt den Nachfahren der beiden über mehrere Jahrhunderte, wie sie auf zwei Kontinenten unterschiedliche Leben führen.

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Lesemonat Oktober

Hallöchen ihr Lieben,

hier ist mein Monatsrückblick. Der Letzte ist noch nicht lange her.   Anfang Oktober war es bei mir arbeitstechnisch stressig, aber jetzt ist es zum Glück einiges ruhiger. Dies wird  im November so bleibe und ich möchte die freie Zeit nutzen, um mehr zu bloggen. Es stehen noch jede Menge Rezensionen und Reiseberichte aus.

Lesetechnisch lief es im Oktober gut. Ich las im November fünf Bücher, die von unterschiedlicher Qualität waren. Weiterlesen „Lesemonat Oktober“

Mauritanien: The Desert and the Drum von Mbarek Ould Beyrouk

Titel: The Desert and the Drum
Länge: 208 Seiten
Format: E-Book
Verlag: Dedalus
Erscheinungsjahr: 2019
Übersetzerin: Rachael Mc Gill
TW: Versuchte Vergewaltigung, Kindesverlust, Sklaverei
Ein Buch für Mauretanien zu finden war nicht leicht. Das Land ist zwar flächenmäßig das 11. größte Land Afrikas, aber es hat nur ca. 4,3 Millionen Einwohner. Die Alphabetisierungsrate liegt bei ca. 53 % (Stand 2018).  Hinzu kommt, dass in dem Land 7 Sprachen gesprochen werden. All diese Faktoren machen es schwer, dass ein Buch geschrieben und von genügend Menschen gelesen wird, um übersetzt zu werden. Es gibt kaum Bücher aus dem Land, die es auf den internationalen Markt schafften. The Desert and the Drum ist der erste Roman aus dem Mauritanien, der ins Englische übersetzt wurde. Auf dem englischsprachigen Markt erschien es erst dieses Jahr. Ich entdeckte es auf dem Blog A Year of Reading the Worldwo Ann Morgan Literatur aus aller Welt rezensiert. Das Buch klang interessant, also kaufte ich es mir.

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Lesemonat August

Hallöchen ihr Lieben,

erneut ist ein Monat vergangen.

Ich verbrachte die erste Hälfte des Monats entspannt bei meinen Eltern und ruhte mich aus. Anschließend zog ich um und begann meine neue Arbeit, als Dozentin an einer Uni. Die Studierenden sind noch nicht da, weshalb für mich die Zeit bisher noch ruhig verlief. Ich schätze, dass sich dies im September ändern wird.  Im August hatte ich viel Zeit zum Lesen und ich glaube, dass es mein bisher erfolgreichster Lesemonat war. Sowohl in der Anzahl der Bücher, als auch durch die Tatsache, dass ich mehrere dicke Bücher las.

Privat gibt es von mir nichts mehr zu berichten. Ich möchte euch auf eine Aktion aufmerksam machen, an der ich im September teilnehmen werde. Nico vom Buchwinkelblog veranstaltet einen Themenmonat zum Thema Feminismus. Für diesen werde ich den ein oder anderen Beitrag verfassen werde. Mehr Infos findet ihr hier. Weiterlesen „Lesemonat August“

Oman: Celestial Bodies von Jokha Alharthi

Titel: Celestial Bodes
Genre: Belletristik
Länge: 256 Seiten
Format: E-Book
Verlag: Sandstone press
Erscheinungsjahr: 2018
Übersetzerin: Marilyn Booth
Seit ich vor ein paar Jahren eine Reisereportage über den Oman sah, möchte ich in das Land reisen. Ein Buch aus diesem Land zu lesen, interessierte mich deshalb. Oman ist eines der Länder, zu dem sich nicht viele übersetzte Bücher  finden lassen. Vor ein paar Monaten entdeckte ich durch Zufall Celestial Bodes von Jokha Alharthi. Der Roman klang auf den ersten Blick vielversprechend. Er sollte von drei Schwestern handeln und ihre Geschichte über mehrere Jahrzehnte begleiten. Der Klappentext versprach, dass dabei die Geschichte und der Wandel der omanischen Gesellschaft beleuchtet werden. Zusätzlich steht das Buch auf der Shortlist des Man Booker International Prize. Ich hatte hohe Erwartungen an Celestial Bodies. 

Leider konnte der Roman meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Das Buch war die bisherige Leseentäuschung des Jahres. Die erste große Enttäuschung war, dass das nicht hält, was der Klappentext verspricht. Die wichtigste Figur des Romans war nämliche nicht eine Frau, sondern der Ehemann einer der Frauen. Der Klappentext verspricht eine Geschichte, über das Leben von Frauen im Oman und handelt dann von einem Mann namens Abdallah. Viele, aber nicht alle Kapitel des Romans sind aus Abdallahs Perspektive geschrieben und werden aus der ich Perspektive erzählt. Weiterlesen „Oman: Celestial Bodies von Jokha Alharthi“

Lesemonat April

Hallöchen ihr Lieben,

wieder ist ein Monat vorbei. Ich habe das Gefühl, dass die Monate dieses Jahr wie im Flug vergehen. Im April flog ich für ein paar Tage zurück nach Hause. Es war schön, nach über einem halben Jahr meine Familie und Freundinnen wieder zu sehen. Das  kalte Wetter in Deutschland hatte ich jedoch nicht vermisst 😀 . Inzwischen bin ich zurück in Israel und habe hier mit den anderen Freiwilligen Avengers Endgame gesehen. Den Film fand ich fantastisch und es war ein gelungener Abschluss der Geschichte. Besonder toll war, dass ich den Film in 4D sah und wir Effekte wir ruckelnde Stühle oder Wind in den Kampfszenen hatten.

Hier in Israel ist es aktuell sehr heiß. Wir haben jeden Tag über 30 Grad und bei dem Wetter im Garten zu arbeiten ist anstrengend. Mein Eiskonsum ist aktuell unvernünftig hoch ;).

Kommen wir jetzt zu den Büchern, die ich vergangenen Monat las.  Weiterlesen „Lesemonat April“