Vom anderen Ende der Welt – Bücher aus Kiribati

Die Inselstaaten im Pazifik gehören zu den Ländern, für die es am schwierigsten ist Bücher zu finden. Dies liegt zum einen daran, dass diese Länder wenige Einwohner haben. In allen Fällen liegen die Einwohnerzahlen unter 1 Millionen. Hinzu kommt, dass die Einwohner meist über zahlreiche Inseln verteilt sind. Somit gibt es wenig potenzielle Autor_innen und keine ideale Infrastruktur für Verlage. Außerdem beruhen die Kulturen dieser Länder auf mündlichen Überlieferungen und die Länder verfügen erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts über ein schriftliches System.

Bei meiner Suche nach Büchern aus diesem Land tat ich mich schwer. Andere Blogger, die Aktionen wie die Weltlesereise, veranstaltet hatten, wurden auch kaum fündig. Es gab zwar vereinzelte Bücher aus Kiribati, aber diese waren alle vergriffen. Ich stand kurz davor ein Buch von einer britischen Autorin, das auf Kiribati spielt, zu lesen, bis mir die Idee kam, die vergriffenen Titel in meiner Universitätsbibliothek zu suchen. Dort wurde ich überraschenderweise fündig und es gab mehrere Bücher aus Kiribati. Ich weiß nicht welch_r Bibliothekar_in oder Professor_in diese Bücher gesammelt hat, da wir keinen Studiengang für Pazifikstudien haben, aber ich bin dieser Person dankbar. Als ich diese beiden Bücher aus der Bibliothek auslieh, war die Bibliothekarin überrascht und teilte mir mit, dass ich die erste Person bin, die diese Bücher ausleiht. Aber hey ich habe Bücher aus Kiribati gefunden.

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Neuseeland – The Luminaries von Eleanor Catton

Genre: Historischer Krimi
Seitenzahl: 732
Format: Taschebuch
Verlag: Granta
Erscheinungsjahr: 2013
Deutscher Titel: Die Gestirne

 

The Luminaries wurde 2013 mit dem Man Booker Preis ausgezeichnet. Da es zudem einen interessanten Klappentext hatte, war mir schnell klar, dass ich dieses Buch für Neuseeland lesen wollte.

The Luminaries spielt in Neuseeland 1866, zum Höhepunkt des Goldrausches. Ich wusste vor meiner Lektüre, noch nicht mal, dass es in Neuseeland einen Goldrausch gab. Jedoch versteht man den Roman ohne Vorwissen über die historischen Ereignisse zu besitzen. Zu diesem Zeitpunkt treffen sich zwölf Männer in einem Hotel, um eine Reihe von ungelösten Verbrechen aufzuklären. Ein Einsiedler ist plötzlich tot, der reichste Mann der Stadt ist verschwunden und eine Prostituierte versuchte sich das Leben zu nehmen. All diese Ereignisse scheinen zusammenzuhängen, aber die zwölf Männer wissen alle nur über Teile der Ereignisse bescheid.  Weiterlesen „Neuseeland – The Luminaries von Eleanor Catton“

Südafrika – Born a Crime von Trevor Noah

Genre: Biographie
Länge: 8 Stunden 44 Minuten
Format: Hörbuch
Verlag: Audible
Deutscher Titel: Farbenblind
Erscheinungsjahr: 2016
Born a Crime ist die Autobiografie des südafrikanischen Comedians Trevor Noah, der seit 2015 in den USA die Daily Show moderiert. Ich bin ein Fan seiner Comedy und wollte deshalb dieses Buch lesen, bzw. hören.
Noah wurde während der Apartheid als Sohn einer schwarzen Südafrikanerin und eines weißen Schweizers geboren. Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen waren zu diesem Zeitpunkt verboten und Noahs bloße Existenz ein Verbrechen. Aus diesem Grund war Noah von klein auf zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt. So musste er zum Beispiel, wenn er mit seinen Eltern draußen war, Abstand von ihnen nehmen, damit er nicht für ihr gemeinsames Kind gehalten wird. Born a Crime setzt sich detailliert mit dem Rassismus in Südafrika auseinander und gibt einen guten Einblick in das Leben während und nach der Apartheid. Das Buch bringt einen dazu sich über Rassismus und Diskriminierung Gedanken zu machen und beschäftigt sich zusätzlich noch mit Themen wie Sexismus und häuslicher Gewalt.

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Spanien- Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón

Genre: Belletristik
Seitenanzahl: 564
Format: Hardcover
Verlag: Insel Verlag
Originaltitel: La sombra del viento
Übersetzer: Peter Schwaar
Erscheinungsjahr: 2001
Der Schatten des Windes ist, nach Don Quixote, eines der meistverkauften spanischen Bücher. Trotzdem wusste ich vor Beginn meiner Lektüre nicht, wovon der Roman handelt und ging ohne Erwartungen an das Buch ran. Dafür wurde ich positiv überrascht.
Der Schatten des Windes spielt in Barcelona zwischen 1945 und 1966. Die Geschichte handelt von dem jungen Daniel Sempere. Sein Vater, ein Buchhändler, nimmt ihn mit zum sogenannten Friedhof der Vergessenen Bücher. Dort werden vergessene Bücher, von denen nur noch wenige Exemplare übrig sind, aufbewahrt, um sicherzugehen, dass sie erhalten bleiben. Er darf sich ein Buch aussuchen, das er beschützen soll, und wählt Der Schatten des Windes von Julian Carax. Das Buch dieses unbekannten Autors begeistert Daniel, aber über den Autor ist kaum etwas bekannt und von seinen weiteren Büchern gibt es nur noch wenige Exemplare. Daniel begibt sich auf die Suche nach dem seltsamen Autor, doch das zieht schnell die Aufmerksamkeit des grausamen Polizeiinspektors Fumero auf sich. Und dann ist da noch ein mysteriöser Mann, der alle Bücher von Carax sucht und verbrennt…

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Singapur – The Black Tides of Heaven von Jy Yang

Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 238
Format: E-Book
Verlag: Tor Books
Erscheinungsjahr: 2017
Reihe: The Tensorate Series Buch 1

Nach einer Lektüre für Singapur musste ich nicht lange suchen, da ich Jy Yangs The Black Tides of Heaven schon länger lesen wollte. Die Novelle und ihr Nachfolger The Red Threads of Fortune erregten in der englischsprachigen Fantasyszene Aufmerksamkeit und standen seitdem auf meiner Leseliste.

Bevor ich mit der Rezension beginne, möchte ich eine Sache anmerken. Jy Yang ist nicht-binär, dass bedeutet, dass sich Jy Yang nicht mit einer der beiden binären Geschlechtsidentitäten (Mann oder Frau) identifiziert. Zu dem Thema gibt es nicht viele Artikel auf Deutsch, aber diese beiden Artikel erklären ganz gut, was nicht-binär bedeutet: Artikel 1Artikel 2

Es wäre falsch, männliche oder weibliche Pronomen zu verwenden. Außerdem ist es für nicht-binäre Menschen verletzend, wenn man sie misgenderd. Leider gibt es im Deutschen keine Pronomen für Menschen, die sich nicht innerhalb der Binarität identifizieren.Andere Sprachen sind da weiter. Im Englischen Sprachraum, wählen viele Menschen, deren Geschlechtsidentität außerhalb der Binarität liegt das Pronomen „they“. Die meisten von euch kennen „they“ nur als 3. Person Plural, aber es kann auch als geschlechtsneutrale 3. Person Singular verwendet werden. Da es im deutschen keine geschlechtsneutralen Pronomen gibt, habe ich mich entschieden in diesem Text ebenfalls das englische Pronomen they zu verwenden. Vielleicht ist es für euch ungewohnt zu lesen, aber in der deutschen Sprache fehlt ein geschlechtsneutrales Pronomen. Zudem bittet Yang auf their Website darum, dass man für they, dass they Pronomen verwendet.  Weiterlesen „Singapur – The Black Tides of Heaven von Jy Yang“

Nigeria – Eine verbotene Liebe in Kriegszeiten

Genre: Belletristik, Lesbische Literatur
Seitenanzahl: 328
Format: Taschenbuch
Verlag: Mariner Books
Erscheinungsjahr: 2016

Under the Udala Trees entdeckte ich vor ein paar Monaten in einer Buchhandlung, bei mir um die Ecke. Als ich mich entschied, die Weltlesereise zu veranstalten, bot sich mir ein guter Grund das Buch zu kaufen. Bei meiner Recherche für das Projekt stellte ich fest, dass es eine Menge an nigerianischen Autor_innen gibt. Ich fand viele weitere Bücher, die gut klangen. Nigeria ist ein Land, aus dem ich in Zukunft mehr lesen will.

Die Handlung von Under the Udala Trees erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und beginnt während des nigerianischen Bürgerkriegs. Dieser dauerte von 1960 bis 1970 und darin starben zwischen 45 000 und 100 000 Menschen. Während des Bürgerkriegs versuchte sich, der von der Volksgruppe Igbo, bewohnte Südosten des Landes von Nigeria abzuspalten und einen eigenen Staat zu formen. Außerhalb Nigerias scheinen viele Menschen von diesem Krieg nichts zu wissen. Ich muss gestehen, dass ich bevor ich mit dem Lesen des Buchs begann, auch nichts davon wusste.

Während des Kriegs stirbt der Vater der jungen Ijeoma und sie wird von ihrer Mutter zu Freunden der Familie geschickt. Dort trifft sie auf die gleichaltrige Amina und verliebt sich in sie, doch homosexuelle Beziehungen sind in Nigeria verboten.

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Chile – ein mittelmäßiger Anfang

Genre: Familiensaga, Magischer Realismus
Seitenanzahl: 479
Format: Hardcover Verlag: Suhrkamp
Übersetzerin: Anneliese Botond
Erscheinungsjahr: 1982

Das Geisterhaus war das erste Buch, welches ich im Zuge der Weltlesereise las und gleichzeitig das erste Buch, das ich 2018 las. Zudem war es, glaube ich, das erste Mal, dass ich ein Buch von einer südamerikanischen Autorin las. In gleich mehrerer Hinsicht war es also Neuland.

Isabel Allende ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten chilenischen Autor_innen. Das Geisterhaus war ihr Debüt und es gab eine Hollywoodverfilmung mit Jeremy Irons und Meryl Streep (*hust* Whitewashing *hust*). Dennoch wusste ich, vorher nicht, worum es in dem Roman geht und ging mit offenen Augen an das Buch ran. Das Geisterhaus erzählt die Geschichte der Familie del Valle über mehrere Generationen hinweg, von der Großmutter bis zur Enkelin. Dabei wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt und auf die politische Entwicklung Chiles eingegangen. Zu Beginn des Romans war Chile eine von konservativen Politikern regierte Demokratie, später kam einer linker Präsident an die Macht, der dann vom Militär gestürzt wurde, welches das Land in eine Militärdiktatur verwandelte. Hier sollte erwähnt werden, dass Allende eine Verwandte des gestürzten Präsidenten Salvador Allende war und der Roman eine persönliche Note enthält.

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