Argentinien: Kalpa Imperial von Angelika Gorodischer

Genre: Fantasy

Erscheinungsjahr: 1983

Verlag: Golkonda

Format: E-Book

Seitenzahl: 306

Originaltitel: Kalpa imperial

Übersetzer_in: Karin Will

Mal ganz ehrlich wie viele Fantasyautor_innen die nicht aus Nordamerika oder Europa kommen kennt ihr? Und wie viele davon sind nicht männlich? Auch wenn ich seit einiger Zeit versuche auch in meinem Lieblingsgenre Autor_innen aus andere Ländern zu lesen, war Angélika Gorodischer die erste südamerikanische Fantasyautorin, deren Werk ich las. Neben Fantasy schrieb die Autorin auch in den Science-Fiction und Krimigenren. Sie veröffentlichte vor allem Kurzgeschichten, aber auch vereinzelte Romane. Gorodischer wurde 1928 geboren und lebt noch, aber soweit ich sehen konnte erschien ihre letzte Veröffentlichung 2009. Die erfolgreiche amerikansiche Fantasyautorin Ursula K. Le Guin (zu deren Büchern es hier auch noch Rezensionen geben wird) übersetzte Kalpa Imperial ins Englsiche und schrieb ein Vorwort zu dem Werk, um es bekannter zu machen.

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Iran: To keep the Sun Alive von Rabeah Ghaffari

Genre: Familiensaga

Erscheinungsjahr: 2020

Verlag Catapult

Format: E-Book

Seitenzahl: 288

Ich weiß nicht mehr, wie ich To keep the Sun alive, meine Lektüre für den Iran entdeckte. Als das Buch auf meinen Radar fiel, klang es vielversprechend. Es handelte von verschiedenen Mitgliedern einer Familie und ihrem Leben und Konflikten kurz bevor und während die islamische Revolution im Iran ausbricht. Dies ist eine Epoche, von der ich öfters hörte, aber nicht viel wusste. Aus diesem Grund klang der Roman nach einer guten Lektüre für mich. Zudem hörte ich, dass die Familienmitglieder unterschiedliche Ansichten zu der Revolution hatten und das Buch hatte viele positive Rezensionen.

Die ältesten beiden Familienmitglieder sind ein Richter namens Bibi-Khanoom und seine Ehefrau. Sie haben einen großen Obstgarten und laden dort an Wochenenden ihre gesamte Familie zum Essen ein. Diese Mahlzeiten dauern oft mehre Stunden und es gibt intensive Diskussionen über Politik, Religion und die Situation im Dorf. Mit einer solchen Szene beginnt der Roman und führt gleich sämtliche Figuren ein. Hier hätte ich einen Stammbaum hilfreich gefunden, da mir nicht immer klar war, wie alle miteinander verwandt sind. Was toll war, waren die detaillierten Essensbeschreibungen des Romans. Diese ließen mir beim Lesen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Ich glaube, das Buch ließe sich gut lesen, wenn man sich iranisches Essen bestellt. Zusätzlich erzählte der Richter beim Essen meist Geschichten und Lebensweisheiten. Diese enthielten viel Tiefe und regten mich zum Nachdenken an. Außerdem mag ich es, wenn es Geschichten in Geschichten gibt.

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Liberia: She would be King von Wayetu Moore

Genre: Historischer Roman, Magischer Realismus

Verlag: One

Seitenzahl: 311

Die amerikanisch-liberische Autorin Wayétu Moore wurde 1985 in Liberias Hauptstadt Monrovia geboren. Als sie 5 Jahre alt war, musste die Familie aufgrund eines Bürgerkriegs fliehen. Um die Kinder vor dem Horror des Kriegs zu schützen, dachten sich ihr Vater und ihre Großmutter magische Geschichten aus. Darin waren Gewehrschüsse Drachen, die kämpften, und Leichen, die am Straßenrand lagen, Menschen, die nur auf der Straße schliefen. Schließlich verließ die Familie Liberia und wanderte in die USA aus. In den USA begann Moore viel zu lesen und schreiben. Schon bevor sie ihren ersten Roman veröffentlichte, arbeitete sie in der Buchbranche. 2011 gründete sie gemeinsam mit ihren Geschwistern einen eigenen Verlag und eine NGO. Dieser spezialisierter sich auf Kinderbücher, die von Kindern handeln, die in der Kinderliteratur unterrepräsentiert sind und auf Kinder aus Ländern mit einer hohen Analphabetenrate. Sie gaben zahlreiche Bücher umsonst an solche Länder. Die ersten Bücher des Verlags waren eine Teamarbeit der gesamten Familie. Wayétu Moore und eine ihrer Schwestern schrieben die Geschichten, während zwei andere Geschwister die Bücher illustrierten. 2015 eröffneten sie sogar eine Buchhandlung in Monrovia.

2018 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, der die Gründungsgeschichte Liberias erzählt, aber einiges an magischem Realismus verwendet. Die Geschichte wird aus der Perspektive von drei Protagonist/innen erzählt, die alle samt über magische Kräfte verfügten. Die erste Protagonistin ist Gbessa, die in West-Afrika aufwächst. Sie muss außerhalb ihres Dorfes Leben, da sie verdächtigt wird eine Hexe zu sein. Der nächste Protagonist ist June Dey, der als Sklave auf einer Plantage in den Südstaaten aufwächst. Dann gibt es noch Norman Aragon, das Kind eines weißen Kolonialherrn und einer Sklavin, welches auf Jamaica aufwächst. Die Geschichten aller drei sind miteinander und mit der Staatsgründung Liberias verknüpft.

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Leserückblick

Hallöchen ihr Lieben und Bösen XD , ich melde mich mal wieder. In den letzten Monaten war es bei mir auf dem Blog eher ruhig, da ich viel arbeiten musste. Bei der Arbeit unterrichtete ich in den letzten zwei Monaten einen für mich neuen Kurs. Dafür musste mich erst Mal in Material, das ich zuletzt vor Jahren durchgenommen hatte, einarbeiten. Zudem war im November NaNoWriMo und ich konzentrierte mich auf Schreiben. Jetzt ist es bei der Arbeit ruhiger geworden. Ich werde in der nächsten Zeit mehr zum Bloggen kommen. Es gibt noch einige ausstehende Rezensionen und Reisebeiträge.

Mir fiel auf, dass ich seit Juli keinen Monatsrückblick mehr verfasste. Aus diesem Grund gibt es jetzt einen Monatsrückblick für alle Bücher, die ich seitdem las. Dies ist meine Meinung zu allen Büchern, die ich in den letzten Monaten las. Ich habe die Bücher, die ich im Dezember las, nicht mit eingeschlossen. Hierfür wird es einen eigenen Monatsrückblick geben. Außerdem werde ich zu einigen dieser Bücher noch Rezensionen schreiben.

The Empire of Gold von S.A. Chakraborty

Genre: Fantasy

Seitenzahl: 767

Format: E-Book

Verlag: Harper Voyager

Erscheinungsjahr: 2020

Letztes Jahr las ich The City of Brass und The Kingdom of Copper von S.A Chakraborty. Der erste Band der Daevebad Trilogie gefiel mir gut, während ich am zweiten gewisse Kritikpunkte hatte. Der Abschluss der Trilogie erschien vor einigen Monaten und ich las ihn kurz nach dem erscheinen. Allerdings schaffte ich es erst jetzt den Roman zu rezensieren. Meine Rezension zu The Empire of Gold wird lang, denn ich habe viel zu dem Roman zu sagen.

Als Erstes habe ich zwei Kritikpunkte für welche die Autorin nichts kann, sondern für die der Verlag verantwortlich ist: Das E-Book war schlecht formatiert. Einige Kapitel waren falsch benannt und das Layout einiger Seiten war schlecht. Ich hoffe, dass der Verlag dies seit Juni verbesserte. Zudem passt der Titel des Romans nicht zum Inhalt des Buchs. Er scheint gewählt wurden sein, um zu den beiden Vorgängern zu passen.

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Libanon: Eintausend und Eine Nacht von Hanan Al-Shaykh

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Genre: Märchen

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Bloomsbury

Seitenzahl: 304

Hanan Al-Shaykh ist eine der erfolgreichsten Autor_innen der arabischen Welt. Ihre Bücher beschäftigen sich mit der Rolle von Frauen in der Region, welche sie oft hinterfragt. Sie musste während des libanesischen Bürgerkriegs aus Beirut fliehen und lebt heute in London. Die Auseinandersetzung mit feministischen Themen sowie die Tatsache, dass ich positive Rezensionen zu ihren Werken gelesen hatte, machten sie zu der Autorin, die ich für den Libanon lesen wollte. Hanan Al-Shaykh veröffentlichte mehrere Werke und meine Wahl fiel auf ihre Nacherzählung von Eintausend und eine Nacht. Dies ist eines ihrer jüngeren Werke. Außerdem verfasste es die Autorin auf Englisch. Bei meinen bisherigen Lektüren, die aus dem Arabischen übersetzt wurden, wirkte die Übersetzung meist holprig.

Ich habe bisher keine der Erzählungen von Eintausend und eine Nacht gelesen und kannte den Verlauf der Geschichte vor dem Lesen nur in groben Zügen. Aus diesen Gründen kann ich nicht beurteilen, wie stark sich Hanan Al-Shaykhs Version an das Original hält. Als eigenständiges Werk funktioniert es jedoch gut und war eine großartige Lektüre. Es ist egal, ob man irgendeine andere Erzählung der Geschichte kennt, da der Roman für sich alleine steht.

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The Colour of Magic von Terry Pratchett

Titel:  The Color of Magic
Länge: 288 Seiten
Format: E-Book
Verlag: Corgi
Erscheinungsjahr: 1983
Deutscher Titel: Die Farben der Magie
 
Deutscher Klappentext: Der Magier Rincewind ist vom Pech verfolgt – erst wird er von einem geltungssüchtigen Zauberspruch befallen, dann verliert er seine Stelle an der Unsichtbaren Universität. Fortan verdingt er sich als Fremdenführer für den ersten Touristen auf der Scheibenwelt. Und natürlich geht auf der Reise so ziemlich alles schief…
 
Meinung: Es ist eine Weile her, dass ich meinen ersten Terry Pratchett Roman las. Die Rezension könnt ihr hier nachlesen. Mort war streng genommen der vierte Band der Scheibenweltreihe, aber man kann diese Reise außerhalb der Chronologie lesen. Letztes Jahr entschied ich mich, den ersten Band der Reihe zu lesen, um herauszufinden, wie alles anfing. Ich dachte, dass mir dies einen guten Einstieg in die Reihe geben würde, da ich zu Mort gemischte Gefühle hatte. Nach der Lektüre von The Color of Magic bin ich mir noch nicht sicher, wie ich die Scheibenweltreihe und Terry Pratchett als Autor insgesamt finde.

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Somalia: Der Garten der verlorenen Seelen von Nadifa Mohamed

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Genre: Belletristik

Format: Taschenbuch

Verlag: dtv

Seitenzahl: 272

Originaltitel: The Orchard of Lost Souls

Übersetzerin: Susann Orban

Klappentext: Sie könnten Feindinnen werden, schließen jedoch stattdessen ein unsicheres Bündnis des Überlebens. Kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs führt das Schicksal drei Somalierinnen unwiderruflich zusammen: die neunjährige Dequo, die aus dem Flüchtlingslager, in dem sie geboren ist, in die Stadt flieht; Kawsar, eine einsame Witwe, die um ihre Tochter trauert und an ihr Bett gefesselt ist, und Filsan, eine junge Soldatin, die mithelfen soll, den Aufstand zu unterdrücken. Die drei werden in die blutigen Kämpfe zwischen Regierung und Aufständischen hineingezogen, bis es nur noch um das nackte Überleben geht.

Meinung: Nadifa Mohamed wurde in Hargeisa in Somalia geboren. Diese Stadt gehört heute zu Somaliland, ein Teil Somalias, der sich abspaltete, aber nicht als unabhängiger Staat angesehen wird. Als sie ein Kind war, zog ihre Familie nach London, wo diese nur kurz bleiben wollte. Dann brach Krieg in Somalia aus und die Familie musste permanent im Vereinigten Königreich bleiben. 2009 veröffentlichte sie ihren Debütroman Black Mamba Boy, der die Lebensgeschichte ihres Vaters erzählt. Black Mamba Boy wurde zu einem internationalen Bestseller und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2013 erschien Nadifa Mohameds zweiter Roman The Orchard of Lost Souls, der die Geschichte Somalias während des Ausbruchs des Kriegs erzählt. Weiterlesen „Somalia: Der Garten der verlorenen Seelen von Nadifa Mohamed“

Record of a Spaceborn Few von Becky Chambers

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Genre:  Science Fiction

Format: E-Book

Verlag: Hodder & Stoughton

Erscheinungsjahr: 2018

Deutscher Titel: Unter uns die Nacht

Reihe: Wayfarer Series. Band 3

Klappentext: Auf der Asteria, einem Siedlerschiff der exodanischen Flotte, ist für jeden gesorgt: Alle haben eine Wohnung, alle haben zu essen, alle haben einen Job – und leisten noch im Tod einen wertvollen Beitrag zur Gemeinschaft. Lichtjahre entfernt von der zerstörten Erde haben sich die Menschen ein wohldurchdachtes, selbstgenügsames Leben im Weltraum eingerichtet.

Doch inzwischen sind ganze Generationen auf den Schiffen der Flotte geboren und aufgewachsen, und je selbstverständlicher das Siedlerdasein wird, desto größer sind die Zweifel: Bei Kip, der mit seinen 16 Jahren noch nicht weiß, was er mit seiner Zukunft anfangen will – außer dass sie sich definitiv nicht auf der Asteria abspielen soll. Bei Tessa, deren Alltag mit Job und Familie mehr als ausgefüllt ist – bis der technische Fortschritt sie einholt. Und bei der Archivarin Isabel, die sorgfältig die alten Traditionen bewahrt, die die Menschheit im Exil zusammenhalten sollen.

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Pakistan: I am Malala von Malala Yousafzai

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Titel: I am Malala: The Girl Who Stood Up for Education and Was Shot by the Taliban

Deutscher Titel: Ich bin Malala: Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: W&N

Genre: Biographie

Dies Rezension ist lange überfällig. Ich las die Biografie Malalas bereits letztes Jahr.  Allerdings schrieb ich in der Zwischenzeit andere Rezensionen und bloggte weniger. Dadurch kam nicht dazu diese zu verfassen. Jetzt ist es mir endlich gelungen dies nachzuholen.

Genauso wie ich lange brauchte, um die Rezension zu verfassen, lag I am Malala Jahre auf meinem SuB bevor ich es las. Letztendlich entschloss ich mich, es für die Weltlesereise zu tun, da es sich als Buch für Pakistan anbot. Außerdem fand ich Malalas Geschichte, seit ich das erste Mal von ihr hörte, inspirierend. Sie ist zwei Jahre jünger als ich, hätte ich mich nicht getraut dasselbe, wie sie zu tun.

Die Geschichte Malalas sollte bekannt sein. Falls nicht hier ein kurzer Abriss ihres Lebens: Malala Yousafzai wurde 1997 im Swattal in Pakistan geboren. Die Tochter eines Schulleiters und einer Hausfrau war als junges Mädchen wissbegierig und liebte es zu lernen. Als die Taliban das Swattal eroberten, verboten sie Mädchen zur Schule zu gehen. Yousafzai begann für die BBC über ihr Leben unter den Taliban zu bloggen und erlangte mit ihrem Aktivismus internationale Aufmerksamkeit. 2012 schossen sie die Taliban in ihrem Schulbus an. Sie überlebte und wurde mit ihrer Familie nach England gebracht, wo sie operiert wurde, und lange Zeit im Krankenhaus bleiben musste. Seitdem lebt Malala im Vereinigten Königreich und setzt sich weiterhin für die Rechte von Frauen und Kindern ein. 2014 erhielt sie als bisher jüngste Person den Friedensnobelpreis. Später studierte sie an der Oxford University.

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