#Comic März The Wolf of Baghdad von Carol Isaacs

Hallöchen ihr Lieben,

der heutige Beitrag ist Teil des Themenmonats #Comicmärz, welche Nico vom Buchwinkel veranstaltet. Wie der Name des Themenmonats sagt, dreht sich dabei alles um Comics. Andere Blogger_innen veröffentlichten bereits zahlreiche verschiedene Beiträge zu dem Thema. Eine Übersicht aller Beiträge zum Themenmonat findet ihr hier.

Ich las als Kind begeistert Comics und besaß zahlreiche Asterix und Obelix und Lucky Luke Bände. Später als Teenager las ich jede Menge Mangas. Mein Favorit war Death Note. Irgendwann hörte ich auf Comics zu lesen. Ich weiß nicht warum. Ich mochte Comics noch, aber ich las sie nicht mehr.

In letzter Zeit hatte ich wieder Lust auf Comics und der Themenmonat bot mir eine gute Möglichkeit diese erneut zu lesen. Ich hatte mehrere Comics auf dem SuB liegen. Letztendlich entschied ich mich für The Wolf of Baghdad von Carol Isaacs, welches erst Anfang des Jahres erschien. The Wolf of Baghdad ist der erste Graphic Novel der Autorin, aber sie war länger als Karikaturistin tätig. Unter dem Pseudonym The Surreal McCoy erschienen zahlreiche ihrer Karikaturen in großen Zeitungen.

Der Graphic Novel erzählt die Geschichte ihrer Vorfahren nämlich die der jüdischen Gemeinde Baghdads. Im Gebiet des heutigen Irak leben seit Jahrtausenden Jüd_innen. Es handelt sich hier um die zweitälteste jüdische Gemeinde der Welt. Anfang des 20. Jahrhunderts lebten im Irak noch ca. 150.000 Jüd_innen und Baghdad war zu 30 % jüdisch. Ab den 30er Jahren verschlechterte sich die Lage der irakischen Jüd_innen stark und es kam zunehmend zu antisemitischen Angriffen. In den folgenden Jahrzehnten flohen fast alle Jüd_innen (einschließlich Carol Isaacs Eltern)aus dem Irak. In dem Land leben heute noch maximal 5 Jüd_innen.

Die Geschichte beginnt mit einer Frau (vermutlich Isaacs selbst), die einen Karton mit alten Familienfotos findet. Diese zeigen ihre Verwandtschaft im Irak. Sie schläft ein und  ihre Träume führen sie in das alte Baghdad, wo sie nachts in ihrem alten Familienhaus ankommt. Die Geschichte führt durch das Baghdad der 1930er und 1940er Jahre und zeigt das jüdische Leben in der damaligen Zeit. Hier werden viele verschiedene Seiten der Stadt gezeigt. Leider funktionierten die Übergänge der verschiedenen Unterepisoden nicht immer gut und die Geschichte sprang manchmal von einem Thema zum anderen.

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Die Protagonistin kommt bei Nacht in Baghdad an.

Im Gegensatz zu klassischen Comics enthält The Wolf of Baghdad keine Sprechblasen. Stattdessen befindet sich auf jeder zweiten Seite ein Zitat eines Juden, der aus Baghdad floh, welches zu  der Geschichte passt. Anfangs stand ich diesem Konzept skeptisch gegenüber, aber es funktionierte gut. Die Geschichte war ohne Sprechblasen verständlich.

Eine weitere tolle Technik des Graphicnovels war, wie er mit Farben spielte. Die Handlung beginnt nachts und deshalb sind die Farben dunkel gehalten. Zu diesem Zeitpunkt ist die jüdische Gemeinde Baghdads noch groß und es kommen in den Szenen zahlreichen Menschen mehr. Die Atmosphäre ist lebending und fröhlich Neben den dunklen Farben sind warme Farben in den Bildern enthalten. Als es Tag wird, wird der Farbton der Geschichte heller. Gegen Ende der Geschichte nimmt die Verfolgung der Jüd_innen Baghdads zu Die Autorin und Zeichnerin macht dies deutlich, indem sie ausschließlich dunkle Farben verwendete, um diesen Teil der Geschichte zu erzählen. 

Der Zeichenstyl bietet einen interessanten Mix. Es enthält Bilder, die einfach gezeichnet sind. Manchmal sind die Figuren schemenhaft angezeichnet. Andere Bilder bieten viel Liebe zum Detail und Komplexität. 

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Der Markt Baghdads

Ein weiterer toller Aspekt des Graphic Novels ist, dass die letzten Seiten, nach dem Ende der Geschichte, einiges an Zusatzinformationen über das jüdische Leben in Baghdad enthält. Dies beinhaltet Fotos und einen Zeitstrahl. 

Insgesamt gefiel mir The Wolf of Baghdad sehr gut. Es vermischte interessante Informationen und persönliche Geschichte gelungen mit einem liebevollen Zeichenstil. Carol Isaacs Graphic Novel bot mir einen guten Wiedereinstieg in Comics und ich hoffe, demnächst mehr von ihnen zu lesen. 

Falls ihr Weiteres über die jüdische Gemeinde Baghdads erfahren wollt, kann ich euch die folgenden Quellen empfehlen:

Die Website der Autorin mit weiteren Infos über das jüdische Leben Baghdad 

Mein Beitrag über das irakisch-jüdische Museum in Israel

Ein Interview mit dem letzten „Rabbi“ Baghdads könnt ihr hier hören.

 

5 Gedanken zu “#Comic März The Wolf of Baghdad von Carol Isaacs

  1. Nico aus dem Buchwinkel

    Liebe Elisa,

    wie schön, dass du auch einen Beitrag zum #ComicMärz beisteuerst! „The Wolf of Baghdad“ hört sich nach einem außergewöhnlichen Comic an, zum einen wegen der Thematik, vor allem aber aufgrund des Verzichts auf Sprechblasen. Ich finde die von dir gezeigten Bilder sehr ansprechend und kann mir vorstellen, dass das Konzept funktionieren kann. Vielen Dank für die Vorstellung!
    Und falls du Inspiration für weitere Comiclesetouren suchst, beim #ComicMärz sind wahnsinnig viele Beiträge zusammengekommen, auch viele Beiträge zu ernsten Themen wie dem von dir vorgestellten.

    Liebe Grüße,
    Nico

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Elisa,
    Comics und ich finden gerade auch langsam wieder einen Weg zu einander. Bei mir liegt die Hawking: Sein Leben als Graphic Novel auf dem Nachttisch. Ich verfolge gerade ganz fasziniert, wie viele durchaus Geschichtsträchtige Werke momentan in Comic Form auf den Markt kommen.
    The Wolf of Baghdad hört sich für mich sehr interessant an. Und bietet bestimmt eine spannende Reise in eine andere Welt.
    Danke für den Tipp, mit dem Buch könnte ich vielleicht sogar mal meinen Mann dazu bekommen ein paar Zeilen zu lesen.
    LG Kerstin

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  3. Liebe Elisa,
    danke fürs Erinnern an diesen Comic; ich hatte ihn vor einer Weile schon mal bei Nico gesehen und ganz vergessen, ihn mir zu notieren.
    Liebe Grüße
    Kerstin

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