Polen: Der letzte Wunsch von Andrzej Sapkowski

Titel: Der letzte Wunsch
Originaltitel: Ostatnie życzenie
Länge: 384 Seiten
Format: E-Book
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 1993
Reihe: Der Hexer

Klappentext:Der Hexer Geralt von Riva verdient sein Geld mit Kämpfen gegen Ungeheuer aller Art. Über einen Mangel an Aufträgen kann er sich nicht beklagen, denn es gibt genügend Leute, die dringend Hilfe gegen Vampire, Drachen und andere dämonische Wesen brauchen. Als Geralt eines Tages einen Luftgeist befreit, schlägt ihn dieser mit der verhängnisvollen und quälenden Liebe zu der schönen Zauberin Yennefer. Und dann wird Geralts bester Freund schwer verletzt und braucht seine Hilfe…

Die Bücher von Andrzej Sapkowski hatte ich schon zahlreiche Male in der Buchhandlung gesehen. Sie interessierten mich jedoch nie. Dies lag vor allem daran, dass ich glaubte, dass die Bücher auf den gleichnamigen Computerspielen beruhen. So wie es zum Beispiel, bei den Büchern zu Assassin’s Creed der Fall ist. Bücher, die auf Computerspielen beruhen, interessieren mich nicht. Als Ende letzten Jahres ein Trailer zu The Witcher auf Netflix herauskam, fand ich diesen fantastisch. Ich erfuhr zu diesem Zeitpunkt, dass die Computerspiele auf den Büchern beruhten und nicht umgedreht. Die Bücher wurden von Andrzej Sapkowski bereits in den 90er Jahren geschrieben und die Computerspiele erschienen erst später und die Serie ist eine Verfilmung der Bücher.

Dies weckte mein Interesse an den Witcher Büchern und ich wollte sie lesen, bevor ich die Serie guckte. Oder zumindest, wollte ich die Bücher lesen, auf denen die erste Staffel beruht. Die Geschichte um Geralt von Riva besteht aus einer Reihe aus 5 Bänden und mehreren Vorgeschichtenbänden. Die erste Staffel der Netflixserie ist eine Verfilmung der Vorgeschichtenbände Der letzte Wunsch und Das Schwert der Vorhersehung. Falls ihr euch wundert, in welcher Reihenfolge ihr die Bücher der Reihe lesen sollt, gibt es bei Andrea von EasyPeasyBooks einen guten Beitrag dazu.

Der letzte Wunsch spielt wie erwähnt zeitlich vor der Hauptreihe. Es ist kein Roman, sondern eine Sammlung von 7 Kurzgeschichten, zu denen ich euch nach einander meine kurze Meinung gebe.

Der Hexer: Dies ist die erste Geschichte der Sammlung. In ihr erhält Geralt einen ungewöhnlichen Auftrag von König Foltest. Die Tochter des Königs wurde als eine Striege, ein Monster, geboren und tötet nachts Menschen. Der König bittet Geralt, darum die Tochter zu entzaubern. Diese Geschichte fand ich schwächer als der Rest der Kurzgeschichtensammlung. Sie enthielt weniger interessante Nebencharaktere und weniger Überraschungen als die restlichen Charaktere. Dies machte es nicht zu einer schlechten Geschichte, ganz im Gegenteil. Der Hexer bietet einen guten Einstieg in die Welt und die Charaktere der Geschichte. Allerdings ist diese Geschichte schwächer als der Rest des Buchs.

Ein Körrnchen Wahrheit: In Ein Körrnchen Wahrheit trifft Geralt im Wald auf einen in ein Monster verwandelten Mann. Dieser versucht, bisher erfolglos, sich von seiner Monstergestalt zu befreien.  Die zweite Kurzgeschichte war humorvoll und spielte gut mit Mythologie. Allerdings fand ich es schwer mit dem wichtigsten Nebencharakter, dem in ein Monster verwandelten Monster, zu sympathisieren.

Das kleinere Übel: In das Kleinere Übel landet Gerald in einem Dorf, wo er von dem Magier des Dorfs und einer Banditin, gebeten den jeweils anderen umzubringen. Beide halten dies für das andere Übel. Diese Geschichte war für mich eine der Besten. Das verhalten aller Charaktere lies sich gut nachvollziehen und es gab einen interessanten moralischen Konflikt in der Geschichte. Zudem war es eine nette Anspielung auf Schneewittchen und die 7 Zwerge.

Eine Frage des Preises: Diese Kurzgeschichte funktioniert als eine Art Vorgeschichte für die Haupthandlung der Witcherreihe. Sie spielte gut mit bekannten Tropes und zeigte faszinierende weibliche Charaktere. Wie zum Beispiel die der Königin Calanthe.

Der Rand der Welt: Bei der Rand der Welt geht es um einen vergleichsweise kleineren Konflikt von ein paar Bauern, denen ein merkwürdiges Wesen ihre Felder zerstört. Sie beauftragen Geralt sich mit diesem auseinanderzusetzen.

Der letzte Wunsch: Der letzte Wunsch führt die mysteriöse Magierin Yennefer ein, mit der Geralt eine on-off Beziehung führt. Ich mag sie als Figur und mir gefiel ihre Einführung gut. Allerdings war die Geschichte über die Monsterjagd von Der letzte Wunsch nicht die Stärkste.

Die Stimme der Vernunft: Diese Geschichte bildet eine Rahmenhandlung für die anderen Kurzgeschichten. Ein Kapitel von ihr ist jeweils zwischen die anderen Geschichten eingebunden und sie spielt zeitlich nach Der Hexer. Nachdem, er sich in Der Hexer verletze, wird er in einem Konvent versorgt. Als Rahmenhandlung funktioniert die Geschichte gut, aber alleinstehend fand ich sie schwächer und weniger spannend.

Gesamteindruck: Insgesamt gefiel mir Der letzte Wunsch richtig gut.  Die Geschichten enthielten eine gute Prise Humor, ich mochte den Schreibstil und sie waren nette Anspielungen auf Märchen. Gleichzeitig schafften die Geschichten, es auf kurzer Länge den Charakteren und der Welt genügend Platz zu geben, sowie auf wenigen Seiten spannende Geschichten zu erzählen. Der letzte Wunsch bot einen wunderbaren Einblick in die Welt und machte Lust auf mehr. Im Anschluss las ich die nächste Kurzgeschichtensammlung von Andrzej Sapkowski. Wie mir diese gefiel, werde ich euch in meiner nächsten Rezension erzählen.

 

4 Gedanken zu “Polen: Der letzte Wunsch von Andrzej Sapkowski

  1. Ich habe die Bücher im letzten November gelesen und empfand die Kurzgeschichten als brillianten Einstieg in die Reihe. Als dann die eigentliche Geschichte losging kannte ich alle wichtigen Figuren bereits, was ein großer Vorteil war, glaube ich.
    Deshalb würde ich jedem Interessierten auch raten, mit den Kurzgeschichten zu beginnen.

    Gefällt 1 Person

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