Niederlande: Dunkle Flut von Isa Maron

Titel: Dunkle Flut
Originaltitel: Galgenveld
Länge: 400 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: DuMont
Erscheinungsjahr: 2016
Übersetzerin: Stefanie Schäfer
Deutscher Klappentext: Ein mysteriöser Mordfall in Amsterdam-Nord: An einer Laterne hängt ein toter Mann. Die Szene erinnert an eine berühmet Rembrandt-Zeichnung. Durch Zufall ist Kyra Slagter eine der ersten am Tatort. Die 19-Jährige will unbedingt Polizistin werden. Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln, was Maud Mertens, die mit dem Fall betraut wird, natürlich nicht gefällt. Die altgediente Kommissarin hat eine pubertierende Tochter zuhause und nimmt die selbsternannte Kollegin zunächst nicht ernst. Aber dann findet Kyra eine Spur – und gerät selbst ins Visier des Täters, dessen Blutgier noch lange nicht gestillt ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Gelingt es Mertens den Mörder zu fassen, bevor es zu spät ist?

Für meine Wahlheimat hatte ich lange Zeit kein Buch für die Weltlesereise. Ich kann ein Bisschen Niederländisch. Mein Plan war ursprünglich zu warten bis ich besser niederländisch spreche und dann ein Buch auf Niederländisch zu lesen. Diese Pläne änderten sich, als meine Mutter und meine Oma beide die Bücher von Isa Maron lasen und mir berichteten, wie toll sie diese fanden. Die Autorin war mit ihrer Krimireihe über Maud Martens und Kyra Slagter in den Niederlanden erfolgreich. Nun erschien die Reihe auf Deutsch.
Die Geschichte spielt in Amsterdam, wobei es nicht viel von den touristischen Seiten der Stadt zusehen gibt. Stattdessen liegt der Fokus auf den Wohngegenden der Stadt. Dort ist Maud Mertens die Leiterin der örtlichen Mordkommission. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Ehenmann und ihrer rebellischen Tochter in der Stadt. Mertens wird damit beauftragt, die Ermittlungen in einem grausamen Mordfall zu leiten. Bald tauchen weitere Leichen auf und es wird deutlich, dass es sich um einen Serienmörder handelt. Kyra Slagter ist Abiturientin, fasziniert von Verbrechen und will später Polizistin werden. Dafür gibt es persönliche Gründe, denn vor einigen Jahren verschwand ihre ältere Schwester spurlos. Kyra sucht alleine nach Spuren, um herauszufinden, was passierte. Bei dem Ermordeten, dessen Leiche am Anfang des Romans gefunden wurde, handelte es um ihren Kunstlehrer. So hat sie ein persönliches Interesse an dem Mord und versucht in dem Umfeld ihrer Schule zu ermitteln.
Leider konnten mich weder Maud Mertens noch Kyra Slagter als Charaktere sonderlich begeistern. Kyras Verhalten konnte ich häufig nicht nachvollziehen. Als die Polizei an ihrer Schule ermittelt, bricht sie in den Raum, in dem ihr verstorbener Lehrer unterrichtete ein. Von dort klaut sie ein Bild, weil sie glaubt, dass es relevant für die Ermittlungen ist. Sie will nicht, dass die Polizei es findet, da sie den Mörder vor der Polizei finden will. Ähnlich Vorfälle gibt es öfters. Kyra behindert die Ermittlungen und gibt Informationen nicht an die Polizei weiter, weil sie schneller als diese sein will. Sie denkt nicht an die Angehörigen der Toten, oder daran, dass die Informationen wichtig für die Polizei sein könnte. Es geht ihr nur um ihr eigenes Ego und darum die erste zu sein den Mörder zu sein. Dieses Verhalten fand ich ehrlich gesagt extrem kindisch und egoistisch.
Über Maud Mertens erfuhr ich in dem Roman kaum etwas, außer dass sie aktuell eine schlechte Beziehung zu ihrer Tochter hat. Ansonsten blieb sie als Protagonistin eher blass. Als Ermittlerin war sie (wie die gesamte Polizei) auch nicht gerade kompetent. Sie schien in keinem der Morde richtig zu ermitteln. Kyra, die keinerlei Training als Ermittlerin hatte, recherchierte über jede Menge Aspekte im Leben der Toten, an das die Polizei noch nicht dachte. Das sich eine 18-Jährige bei den Ermittlungen besser anstellte, als Dutzende von Polizisten hielt ich für unglaubwürdig. Wer der Mörder ist, wurde gegen Mitte des Romans offensichtlich, wodurch der Roman für mich an Spannung verlor. Die Polizei musste sich trotzdem auf Kyra verlassen und schaffte es nicht, eigenhändig seine Identität herauszufinden.
Zwischen den Kapiteln über Kyra und Maud gab es Kapitel über Kyras verschwundene Schwester, die stark vernachlässigt und verwirrt in England auftaucht. Diese Kapitel gefielen mir gut und machten Lust auf mehr. Ich war stark gespannt zu erfahren, was mit Kyras Schwester passiert war. Hier kam im Gegensatz zu den anderen Stellen des Romans das Talent der Autorin durch.
Alles in allem konnte mich Dunkle Flut nicht begeistern. Die Charaktere waren farblos und die Ermittlungen unglaubwürdig und kaum spannend.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.