Haifa Tag 2

Hallöchen zusammen,

zum ersten Mal seit Langem gibt es einen Reisebeitrag von mir. Ich schaffte es vorher nicht, diesen zu schreiben, da die Reisebeiträge aufwendig sind. Ich hatte in den letzten Wochen keine Zeit einen dieser Beiträge zu verfassen. Jetzt ging es endlich. Heute geht es um meinen zweiten Tag in Haifa. Wenn ihr euch in Erinnerung rufen wollt, was ich an meinem ersten Tag in Haifa machte, könnt ihr das hier nachlesen.

Nachdem ich morgens gefrühstückt hatte, ging ich zu den Bahaigärten. Ich hatte am Tag zuvor einen kleinen Teil der Bahaigärten gesehen und wollte mir den Rest anschauen. Dieser Teil lag nicht weit von meiner Unterkunft. Der Bereich der Bahaigärten war schön, aber ich konnte wieder nicht die gesamten Bahaigärten besichtigen. Stattdessen war es nur möglich, von einer Plattform aus den Rest der Bahaigärten zu sehen. Es ist anscheinend von einem der Eingänge aus möglich den gesamten Bereich der Bahaigärten zu betreten. Vorausgesetzt man kommt zu der richtigen Zeit. Allerdings gibt es mehrere verschiedene Eingänge und ich war nicht an dem Richtigen. Da ich mehrere Eingänge der Gärten besucht hatte, hatte ich keine Lust weiter nach dem Richtigen zu suchen. Trotzdem hatte ich von der Plattform aus einen guten Blick auf de Bahaigärten.

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Von den Bahaigärten aus ging ich weiter zum Kloster Stella Maris. Stella Maris ist ein katholisches Kloster, welches sich hoch auf dem Karmelberg befindet. Es wurde in meinem Reiseführer empfohlen und ist ein beliebtes Touristenziel.  Das Kloster hatte eine große Kirche. Diese ist zwar schön, aber sie ist nicht Besonderes, wenn man viele andere Kirchen kennt.

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Das Kloster von Außen

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Die Kirche von Innen

Anschließend besuchte ich mein Hauptziel für den Tag, welches sich außerhalb von Haifa befand. Mein Ziel war das Dorf Daliyat al-Karmel, welches ca. 20 km süd-östlich von Haifa liegt. Von Haifa aus fahren regelmäßig Busse dahin. Daliyat al-Karmel hat 17.00 Einwohner, die größtenteils Drusen sind.  Damit ist es die größte von Drusen bewohnte Stadt in Israel. Drusen sind die Mitglieder einer ethno-religiösen Gruppe, die im 11. Jahrhundert als eine Abspaltung des Shia Islam entstand. Die Drusen glauben an Wiedergeburt, aber der Großteil ihrer religiösen Lehre wird Außenstehenden gegenüber geheim gehalten. Der Großteil der Drusen lebt heute im Libanon, Syrien und Israel.

In Israel leben heute ca. 143.000 Drusen. Drusen verhalten sich dem Staat, in dem sie Leben gegenüber loyal. Im Falle Israels arbeiteten sie vor der Staatsgründung mit dem Yishuv zusammen. Viele von ihnen kämpften später im israelischen Unabhängigkeitskrieg in der israelischen Armee. Heutzutage gibt es eine überproportional hohe Anzahl an Drusen im israelischen Parlament oder in hohen Positionen im Staat.  Außerdem sind männliche Drusen zum Dienst in der israelischen Armee verpflichtet, was bei anderen Minderheiten nicht der Fall ist. Dort werden sie häufig Mitglied in Spezialeinheiten oder in gelangen in hohe Positionen. 

Die Drusen leben vor allem im Norden Israels und sind bekannt für ihre Gastfreundschaft. Diese wurde mir dort auch zu Teil.  Fast jeder Mensch, dem ich auf der Straße begegnete, war freundlich zu mir, auch wenn viele der Einwohner kein Englisch sprachen. In dem Dorf gab es sightseeingmäßig nicht viel zu sehen, aber es herrschte eine nette Atmosphäre. Als ersten ging ich zu einem Schrein an den Ausläufern des Dorfzentrums.

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Der Eingang zum Schrein
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Das Innere des Schreins

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Über die Religion der Drusen kann ich euch nicht viel mitteilen, das sie, wie oben erwähnt, geheim ist. Der Stern über dem Eingang des Schreins ist ein Symbol der Drusen. Die Farben des Sterns seht ihr auf dem dritten Foto, welches die Flagge der Drusen zeigt. Jede der Farben symbolisiert eine metaphysische Macht.

Grün = Universeller Verstand/ Intelligenz

Rot = Universelle Seele

Gelb = Das Wort

Blau = Das Potenzial

Weiß = Die Zukunft

Als Nächstes plante ich zu einem kleinen Museum über die Kultur und Geschichte der Drusen gehen. Leider schien es nicht mehr zu existieren. Auf meiner Suche nach dem Museum fand ich durch Zufall ein Restaurant. Es lag auf einer Seitenstraße und war kaum ausgeschildert. Stattdessen stand ein älterer Mann am Eingang und fragte mich, ob ich Essen wollte. Diese Einladung nahm ich gerne an. Das Restaurant wurde von einem Ehepaar quasi im Hinterhof ihres Hauses betrieben. Die Ehefrau kochte und der Mann war Kellner und unterhielt die Gäste. Im Essbereich hingen zahlreiche Objekte mit drusischen Symbolen und Fotos von den religiösen Anführern der Drusen bei wichtigen Ereignissen, wie zum Beispiel beim Besuch des ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat in Israel.

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Es gab in dem Restaurant keine Karte. Stattdessen bekam ich das Standardmenü bestehend aus Salat, zahlreichen Dips, Fladenbrot und Pommes. Dazu gab es eine hausgemachte Limonade. Das Essen war so lecker, wie es auf dem Foto aussieht. Leider schaffte ich nicht alles zu essen, denn das Mahl reichte für 2.

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Nach dem leckeren Essen fuhr ich zurück nach Haifa in mein Hostel. Von da aus ging es am nächsten Tag nach Jerusalem weiter.

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