Die Tensorate Reihe von Jy Yang

Letztes Jahr las ich The Black Tides of Heaven von Jy Yang, welches ich mochte. In den vergangenen Wochen las ich die Folgebände der  Tensorate Reihe. Anstatt jede Novelle einzeln zu rezensieren, entschied ich mich alle in einem Beitrag zu rezensieren.

The Red Threads of Fortune

Titel: The Red Threads of Fortune
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 214
Format: E-Book
Verlag: Tor
Erscheinungsjahr: 2017
Reihe: Tensorate Series

Inhalt: Der zweite Band der Tensorate beginnt ein paar Wochen nach den Ereignissen von The Black Tides of Heaven. Die Protagonistin ist Akehas Zwillingsschwester Mokoya, auch bekannt als Prophetin. Nach dem Tod ihrer Tochter ließ sie ihr altes Leben zurück und lebt als Nagajägerin in der Wildnis. Dort trifft sie auf die mysteriöse Person Rider, welche zahlreiche Geheimnisse hat und eine besondere Form der Magie beherrscht. Dann erfährt sie, dass ein Riesennaga die rebellische Stadt Bataanar bedroht. In dieser Situation könnte Sanao ihre prophetische Gabe helfen, doch diese beherrscht sie nicht mehr.

Meinung: The Red Threads of Fortune fand ich schwächer als seinen Vorgänger, trotzdem war es eine gute Novelle. Dies lag vor allem daran, dass ich Mokoya als Protagonistin weniger mochte als Akeha. Jedoch ist dies Geschmackssache. Mit Rider wurde ein interessanter neuer Charakter eingeführt. Rider ist, wie Jy Yang non-binary. Bisher ging der Roman innovativ mit dem Thema Gender um, aber es gab noch keine Charaktere, die non-binary waren. Die Einführung Riders nutzt Jy Yang, um sich tiefer mit nicht-binären Geschlechtern zu befassen. An dieser Stelle setzt sich die Novelle an dieser Stelle mit Pronomen und der Verwendung richtiger Pronomen auseinander. Hier macht Yang explizit, dass die Verwendung falscher Pronomen verletzlich ist. Zusätzlich enthält The Red Threads of Fortune eine polyamoröse  Beziehung.

Zusätzlich zu den Themen Gender und Beziehungen behandelt The Red Threads of Fortune Trauma und Verlust. Mokoya leidet unter dem Verlust ihrer Tochter, welcher sie stark traumatisierte und ihre Fähigkeit die Zukunft zu sehen blockierte. Sie versucht sämtlichen Kontakt mit ihrer Familie und ihren Freund_innen zu meiden und ist komplett in sich selbst zurückgezogen. Jy Yang brachte das Trauma äußerst glaubwürdig rüber.

Neben dieser Auseinandersetzung mit sozialen Themen stellte die Novelle mehr von Jy Yangs Welt vor. The Red Threads of Fortune ist der einzige Band der Tensorate Reihe, welcher außerhalb des Tensorates spielt. Die Handlung der Novelle war ebenfalls spannend. Ruhigere Szenen über Mokoyas Trauma wechselten sich mit actionreichen Nagajagdszenen ab.

Insgesamt ist The Red Threads of Fortune eine tolles Buch, welche ich aufgrund der Protagonistin minimal schwächer als seinen Vorgänger fand.

The Descent of Monsters

Titel: The Descent of Monsters
Genre: Fantasy
Format: E-Book
Seitenzahl: 160
Verlag: Tor
Erscheinungsjahr: 2018
Reihe: Tensorate Series

Inhalt: Eine Katastrophe ereignete sich am Rewar Teng Institute of Experimental Methods. Als Ermittlerin Chuwan dort eintrifft entdeckt sie zahlreichen Leichen. Es sieht so aus, als ob ein Experiment fürchterlich schief lief. Chuwan versucht herauszufinden, was dort passierte, während ihre Vorgesetzten versuchen ihre Ermittlungen zu behindern.

Meinung: The Descent of Monsters ist in einem anderen Format geschrieben als die beiden ersten Novellen. Die Novelle besteht aus den Ermittlungsberichten von Chuwan, sowie Briefen an ihre Vorgesetzten und ihre Geliebte. Dies mag auf den ersten Blick merkwürdig klingen, aber es war toll und passte zu Jy Yangs Stil. Zudem wechselte der Stil innerhalb zwischen den unterschiedlichen Briefen und den Ermittlungsberichten. Die Briefe an Chuwans Vorgesetzte sind formal. Die Briefe an ihre Geliebte waren dagegen persönlicher sind und ihre Frustration gegenüber ihren Vorgesetzten deutlich machen. Sie geben einen Einblick in ihre Gedanken und zeigen ihren Drang als Ermittlerin die Wahrheit herauszufinden.

Auf den ersten Blick klingt die Geschichte nicht spannend, da man als Leser_in weiß wie sie enden wird. Der englische Klappentext verrät bereits, dass Chuwan sterben wird. Dennoch gelang es Yang die Geschichte spannend zu machen. Die Novelle war so gestaltet, dass ich mich als Leserin die ganze Zeit fragte, wie es kam, dass Chuwan starb und wie die Ermittlungen verlaufen. Yang gelangen hier originelle Twists.

Ich habe auch ich einen Kritikpunkt an The Descent of Monsters: Das Ende der Novelle wirkte gehetzt. Die Verschiedenen Mysterien wurden schnell geklärt und waren mir teilweise nicht klar genug. Hier hätte ich gerne eine längere und ausführlichere Erklärung gehabt.

Trotz diesen kleinen Kritikpunkts war The Descent of Monsters eine gelungene Novelle, an der mir vor allem das ungewöhnliche Format gefiel.

The Ascent to Godhood

Titel: The Ascent to Godhood
Genre: Fantasy
Format: E-Book
Seitenzahl: 122
Verlag: Tor
Erscheinungsjahr: 
Reihe: Tensorate Series

Inhalt: Die Protektorin ist tot. Die Bevölkerung freut sich, dass die Tyrannin endlich tot ist und die Rebellen haben gewonnen. Lady Han, die Anführerin der Rebellion, sollte sich freuen. Stattdessen sitzt sie in einer Taverne und betrinkt sich vor Trauer. Was die wenigsten wissen ist, dass sie die Geliebte der Protektorin war.

Meinung: The Ascent to Godhood ist für mich der beste Teil der Tensorate Reihe. Zu Beginn der Geschichte sitzt die Rebellenführerin Lady Han in einer Taverne und erzählt der geliebten von Chuwan ihre Lebensgeschichte. Chuwans Geliebte wird hier, stellvertretend für die Leser_innen, in der 2. Person angeschrieben. Manche Leser_innen dürfte dies an die Kingkiller Chronicle von Patrick Rothfuss erinnern. So unterscheidet sich die Novelle stark von ihren Vorgängern. Das Experiment mit verschiedenen Schreibtechniken passt zu Jy Yangs Stil.

Gleichzeitig brachte es die Gefühle von Lady Hang gut herüber. Diese sind ein totales Chaos. Zum einem rebellierte sie gegen die Protektorin, zum anderen war diese ihre große Liebe. Die Geschichte beginnt mit Lady Hans Kindheit in einem Bauerndorf, zeigt wie sie in die Hauptstadt kommt, zur Geliebten der Protektorin und schließlich zu ihrer Erzfeindin wurde. Das mag nach Handlung für einen Roman klingen, aber Yang schafft es dies auf 122 Seiten zu erzählen.

Dabei wird ein tiefer Einblick in die Protektorin gegeben. In den ersten beiden Novellen, in welchen die Protagonist_innen ihre Kinder waren, erfuhren die Leser_innen nicht viel über sie. In allen anderen Novellen war die Protektorin eine unnahbare Figur über die wir nicht viel erfuhren. The Ascent to Godhood zeigt sie als richtigen Mensch mit Gefühlen. Die Novelle erklärt anschaulich, wie sie zu der brutalen Diktatorin wurde. Lady Han ist ebenfalls eine  faszinierende Figur mit einem interessanten Leben und einem komplexen Charakter.

Das Beste an der Novelle ist die emotionale Ebene. Yang gelingt es fantastisch die gemischten Emotionen Lady Hangs herüberzubringen. Im Mittelpunkt steht hier ihre Beziehung zu der Protektorin. Ich bin kein Fan von Romanzen, aber ich fand die Beziehung der beiden war gut geschrieben. Es war nachvollziehbar wieso sie sich in Lady Han verliebte und was zu der Trennung der beiden führte. Ich werde hier nicht verraten, was es war. Die entsprechenden Szenen waren emotional fantastisch geschrieben und lösen ein regelrechtes Gefühlschaos in den Leser_innen aus.

The Ascent to Godhood ist eine emotionale Geschichte, mit faszinierenden Charakteren und einem tollen Schreibstil, welche die Tensorate Reihe gelungen abrundet.

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