The City of Brass von S.A. Chakraborty

Titel: The City of Brass
Genre: Fantasy
Länge: 576 Seiten
Format: E-Book
Verlag: Harper Voyager
Erscheinungsjahr: 2018
Reihe: Daevebad Trilogie
Inhalt: Die junge Nahri wächst im Kairo des 18. Jahrhunderts auf. Sie ist eine begabte Heilerin, doch verdient ihr Geld hauptsächlich als Trickbetrügerin. Obwohl ihre Verletzungen unnatürlich schnell heilen und sie automatisch alle Sprachen verstehen kann, glaubt sich nicht an Magie. Dann ruft Nahri bei einer Heilung aus Versehen den Dschinn Dara herbei, der ihr von magischen Wesen berichtet und ihr erklärt, dass sie von einer mächtigen Dschinnfamilie abstammt. Dara bringt Nahri nach Daevebad, der uralten Hauptstadt der Dschinn, in der ein jahrhundertealter Krieg unter der Decke schlummert.
Zu The City of Brass gab es letztes Jahr zahlreiche positive Rezensionen. Ich fand, dass das Buch gut klang, also kaufte ich es mir. Danach vergas ich es auf meinem SuB. Als ich es im April las, wusste ich nicht mehr, wovon der Roman handeln sollte. Dafür überraschte mich The City of Brass positiv, den es war mein Lesehighlight des bisherigen Jahrs. Mittlerweile fing ich an den zweiten Band der Daevebad Trilogie zu lesen.

Das Worldbuilding ist fantastisch und es fällt hier auf, dass die Autorin gut recherchierte. Der Beginn der Geschichte spielt im Kairo des 19. Jahrhunderts, der Stadt in der Chakraborty studierte. Daevebad und die Welt der Dschinn scheint von verschiedenen Kulturen des Nahen Ostens beeinflusst zu sein. Die Autorin verbindet hier gelungen Fakten und Fiktion. Zum Beispiel wird gezeigt wie Osmanen und Franzosen um die Herrschaft über Ägypten kämpfen, aber beide von der örtlichen Bevölkerung gehasst werden. Außerdem kommt die Welt farbenfroh und magisch herüber. Detaillierte Beschreibungen lassen sie beinahe echt wirken und ich wurde beim Lesen nahezu in Kairo und Daevebad reingezogen. Die Städte und Landschaften wirkten so echt, dass ich das Gefühl hatte durch sie zu laufen.
Zusätzlich entwickelte Chakraborty interessante Fabelwesen und eine faszinierende Mythologie. Diese magische Welt entdecken die Leser_innen gemeinsam mit der Protagonistin Nahri, was es einfacher macht sie zu verstehen. Dennoch musste ich manchmal das Glossar zurate ziehen um die verschiedenen magischen Wesen und Dschinnstämme zueinanderzuhalten. Zudem schwellen in Daevebad jahrhundertealte Konflikte, in denen zahlreiche historische Persönlichkeiten eine rolle Spielen, doch diese erklärt die Autorin gelungen.
Ein weiteres Highlights des Romans waren die Charaktere. Auch wenn ich nicht alle von ihnen mochte, waren sie alle facettenreich. Sie waren facettenreich und beim Lesen lernte ich ständig neue Seiten von ihnen kennen. Dies führt dazu, dass ich ein und denselben Charakter manchmal toll fand und manchmal hasste. Es gab keinen Charakter, den ich langweilig fand.
Nahri war eine wunderbare Protagonistin. Sie war selbstbewusst und ließ sich nichts von Männern vorschreiben. Sie war schlagfertig und neugierig, gleichzeitig mitfühlend und voller Zweifel. Zu den beiden männlichen Protagonisten wechselte meine Meinung ständig. Es brauchte seine Zeit bis ich mit Ali warm wurde, da dieser anfangs wie ein religiöser Fanatiker und unhöflich wirkte. Nachdem ich ihn besser kennengelernt hatte, fing ich an ihn mehr zu mögen. Bei dem mysteriösen Dara war es umgekehrt.
Die Nebencharaktere waren ebenfalls gut ausgearbeitet. Selbst jene die kurz vorkamen, waren facettenreich und hatten alle ihre Geheimnisse. Gleichzeitig waren die Charaktere divers. Der Großteil der Charaktere waren, wie die Autorin, Muslim_innen. Es war erfrischend muslimische Charaktere und einen nicht westlich geprägten Fantasyroman zu lesen. Zusätzlich gab es in dem Buch einen jüdischen sowie bi- und homosexuelle Charaktere.
Die Handlung von The City of Brass war ein gelungener Mix aus Action, Intrigen und emotionalen Beziehungen. Es gab schnellere und langsamere Kapitel, jedoch war mir zu keinem Zeitpunkt langweilig. Hier war es einzigartig wie Chakraborty bei den verschiedenen Intrigen und Konflikten verschiedene Parteien aufführte. Ich sympathisierte mit Teilen ihrer Agenda, während ich andere Teile abstoßend fand. Das Buch war durchweg spannend. Die letzten Kapitel des Romans lasen sich wie eine emotionale Achterbahnfahrt, so rasant und mitnehmend waren sie. In ihnen gab es zahlreiche überraschende Twists und einen gelungenen Cliffhanger. Trotz des Cliffhangers war das Ende für den Roman passend und machte Lust auf mehr.
Der Schreibstil war ebenfalls angenehm. Er war bildlich und brachte die Welt und die Charaktere gut herüber. Zusätzlich möchte ich anmerken, dass sich The City of Brass gut für Leser_innen eignet, die von YA zu Erwachsenenfantasy wechseln, eignet. Die Charaktere sind zwischen 18 und 20, Der Roman enthält einige Kampfszenen und härtere Momente, aber ist nicht zu  brutal und es gibt Romance ohne Sexszenen. Zudem spielt die Autorin mit einigen bekannten Tropes, wie der der Waisin, die in Wahrheit die Erbin einer mächtigen Familie ist, doch sie greift nicht zu stark in die Clischeekiste. Das Buch sollte sowohl Jugendliche als auch Erwachsene ansprechen und ich denke, es ein guter Einstieg in die Erwachsenenfantasy ist.
Insgesamt ist The City of Brass ein wunderbarer Roman, mit einer einzigartigen Welt und tollen, diversen Charakteren, an dem ich nichts auszusetzen habe.
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2 Gedanken zu “The City of Brass von S.A. Chakraborty

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