Oman: Celestial Bodies von Jokha Alharthi

Titel: Celestial Bodes
Genre: Belletristik
Länge: 256 Seiten
Format: E-Book
Verlag: Sandstone press
Erscheinungsjahr: 2018
Übersetzerin: Marilyn Booth
Seit ich vor ein paar Jahren eine Reisereportage über den Oman sah, möchte ich in das Land reisen. Ein Buch aus diesem Land zu lesen, interessierte mich deshalb. Oman ist eines der Länder, zu dem sich nicht viele übersetzte Bücher  finden lassen. Vor ein paar Monaten entdeckte ich durch Zufall Celestial Bodes von Jokha Alharthi. Der Roman klang auf den ersten Blick vielversprechend. Er sollte von drei Schwestern handeln und ihre Geschichte über mehrere Jahrzehnte begleiten. Der Klappentext versprach, dass dabei die Geschichte und der Wandel der omanischen Gesellschaft beleuchtet werden. Zusätzlich steht das Buch auf der Shortlist des Man Booker International Prize. Ich hatte hohe Erwartungen an Celestial Bodies. 

Leider konnte der Roman meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Das Buch war die bisherige Leseentäuschung des Jahres. Die erste große Enttäuschung war, dass das nicht hält, was der Klappentext verspricht. Die wichtigste Figur des Romans war nämliche nicht eine Frau, sondern der Ehemann einer der Frauen. Der Klappentext verspricht eine Geschichte, über das Leben von Frauen im Oman und handelt dann von einem Mann namens Abdallah. Viele, aber nicht alle Kapitel des Romans sind aus Abdallahs Perspektive geschrieben und werden aus der ich Perspektive erzählt.

Abdallah ist  nicht der einzige Erzähler des Romans. Weitere Kapitel werden aus den Perspektiven anderer Charaktere erzählt. Darunter die drei Schwestern, andere Familienmitglieder, Nachbarn und Hausangestellte. Die Kapitel dieser Charaktere sind in der dritten Person geschrieben. Ich habe die Anzahl der Perspektiven nicht gezählt, aber der Roman wird  aus der Perspektive von 10 oder mehr verschiedenen Charakteren erzählt.

Dies führte zu mehreren meiner Probleme mit dem Roman: Zum einem, war es schwierig den Überblick über die Charaktere zu behalten. Ich bin an Geschichten mit vielen Charakteren gewohnt.  In Celestial Bodies wechselten die Perspektiven oft und manche Charaktere tauchten nur in einer Szene auf. Dies machte es fast unmöglich den Überblick zu behalten. Um zu helfen gibt es einen Stammbaum über die Familie der drei Schwestern. Dieser half nur bedingt, denn nicht alle Charaktere, die in den Büchern vorkommen, sind Familienmitglieder. Ein weiteres Problem mit den Perspektivwechseln ist, dass die meisten Charaktere kurz vorkommen. Dadurch ist es kaum möglich sie gut kennenzulernen und ins Herz zu schließen. Es gab keinen Charakter, mit dem ich mitfieberte, da alle kurz vorkamen.

Neben den Charakteren wechselte die Zeit ständig. Es gab zwischen jedem Kapitel oder manchmal innerhalb eines Kapitels Zeitsprünge. Es kamen Szenen aus Abdallahs Kindheit, dann Szenen in denen seine eigenen Kinder erwachsen waren und danach wieder Szenen aus seiner Kindheit. Aus diesem Grund fiel es mir schwer der Handlung zu folgen. Gemeinsam mit den vielen Charakteren sorgte dies dafür, dass ich verwirrt war.

Zusätzlich störte mich an Celestial Bodies, dass der Roman keine wirkliche Handlung hatte. Er berichtet aus dem Alltagsleben der Charaktere, aber es gibt kein Problem, vor dem die Charaktere stehen. Es sind normale Alltagsgeschichten über die Beziehungen der Charaktere. So war der Roman nicht nur verwirrend, sondern langweilig.

Leider kann ich über den Schreibstil des Romans ebenfalls nichts Positives berichten. Er wirkte grob und ich hatte an mehreren Stellen das Gefühl, dass gewisse Wörter nicht passten. Dies könnte an der Übersetzung gelegen haben, denn bereits bei Girls of Riyadh  fand ich, dass der Text sich nicht gut lesen ließ. Möglicherweise ist arabisch schwierig ins Englische zu übersetzen.

Einen positiven Aspekt hatte Celestial Bodies dennoch. Es gibt einen kleinen Einblick in die omanische Gesellschaft und zeigt, wie diese sich im Zuge der Modernisierung wandelt, wie mehr Menschen in die Städte ziehen und englisch im Land weiter verbreitet wird. Außerdem zeigt es wie in dem Land mit der Sklaverei und ihrer Abschaffung, umgegangen wird.

Insgesamt war Celestial Bodies ein enttäuschender Roman mit einer verwirrenden und langweiligen Handlung, sowie Charaktere, die mich kaum interessierten. Diese Aspekte machten es zu meiner bisherigen Leseenttäuschung des Jahrs.

 

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2 Gedanken zu “Oman: Celestial Bodies von Jokha Alharthi

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