Tel Aviv Tag 1

Hallöchen ihr Lieben,

jetzt gibt es seit längerer Zeit wieder einen Artikel über meinen Israelaufenthalt. Heute möchte ich euch über zwei Tage berichten, die ich in Tel Aviv verbrachte. An diesen beiden Tagen machte ich gemeinsam mit Shahar Ausflüge. Shahar ist eine gute Freundin von mir, die ich während meines Studiums kennenlernte. Sie kommt ursprünglich aus Israel, aber wohnt inzwischen im Ausland. Im November kehrte sie für ein paar Tage nach Israel zurück und wir beschlossen uns in dieser Zeit zu treffen. Während meines Tel Aviv Besuchs durfte ich freundlicherweise bei ihren Großeltern übernachten, die in der Nähe von Tel Aviv wohnen. Ich war an einen Samstagabend nach Tel Aviv gefahren und unsere Ausflüge begannen am Sonntag.

An diesem verwöhnte uns Shahars Großmutter mit einem leckerem Frühstück, einschließlich Salat und Pita. Anschließend fuhr uns Shahars Großvater in die Stadt. Wir besuchten als Erstes den Shuk HaCarmel (Carmel-Mart). Dies ist der größte Markt in Tel Aviv. Den Markt gibt es bereits 1920 und er ist sowohl bei Tourist_innen als auch bei Einheimischen beliebt. Dort werden vor allem Obst, Gemüse und Gewürze, aber auch jede Menge Gewürze verkauft. Wir waren vormittags dort, als es noch vergleichsweise leer war. Zu späteren Tageszeiten befinden sich dort regelrechte Menschenmassen.

Wir kauften uns auf dem Markt Armreifen und probierten Essen und Trinken an verschiedenen Ständen. An einem kauften wir uns Granatapfelsaft, an einem anderen Baklava und an einem weiteren Brot. Das Essen und Trinken war fantastisch. Man sollte allerdings Süßes mögen, da viele der Gebäckstände, sehr süßes Gebäck verkaufen. Zusätzlich gibt es zahlreiche andere Händler, die warme Mahlzeiten aus den verschiedensten Ländern verkaufen. Ich entdeckte auf dem Markt zum Beispiel Stände mit venezolanischen, drusischen oder thailändischen Spezialitäten. Hinter vielen Ständen befinden sich Geschäfte oder Restaurants. So besuchte ich bei einem anderen Tel Aviv Besuch einige Monate später ein Hummusrestaurant am Markt, in dem mir ein fantastischer Hummus serviert wurde.

Shahar und ich gingen den Markt mehre Male auf und ab, aßen unser Essen und bewunderten die farbenfrohen Stände.

20181118_101729
Gewürzstände auf dem Shuk HaCarmel

20181118_104551

20181118_104103
Baklava für zwischendurch

Vom Markt ging es weiter an den Strand, der ca. 5 Minuten Fußweg entfernt liegt. Wie in meinem letzten Reisebericht geschrieben , ist der Strand wunderschön und als wir dorthin gingen, war es leerer. Wir hatten keine Badesachen dabei, aber wir stellten uns mit den Füßen ins Wasser und kletterten auf Felsen am Strand herum. Dabei erhielt Shahar die ganze Zeit von Familienmitgliedern Anrufe. Diese wussten alle, dass ich in Tel Aviv und wollten uns alle Tipps geben, was wir machen sollten oder wie wir von einem Ort zum anderen kamen. Dies geschah obwohl der Großteil von ihnen mich nie getroffen hatte.

20181118_115656

Als Nächstes spazierten wir an der Strandpromenade entlang nach Jaffa. An der Promenade hat man in die eine Richtung einen Blick auf Tel Aviv und in die andere auf die Altstadt von Jaffo. Auf der einen Seite liegen Hochhäuser und auf der anderen uralte Bauten. Die Landschaft und Atmosphäre während des Spaziergangs war schön und der Blick atemberaubend. An der Promenade schlendern viele Israelis und Toursti_innen entlang. An ihr liegen zudem zahlreiche Grünflächen, auf denen Einheimische und Tourist_innen picknicken, lesen oder anderen Aktivitäten nachgehen.

20181118_120135

P1060205

20181118_120629

Nach ca. einer halben Stunde kamen wir in Jaffa an. Während Tel Aviv 1909 gegründet wurde, ist Jaffa fast 4.000 Jahre alt. Die Stadt war lange Zeit einer der größten Häfen in der Region und kommt in der Geschichte von Jonah und der Wal vor. Über die Jahrhunderte wurde sie, wie der Rest des Landes, von unterschiedlichen Herrschern regiert. Als Tel Aviv gegründet war es ein jüdischer Nachbarort der arabischen Stadt Jaffa. Heute gehört Jaffa zum Bezirk Tel Aviv und dort leben Muslim_innen, Christ_innen und Jüd_innen. Es gibt dort nebeneinander Moscheen, Synagogen und Kirchen. Von der Stadt aus hat man einen atemberaubenden Blick auf das moderne Tel Aviv und das Mittelmeer.

20181118_130317

20181118_130656
Die al-Bahr Moschee. Die älteste Moschee in Jaffa
P1060212
Die von den Franziskanermönchen betriebene St. Petruskirche
P1060215
Der uralte Hafen von Jaffa

Von der Promenade aus gingen wir in die Gassen der Altstadt. Diese waren klein und verwinkelt. An den Rändern der Gassen liegen alte Häuser, die teilweise mehrere Jahrhunderte alt sind, in denen noch immer Familien wohnen. Witzig war, dass es Gassen gab, die alle nach Sternzeichen benannt waren.

20181118_130747

An den Wohnhäusern vorbei gelangten wir ins Zentrum der Altstadt, wo viele Souvenirshops und Restaurants liegen. Wir hielten an der Abouelafia Bäckerei, die sich an ihrem jetzigen Standort bereits 1879 befindet und ein Familienbetrieb ist. In der Bäckerei gibt es eine große Auswahl an Broten und Gebäck, von dem wir uns unterschiedliche kauften. Ich kaufte mir eine leckere mit Käse überbackende Pita.

P1060224
Die Geschäftsmeile von Jaffa

In der Altstadt setzten wir uns am Uhrturm von Jaffa hin und aßen unsere Brote. Der Glockenturm wurde 1900, als das heutige Israel noch zum Osmanischen Reich gehört, gebaut und ist eines der Wahrzeichen von Jaffa.

P1060227
Der Glockenturm von Jaffa

P1060231

Nachdem wir unsere Brote gegessen hatten, entschlossen wir uns wieder nach Tel Aviv zurückzugehen. Ich hätte jedoch noch mehr Zeit in Jaffa verbringen können. Die Altstadt ist überaus schön und es gibt da viele Dinge zu sehen. Ich schätze, ich werde Jaffa in einem meiner zukünftigen Tel Aviv Besuche noch einmal besuchen.

Auf unserem Rückweg schlenderten wir wieder an der Strandpromenade entlang und liefen zu einem Busbahnhof, der sich in der Nähe vom Shuk HaCarmel befindet. Unser nächstes Ziel lag zu weit entfernt , um zu laufen. Es dauerte eine Weile, bis wir herausgefunden hatten, welchen Bus wir nehmen mussten. Hier war es gut, dass ich Shahar dabei hatte, denn in israelischen Bussen werden die Haltestellen nur auf Hebräisch und Arabisch angezeigt.

Wir stiegen am Rabinplatz auf. Dies ist der größte Platz in Tel Aviv. Er ist von zahlreichen Geschäften und Restaurants umgeben und liegt am Rathaus von Tel Aviv. Heute finden dort häufig politische Veranstaltungen statt und er dient regelmäßig als Schauplatz für Massendemonstrationen. Auf dem Platz steht ein großes Holocaustdenkmal, welches der israelischen Künstler Yigal Tumarkin gestaltete.

P1060236
Das Holocaustdenkmal auf dem Rabinplatz
P1060239
Der Rabinplatz

Am 04.11.1995 wurde auf dem Platz, der damals noch einen anderen Namen trug, der damalige israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin, am Rande einer Friedenskundgebung von einem jüdischen Extremisten ermordet. Ein Graffiti, das anschließend von Trauernden gesprayt wurde, blieb erhalten, außerdem befindet sich am Rande des Platzes ein Denkmal für Yitzhak Rabin.

P1060245
Das Graffiti der Trauernden
P1060241
Das Denkmal für Yitzhak Rabin

Vom Rabinplatz aus fuhren wir weiter zu einer Shoppingmall, die außerhalb der Touristenorte von Tel Aviv liegt. Ich kaufte mir in der Mall für einen relativen günstigen Preis eine tolle Jeans. Eigentlich waren wir da, weil die Mall in der Nähe der Wohnung von Shahars anderen Großeltern lag. Diese waren noch unterwegs, als sie zurückgekommen waren, gingen wir von der Mall in die Wohnung.  Da sie kein Englisch sprachen, konnte ich mich nicht mit ihnen Unterhalten, aber Shahar übersetzte für mich.  Die Großmutter hatte Hühnchen nach einem irakischen Rezept zubereitet, was wirklich schmeckte. Es wurde spät, also holte uns Shahars anderer Großvater ab und fuhr mit uns zurück in sein Haus, wo wir übernachteten.

Insgesamt war dieser Tag in Tel Aviv richtig toll. Ich sah schöne Sehenswürdigkeiten, aß leckeres Essen und verbrachte ihn mit netten Menschen. Mein nächster Bericht wird von meinem zweiten Tag in Tel Aviv handeln.

Werbeanzeigen

9 Gedanken zu “Tel Aviv Tag 1

  1. Hallo Elisa!

    Das liegt nach einem ganz traumhaften Tag. Es ist immer toll, wenn man Freunde in anderen Ländern oder Städte besuchen kann. Auch wenn deine Freundin mittlerweile selbst wo anders wohnt, konnte sie dir bestimmt ganz tolle Einblicke geben.

    Liebe Grüße
    Sabrina
    #litnetzwerk

    Gefällt 1 Person

  2. Wenn ich die Fotos anschaue, bekomme ich richtig Lust, Israel zu bereisen.

    Deine Erzählungen vom Markt, insbesondere von den vielen Gewürzen, haben mich an meine Reise nach Ägypten erinnert, damals waren wir auch auf einem Markt und ich kann mich noch sehr gut an zwei Dinge erinnern, ganz viele Gewürze und blaues Pulver, dass man uns an das beste Waschmittel der Welt verkauft hat 🙂

    LG
    Daggi
    #litnetzwerk

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Daggi,

      danke für das liebe Kompliment. Israel ist wirklich ein lohnenswertes Reiseziel.
      In Ägypten war ich noch nicht, aber ich möchte da schon seit ich ein kleines Kind war. Das die Händler einem auf dem Markt, alles als Luxusprodukte verkaufen wollen, ist hier auch so. In Jerusalem kaufte ich mir einen Poncho und der Verkäufer versuchte mich zu überzeugen, dass er aus Kaschmir war 🙂

      LG
      Elisa

      Gefällt 1 Person

      1. Ich nehme mir ja immer vor, diese Länder zu bereisen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Mal sehen, ob ich bis dahin genug Kleingeld zusammen habe, um mir das auch alles leisten zu können 😉

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.