Weltfrauentag

Hallöchen ihr Lieben,

am Freitag war Weltfrauentag und ich entschloss mich  zu diesem Anlass einen Blogbeitrag zu verfassen. Leider schaffte ich es nicht, den Artikel rechtzeitig zu beenden, deshalb kommt er mit Verspätung. Zuerst hatte ich überlegt eine Liste mit Büchern zum Thema Feminismus zu veröffentlichen. Letztendlich entschied ich mich dagegen. Stattdessen möchte ich euch 19 verschiedene Frauen vorstellen, die 2018 oder in den ersten Monaten von 2019 Beeindruckendes leisteten und mehr Anerkennung verdienen. Dies können, Politikerinnen, Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen oder Künstlerinnen sein. Es ist wichtig, dass sie etwas Bemerkenswertes getan haben. Außerdem enthält diese Liste weitestgehend Frauen, die hier eher unbekannt sind, da ich  euer Augenmerk auf unbekannte Frauen lenken möchte. Ich hoffe, ich erweitere damit euer Wissen, über erstaunliche Frauen und diese werden euch inspirieren. Leider sind weitere Informationen zu den Frauen meist nur auf Englisch vorhanden. Kommen wir nun zu den Frauen.

TW: Kindesvernachlässigung, Antisemitismus, Gewalt, Suizid, Rassismus

Basima Abdulraham, Architektin (Irak)

Während Basima Abdulraham in den USA Architektur studierte griff der IS in ihrer Heimat zahlreiche Orte an. Sie hatte Angst um ihre Familie und Freunde. Außerdem befürchtete sie, dass fortan alle Iraker_innen nur noch mit der Gewalt und Ideologie des Islamischen Staats assoziert werden würden. Sie wollte etwas tun, um dieses Image zu ändern. In der Uni hatte sie von Nachhaltigem Bauen gehört. Bautechniken, deren Ziel es ist möglichst nachhaltig zu bauen, ressourceneffizient mit Energie, Wasser und Material umzugehen und schädliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt zu reduzieren.

Basima Abdulraham entwickelte die Idee, im Irak neue Häuser zu bauen und dies nachhaltig zu tun. Als sie in den Irak zurückkehrte, gründete sie die erste Firma für nachhaltiges Bauen im Irak. Außerdem veranstaltet sie Universitätsseminare über Nachhaltiges Bauen und organisierte einen Designwettbewerb. Sie hofft innerhalb der nächsten 10 Jahre eine Nachhaltige Stadt im Irak zu bauen. Ihr Aktivismus wurde international anerkannt und Anfang 2019 war sie die Co-Vorsitzende des Weltwirtschaftsforum in Davos.

Hier findet ihr ein deutschsprachiges Interview mit ihr.

Auf der Seite des Weltwirtschaftsforums ist ein englischsprachiger Bericht über sie.

In diesem Video erklärt sie auf Englisch, was sie motivierte im Bereich des Nachhaltigen Bauen zu arbeiten.

Abisoye Ajayi-Akinfolarin, Programmiererin  und Aktivistin(Nigeria)

Bereits als Kind entdeckte Abisoye Ayayi-Akinfolarin ihre Leidenschaft für Computer und nach ihrem Schulabschluss studierte sie am Nigerian Institute of Information Technology. Anschließend machte sie schnell Karriere aber entdeckte, dass Frauen im Techsektor stark unterpräsentiert sind. Aus diesem Grund kündigte sie ihren Job und gründete die Pearls Africa Foundation. Das Ziel der Stiftung ist es Mädchen, vor allem Mädchen aus ärmeren Gegenden, das Programmieren beizubringen und ihnen eine bessere Zukunft zu bieten.

Hier ist ein CNN Video über sie.

Die Website der Pearls Africa Foundation findet ihr hier 

Svetlana Alekseeva, Model  (Russland)

Als Kind wurde Svetlana Alekseeva von ihrer Mutter vernachlässigt. Während ihre Mutter unterwegs war, spielte die damals 4-jährige Svetlana mit Feuer und setzte ihr Kleid in Brand. Svetlana erlitt schwere Verbrennungen und viel in ein Koma. Nachdem sie aufwachte, musste sie das Gehen und Sprechen neu lernen. Aufgrund ihrer Narben mobbten ihre Mitschüler_innen sie und Svetlanas Mutter interessierte sich nicht für das Leiden ihrer Tochter. Schließlich unternahm Svetlana zwei Selbstmordversuche, doch zum Glück rettete eine Freundin sie.

Ihr Leben verbesserte sich, als sie nach Moskau zog. Von dort aus begann Svetlana Fotos von sich auf Instagram zu posten und wurde schnell zu einem erfolgreichen Instagrammodel. Zusätzlich nutzt sie ihren Account, um auf das Thema Body Positivity aufmerksam zu machen. Sie will so anderen Menschen, die die Gesellschaft aufgrund ihres Aussehens ablehnt, helfen.

Hier ist ein Video über Svetlana und hier findet ihr ihren Instagramaccount.

Sonita Alizadeh, Rapperin (Afghanistan)

Bereits mit 10 Jahren sollte Sonita Alizadeh zum ersten Mal verheiratet werden, glücklicherweise kam die Ehe nicht zustande. Kurz danach floh sie mit ihrer Familie von Afghanistan in den Iran. Im Iran konnte sie nicht zur Schule gehen, sondern musste stattdessen ein Fitnessstudio putzen, wo sie zum ersten Mal Rapmusik hörte. Sie verstand den Text der englischen  Lieder nicht, aber diese berührten sie. So begann Sonita ihre eigenen Texte zu verfassen und aufzunehmen.

Mit 16 versuchte Sonitas Familie erneut sie zu verheiraten. Zu diesem Zeitpunkt erregte ihre Geschichte die Aufmerksamkeit der iranischen Filmproduzentin Rokhsareh Ghaemmaghami, welche begann einen Film über Sonita zu produzieren. Die Junge Rapperin verfasste  den Titelsong des Films Brides for Sale. Sonitas Schicksal fand Anklang bei einer amerikanischen NGO, die ihr half ein Visa in die USA zu bekommen. Heute geht Sonita in den USA zur Schule, rappt und setzt sich als Aktivistin gegen Kinderehen ein. 

Hier ist ein Artikel über Sonita und hier geht es zu einem Interview mit ihr.

Das Video zu Brides for Sale findet ihr auf Youtube.

Luciana Berger, Politikerin (Vereinigtes Königreich)

Als Luciana Berger als Studentin in die Labour Partei eintrat, konnte sie sich  niemals vorstellen, dass sie die Partei eines Tages wegen institutionellen Antisemitismus verlassen würde. Die Partei trat für ihre politischen Überzeugungen ein und setzte sich gegen Diskriminierung ein, was ihr als Jüdin wichtig war. In der Partei machte Luciana Berger schnell Karriere und wurde 2010 als Abgeordnete ins Britische Unterhaus gewählt.

Seitdem bedrohten sie zahlreiche Antisemit_innen.  Nachdem 2015 Jeremy Corbyn zum Parteivorsitzenden gewählt wurde, musste sie mit ansehen, wie sich der Antisemitismus in ihrer Partei ausbreitete und auch der Parteivorsitzende ihn verbreitete.  Jedes Mal, wenn sie das Thema ansprach, die Partei und Corbyn dafür kritisierte, dass sie nicht genug gegen die Antisemitismuskriese unternahmen, erhielt sie weitere Hassnachrichten und Bedrohungen, einschließlich Todesdrohungen. Die Lage eskalierte so stark, dass sie 2018 bei einer Parteikonferenz Polizeischutz erhielt (in Großbritannien erhalten normalerweise nur die Premierministerin und hochrangige Minister_innen Polizeischutz).

Am 18.02.2019 trat sie gemeinsam mit 6 weiteren Abgeordneten aus der Labour Partei aus, um fortan als unabhängige Abgeordnete im Parlament zu sitzen (inzwischen verließen zwei weitere Abgeordnete die Partei und nannten ebenfalls Antisemitismus als einen der Austrittsgründe). Die zu diesem Zeitpunkt hochschwangere Luciana Berger verkündete, dass sie sich für die Partei schämte und nicht mehr die Werte vertritt, die sie motivierten in die Partei einzutreten. Dabei kritisierte sie die Partei auf schärfste und bezeichnete sie als institutionell antisemitisch. Es gibt jedoch auch eine positive Entwicklung am 05.03.2019 gebar sie ihr zweites Kind.

Hier ist ein BBC Profil über Luciana Berger.

Einen Bericht über die antisemitischen Anfeindungen, denen Berger ausgesetzt war, findet ihr hier.

Auf YouTube findet ihr ein Video von Luciana Bergers Austritt aus der Labour Partei.

Mariana Costa Checa, Unternehmerin (Peru)

Während sie in der Website- und Softwareentwicklung arbeitete, merkte Mariana Costa Checa, dass es eine große Nachfrage an Menschen gibt, die in diesen Bereichen arbeiten können. Der Tech-Sektor ist einer der am stärksten wachsenden Wirtschaftsbereiche in Südamerika. Gleichzeitig wurde Mariana bewusst, dass nur 10% der Menschen, die in diesem Bereich arbeiten weiblich sind. Um dies zu ändern, gründete sie die Firma  Laboratoria, deren Ziel es ist Frauen für die Arbeit im Tech Sektor auszubilden. 77% der Frauen erhalten danach Jobs und das Projekt, welches in Lima begann, ist gewachsen und operiert jetzt  in Chile, Brasilien und Mexiko. Anfang 2019 erhielt sie einen Ted Talk über Diversität und Women Empowerment.

Marinas Ted Talk findet ihr auf YouTube.

Einen Guardian Artikel über Maria Costa Checa findet ihr hier.

Tessa Ganserer, Politikerin (Deutschland)

Tessa Ganserer ist die erste Transabgeordnete im bayrischen Landtag und die erste transgender Abgeordnete in einem deutschen Parlament. Seit 2013 sitzt sie für die Grünen im Landtag, damals galt sie in der Öffentlichkeit noch als Mann. Allerdings war ihr zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass sie eine Frau ist. Ende 2018 hatte sie ihr Coming-out, was für sie ein Befreiungsschlag war.

Hier ist ein Artikel über sie.

Jade Hameister, Abenteuerin (Australien)

2016 bereiste Jade Hameister den Nordpol. Damals war sie 14 und damit der jüngste Mensch, der je den Nordpol bereist hatte. Dafür musste sie jeden Tag 8-10 Stunden Skifahren und dabei einen Schlitten, der  genauso schwer wie sie war, ziehen. Anschließend hielt sie einen Ted Talk, in dem sie über Sexismus redet und klar macht, wie schwer es ist als junges Mädchen die eigenen Träume zu verfolgen.

2017 fand Jades zweite Expedition statt und sie fuhr auf Skis über das Grönländische Eisschild. Anfang 2018 reiste sie  an den Südpol. Dabei fand sie die perfekte Antwort auf Sexisten, die ihr immer wieder sagten „go make me a Sandwich“ (bedeutet so viel wie „geh an den Herd, wo du hingehörst“). Am Südpol angekommen bereitete sie einen Sandwich zu, postete ein Foto,auf dem sie es hielt, auf Instagram und schrieb: „Ich habe euch ein Sandwich gemacht (Schinken & Käse), jetzt lauft auf Skiern 37 Tage und 600 Kilometer zum Südpol, dann könnt ihr es essen.“

Einen Artikel über Jade findet ihr hier.

Hier ist ihr Ted Talk.

Reyhan Jamalova, Schülerin  (Azerbaijan)

Mit 15 entwickelte Reyhan Jamalova eine neue Methode zur Gewinnung von Elektrizität. Das Projekt, welches den Namen Rainergy trägt, entwickelte sie gemeinsam mit ihren Mitschüler_innen und Lehrern, der Staat förderte das Projekt mit Geld. Rainergy soll vor allem ärmeren Ländern helfen Energie zu gewinnen.

Hier könnt ihr mehr über das Projekt erfahren.

Wanuri Kahiu, Regisseurin (Kenia) 

Bevor Wanuri Kahiu den Film Rafiki veröffentlichte, hatte sie bereits mehrere Filme gedreht und einige Preise gewonnen. Jedoch führte keiner ihrer Filme zu so einer Kontroverse wie Rafiki. Dieser handelt von einer lesbischen Beziehung, denn gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Kenia verboten. In Kenia wurde die Ausstrahlung des Films untersagt, doch dies wollte Wanuri Kahiu nicht auf sich sitzen lassen und klagte dagegen. Das Oberste Gericht Kenias gab ihr recht und die Filmvorführungen waren ausverkauft.

Den Trailer zu Rafiki könnt ihr euch auf YouTube anschauen.

Hier findet ihr ein deutschsprachiges Interview mit Wanuri Kahiu.

Wanuri Kahiu hielt einen Ted Talk, in dem sie erkält, wie sie mit ihren Geschichten ein anderes Bild von Afrika verbreiten will. Den könnt ihr euch hier anschauen.

Xheni Karaj, Aktivistin (Albanien)

Xheni Karaj ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der LGBTQI+ Bewegung Albaniens. 2009 gründete sie zusammen mit einigen Bekannten eine NGO, die sich für LGBTQI+ Rechte einsetzt. Nationale Bekanntheit erreichte sie 2012. Damals wurde in einer Talkshow im Fernsehen über die Pride Parade debattiert. Ein rechter Politiker redet sich gegen die Parade in Rage. Dies motivierte Xheni, die im Publikum saß,  das Mikrofon in die Hand zu nehmen und eine Gegenrede zu halten. Seitdem kam Xheni in einer Doku über die LGBTQI+ Szene Albaniens vor und wird häufig als Gast auf Konferenzen eingeladen.

Hier findet ihr einen deutschsprachigen Artikel über sie.

Maria Corina Machado, Politikerin (Venezuela)

Die meisten von euch sollten mittlerweile von der Situation in Venezuela mitbekommen haben. Das bekannteste Gesicht der Proteste gegen Nicolás Maduro ist Huan Gaido, aber auch Maria Corina Machado verdient Anerkennung. Schon Anfang des Jahrtausends war sie besorgt über die Entwicklungen in ihrem Heimatland. Deshalb gründete sie mit einem Bekannten eine NGO, die sich für Bürgerrechte in Venezuela einsetzt. 2011 wurde sie in die Nationalversammlung gewählt. 2014 leitete sie Proteste gegen Maduro, verlor jedoch ihren Sitz in der Nationalversammlung, nachdem sie vor der Organisation Amerikanischer Staaten über die Lage in Venezuela sprach.

Seitdem setzt sie sich außerhalb des Parlaments für Demokratie in Venezuela ein und ist  Anfeindungen und körperlichen Angriffen ausgesetzt. Davon ließ sie sich  nicht einschüchtern, sollte es zu freien Wahlen kommen, will sie für das Präsident_innenamt kandidieren.

Ein Interview, das der Deutschlandfunk mit ihr führte, findet ihr hier.

Erica Malunguinho da Silva, Politikerin (Brasilien) 

Als Erica Malunguinho da Silva am 07. 10. 2018  in das Landesparlament São Paulos gewählt wurde, war sie die erste gewählte Transpolitikerin Brasiliens. Aufgrund ihrer Identität stellen sich Erica zahlreiche Hürden in den Weg. Zum einen ist Brasilien eines der unsichersten Länder für Transmenschen. Zum anderen ist sie schwarz und schwarze Frauen sind in der brasilianischen Politik stark unter präsentiert. Bevor sie in die Politik ging, betrieb sie ein Kulturzentrum für Schwarze. Als Politikerin ist es ihr Ziel, die Politik den Menschen, vor allem benachteiligten Menschen, näher zu bringen und sich gegen Diskriminierung einzusetzen.

Ein Porträt über Erica Malunguinho da Silva findet ihr hier.

Sarah Mardini, Schwimmerin und Aktivistin (Syrien)

Vor dem Bürgerkrieg in Syrien war Sarah Mardini, genauso wie ihre jüngere Schwester Yusra Leistungsschwimmerin. Aufgrund des Bürgerkriegs flohen sie aus ihrer Heimat.  Bekanntheit erreichten die beiden zum ersten Mal 2015 , als sie mit einem Schlauchboot von der Türkei nach Lesbos übersetzten und der Motor ausfiel. Gemeinsam mit anderen Flüchtlingen zogen sie das Boot an Land, was über drei Stunden dauerte, und retteten damit den Flüchtlingen das Leben. 

Yusra nahm 2016 an Olympia teil. Sarah begann in Berlin zu studieren und engagierte sich als Fluchthelferin. Im August wurde sie mit weiteren Mitgliedern ihrer Hilfsorganisation von der griechischen Polizei festgenommen. Diese stufte die Aktivitäten der Fluchthelfer als illegal ein. Drei Monate saß sie in Untersuchungshaft, aber inzwischen ist sie auf freiem Fuß.  Jedoch darf sie die Insel Lesbos die nächsten Jahre nicht betreten und es kann noch zu einem Prozess kommen.

Einen Bericht über Sarah Mardini findet ihr hier.

Raha Moharrak, Bergsteigerin (Saudi Arabien ) 

Die Lage von Frauen in Saudi Arabien ist bekannterweise alles andere als gut. Raha Moharrak wollte sich davon nicht einschüchtern lassen und entschied sich die ultra-konservativen Geschlechterrollen auf eine besondere Weise herauszufordern: Sie wurde Bergsteigerin und bestieg aus erste saudi-arabische Frau den Mount Everest. Sie hofft, dass sie andere saudi-arabische Frauen motivierte, es ihr nachzutun.

Hier findet ihr einen Bericht über sie.

Hindou Oumarou Ibrahim (Chad)

Hidou Oumarou Ibrahim ist eine Klimaaktivistin aus dem Chad. Sie gehört dem indigenen Volk der Wodabee an und setzt sich dafür ein, dass im Bereich der Umweltpolitik und im Kampf gegen den Klimawandel die indigenen Völker einbezogen werden. Außerdem kämpf sie für Frauenrechte und versucht mehr indigene Frauen dazu zu bringen Umweltaktivistinnen zu werden. Für diese Ziele arbeitete sie unter anderem mit der UNESCO und nahm an den UN Klimakonferenzen teil. Zuletzt an der UN Klima Konferenz Ende Dezember in Katowice.

Einen Bericht über Hindou Oumaro Ibrahim, in dem sie selbst zu Wort kommt, findet ihr hier.

Ein Interview mit ihr könnt ihr hier lesen.

Pnina Tamano-Shata, Politikerin (Israel)

Pnina Tamano-Shatas Lebensgeschichte ist in vielen Aspekten außergewöhnlich. Als sie drei war floh ihre Familie, wie die meisten anderen äthiopischen Jüd_innen, von Äthiopien nach Israel. Nach der Ankunft in Israel verlief ihr Leben nicht einfach. Sie lebte in armen Verhältnissen und die Integration in Israel verlief schwierig. Außerdem war sie Rassismus ausgesetzt und begann bereits mit elf Jahren Jobs anzunehmen, um ihre Familie zu unterstützen.

Dennoch war Pnina Tamano-Shata in der Schule erfolgreich und studierte Jura. Während des Studiums wurde sie die Vorsitzende der Äthiopischen Studenten Union und kämpfte gegen Diskriminierung. Nach ihrem Studium wurde sie Nachrichtenkorrespondentin. Sie merkte  schnell, dass der Beruf nichts für sie war, da sie es nicht schaffte notwendig objektiv zu bleiben und lieber aktiv etwas verändern wollte. Anstatt über eine Demonstration äthiopischer Israelis gegen Rassismus zu berichten, nahm sie an dieser teil.

2013 ging sie  in die Politik und wurde Mitglied der liberalen Yesh Altid Partei. Im selben Jahr wurde sie als erste Israelische Frau Äthiopischer Herkunft in die Knesset (israelisches Parlament) gewählt. Sie verlor ihren Parlamentssitz 2015 und nahm in diesem Jahr an Massenprotesten der Äthiopischen Community gegen Polizeigewalt teil. 2018 kehrte sie in die Knesset zurück Als Abgeordnete setzt sie sich vor allem gegen Diskriminierung ein. Diese musste sie im Dezember auch in der Knesset erfahren, als der Likud-Abgeordente Oren Hazan, welcher zuvor öfters mit rassistischen und sexistischen Kommentaren aufgefallen war, sie als „Token Immigrant“ bezeichnete. Ihre Antwort: „Ich bin eine stolze schwarze Frau. Schau mich an. Ich bin eine stolze Israeli, du Bastard. Ich gehöre genauso zu diesem Land, wie du.“

Hier findet ihr ein Profil über Pnina Tamano-Shata.

Mihrigul Tursun, Aktivistin (China)

Seit 2014 hält China 800.000-2 Millionen Uiguren, Kasachen und andere Muslim_innen in Gefangenenlagern. Leider haben diese Menschenrechtsverletzungen nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Damit sich dies ändert, spricht die Uigurin Mihrigul Tursun über ihre Gefangenschaft in einem dieser Lager. Mihirgul Tursun lebte mit ihrem Ehemann in Ägypten, wo sie Drillinge gebar. Als sie mit ihren Kindern nach China zurückkehrte, verhaftete die chinesische Polizei sie. Nach einigen Wochen wurde sie freigelassen und stellte fest, dass ihre Kinder schwer krank waren. Einer ihrer Söhne starb unter mysteriösen Umständen in einem Krankenhaus. Seit dem Tod ihres Sohns wurde Mihrigul mehrmals verhaftet und in Gefangenenlager deportiert, wo sie gefoltert wurde.

Nach ihrer Freilassung kehrte sie zurück nach Ägypten und von da aus in die USA, wo sie Asyl beantragte. Inzwischen verhaftete die Polizei mehrere ihrer Familienmitglieder und ihr Ehemann ebenfalls verhaftet. Sie nutzt ihre Stimme, um auf die Gefangenenlager aufmerksam zu machen und sprach im November vor dem US-Kongress darüber.

Hier findet ihr einen CNN-Bericht über die Gefangenenlager, für den Mihrigul Tursun interviewt wurde.

Hier könnt ihr ein Interview mit ihr lesen.

Rayka Zehtabchi, Regisseurin (USA) 

Rayka Zehtabchi ist erst 25 und Oscar Gewinnerin. Bei den Oscarverleihungen dieses Jahr gewann sie den Oscar für den besten Dokumentar-Kurzfilm. Zehtabchi drehte den Film Period. End of Sentence (deutscher Titel: Stigma Monatsblutung). Dieser handelt von nordindischen Frauen, die häufig, wenn sie ihre Periode bekommen, die Schule verlassen müssen, da es bei ihnen in der Region keine Binden zu kaufen gibt und das Thema Menstruation stark tabuisiert ist. Schließlich lernen sie in einer Firma Binden herzustellen. So verbessern sie ihre Hygiene und ihre wirtschaftliche Situation, gleichzeitig weichen die Tabus zum Thema Monatsblutung langsam.

Zehtabchi war die erste Irano-Amerikanerin, die einen Oscar gewann und Period. End of Sentence der erste Film, der das Thema Menstruation behandelt, und einen Oscar erhielt. Sie drehte den Film ein Jahr nachdem sie ihr Filmstudium beendet hatte.

Hier findet ihr ein Interview mit der Regisseurin.

Hier  könnt ihr ihre Oscarrede lesen.

Den Film Period. End of Sentence ist auf Netflix.

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2 Gedanken zu “Weltfrauentag

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