Israel: The Prime Ministers von Yehuda Avner

Titel: The Prime Ministers
Genre: Biographie
Länge: 24 Stunden 20 Minuten
Format: Hörbuch
Verlag: Audible Studios
Erscheinungsjahr: 2013
Sprecher: Derek Perkins
Für Israel lagen mehrere Bücher auf meinem SuB, die ich für die Weltlesereise hätte verwenden können. Als ich begann The Prime Ministers zu hören, dachte ich nicht daran es für die Weltlesereise zu verwenden. Ich hörte es, um mein eigenes Wissen über israelische Geschichte zu verbessern und  mir kam erst später der Gedanke es für dieses Projekt zu nutzen.
Der Autor wurde 1928 in Manchester geboren und starb 2015 in Jerusalem. The Prime Ministers erzählt einen Teil seiner Lebensgeschichte. Avner wuchs nicht in Lebensumständen auf, die ihm gute Voraussetzungen für eine beeindruckende Karriere boten. Er wurde als Sohn von Juden, die von Osteuropa nach Großbritannien flohen, geboren und sah sich in der neuen Heimat seiner Familie früh antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Seine Eltern waren überzeugte Zionisten und nahmen ihn zu vielen zionistischen Veranstaltungen mit. Dies führte dazu, dass er 1947 nach Jerusalem auswanderte, wo er 1948 im Israelischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte. Avner gründete mit anderen jungen Erwachsenen ein Kibbuz, aber kehrte nach kurzer Zeit nach Großbritannien zurück, wo er für eine jüdische Organisation arbeitete. Dort traf er auf seine spätere Ehefrau, mit der er nach Israel zurückkehrte, wo er in den diplomatischen Dienst eintrat. Anstatt als Diplomat zu arbeiten, wurde er ans Büro des Premierministers verwiesen. In diesem arbeitete er als Berater und Redenschreiber für die Premierminister/innen Levi Eshkol, Golda Meir, Yitzhak Rabin (während seiner ersten Amtszeit) und Menachem Begin. Schließlich kehrte er in den diplomatischen Dienst zurück und wurde Israels Botschafter in Großbritannien.

The Prime Ministers beginnt mit Avners Kindheit in Großbritannien und der erste Premierminister taucht erst nach ein paar Stunden hören auf. Dies überraschte mich etwas, da ich dachte, das Buch würde nur von seiner Zeit im Dienste der Premierminister handeln. Jedoch macht Avner einem den Einstieg in die Handlung leicht. Außerdem bekam man so ein besseres Verständnis für Avners Charakter. Auch wenn die Ereignisse der ersten paar Kapitel nicht von großer historischer Bedeutung waren, waren sie sehr interessant. Zudem zeigen sie wie stark Antisemitismus im Großbritannien der 1930er und 1940er Jahre verankert war. Ein Thema, das heute leider immer noch aktuell ist.
Der Großteil des Buchs handelt jedoch von Avners Arbeit im Dienste der verschiedenen Premierminister. Dort vermittelt Avners interessante Informationen über die Geschichte Israels und ich denke, dass sich das Buch auch ohne großes Hintergrundwissen lesen lässt. Selbst wer sich auskennt, wird hier noch neues lernen. So wusste ich zum Beispiel nicht, dass Israel vor dem Sechs Tage Krieg mit einem Chemiewaffenangriff durch Ägypten rechnete und nicht wusste, wie es sich verteidigen sollte. Ebenso wenig wusste ich, dass sich Yitzhak Rabin und Schimon Peres nicht ausstehen konnten.
Zusätzlich zu diesen historische Berichten, bietet das Buch einen persönlichen Einblick in die verschiedenen Premierminister und zeigt, wie sie sich gegenüber ihren Vertrauten verhielten. Avner berichtet zum Beispiel, wie Levi Eshkol seinen Fahrer fragt wie er die Regierungspolitik findet. Als der Fahrer die Steuerpolitik Eshkols kritisiert, lässt sich der Premierminister mit ihm auf eine Diskussion ein. Allgemein war Levi Eshkol der Premierminister, über den ich vor Lesen des Buchs am wenigsten wusste. The Prime Ministers ließ ihn wie einen Premierminister wirken, der definitiv mehr Anerkennung verdient und über den ich gerne mehr erfahren möchte.
Angenehm fand ich zudem die Stimme des Sprechers Derek Perkins. Dieser ließt das Buch ein bisschen wie ein Großvater, der am Kaminfeuer seine Lebensgeschichte erzählt.
Trotz all dieser positiven Aspekte ist das Buch nicht perfekt. Einzelne Stellen waren zu lang oder unnötig, sodass ich da manchmal die Aufmerksamkeit verlor und nicht mehr zuhören konnte. Beim Lesen sollte einem zudem bewusst sein, dass der Autor die Premierminister kannte und voreingenommen ist. Dies zeigte die Premierminister auch von einer anderen Seite, als man sie in anderen Büchern sieht. So kam mir vor allem Menachem Begin, den der Autor sehr zu mögen schien, anders als in Lawrence Wrights 13 Days in September vor. 
Insgesamt gefiel mir The Prime Ministers trotz einiger Längen gut. Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für (israelische) Geschichte interessieren und mehr darüber erfahren wollen, wie es in der Politik hinter den Kulissen abgeht.
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