Kibbuz Lahav

Hallöchen,

hier kommt wieder ein Beitrag über meinen Israelaufenthalt. Wie in meinem letzten Beitrag erwähnt, wechselte ich nach einigen Wochen in Yotvata das Kibbuz und bin seit Oktober im Kibbuz Lahav. Dieses möchte ich euch hier genauer vorstellen.

Lahav liegt in der Negevwüste, unweit von Be’er Sheva und in Sichtweite des Westjordanlands. Es ist anders als die meisten anderen Orte in Israel und für einen jüdischen Ort ungewohnt, denn in Lahav werden Schweine gezüchtet. Da ca. 75 % der israelischen Bevölkerung Jüd_innen und 18% Muslim_innen sind, essen die meisten Israelis keine Schweine. Schweinefarmen gibt es in dem Land kaum und die meisten Israelis würden nicht auf einer arbeiten. Die Schweine werden für wissenschaftliche Recherche verwendet und ein Teil wird zu Wurst verarbeitet. Hier findet ihr einen kurzen Artikel über die Schweineproduktion in Lahav .  Zusätzlich betreibt das Kibbuz eine Schule für Beduinen. Beduinen sind die am stärksten benachteiligte Gruppe in Israel und das Ziel der Schule ist es viele Beduinen auf die Universität vorzubereiten. Außerdem verfügt das Kibbuz ein Museum und Zentrum über die Geschichte und Kultur der Beduinen.

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Hier im Hintergrund seht ihr den Schweinestall

Ich arbeitete anfangs in der Küche und später im Garten. In der Küche assistierte ich zuerst beim Zubereiten des Mittagessens. Ich schnitt die Zutaten, grillte Fleisch oder kochte Reis. Nach einigen Stunden ging ich an die Spülmaschine und holte dort das gewaschene Geschirr aus. Außerdem putzte ich gemeinsam mit den anderen Freiwilligen die Küche und die Spülmaschine. Nach einer Weile wurde ich komplett an die Spülmaschine versetzt. Ich bereitete kein Essen mehr zu, sondern verbrachte meinen gesamten Tag damit die dreckigen Töpfe und Pfannen zu putzen. Anfangs gefiel mir meine Arbeit in der Küche gut, aber nach einer Weile hatte ich keine Lust mehr dort zu arbeiten. Dies lag zum einen daran, dass ich meine Arbeit an der Maschine nicht mochte und jeden Tag komplett durchnässt wurde. Zum anderen war die Arbeitsatmosphäre in der Küche schlecht. Aus diesem Grund bat ich nach 2 Monaten im Kibbuz meinen Freiweilligenleiter um eine Versetzung. Seit Dezember arbeite ich im Garten. Dort ist es nicht meine Aufgabe Pflanzen zu züchten, stattdessen muss ich Laub aufkehren, Unkraut zupfen oder Büsche schneiden. Bei der Arbeit bin ich die ganze Zeit draußen und wir beenden die Arbeit 2 Stunden früher als in der Küche. Die Arbeit dort gefällt mir gut.

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Felder und Wiesen außerhalb des Kibbuz

Das Kibbuz ist ärmer als Yotvata, wobei in letzter Zeit viele neue, schöne Häuser gebaut werden. Außerdem gab es keine drei Mahlzeiten pro Tag, sondern nur Mittagessen, sowie dienstags und freitags Abendessen. Zudem mussten wir für unsere Mahlzeiten zahlen, aber dafür erhielten wir ein höheres Gehalt. Die meisten Zimmer waren auch schlechter als in Yotvata, aber später erhielt ich ein besseres Zimmer, das gut ist.

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Mein neues Zimmer

Ich bin mittlerweile seit ca. 4 Monaten im Kibbuz und in dieser Zeit wechselten die Freiwilligen, die dort waren. Sie kamen aus zahlreichen verschiedenen Ländern, wie z. B Südkorea, China, Südafrika, Frankreich, Großbritannien, Kolumbien und den USA. Ich verstand mich mit den meisten von ihnen gut und werde mit manchen bestimmt den Kontakt behalten. Im Gegensatz zu Yotvata hatte ich hier mehr Zeit mit ihnen. Wir unterhielten uns ständig, wir schauten uns gemeinsam Filme an oder gingen zusammen Essen. Aus all diesen Gründen gefiel mir Lahav viel besser als Yotvata und ich entschied mich meinen Aufenthalt dort zu verlängern.

Ein weiterer toller Aspekt ist, dass wir hier einen Freiwilligenhund haben. Pfiffi gehört anderen Kibbuzmitgliedern, aber sie kommt ständig zu unserem Freiwilligenbereich. Dort kuschelt sie mit uns und verbringt viel Zeit mit uns Freiwilligen. Für uns ist sie die „Königin des Kibbuz“. Es gibt im Kibbuz noch andere Hunde und Katzen, aber Pfiffi verbringt am meisten Zeit mit uns.

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Ihr seht mir geht es hier gut und in meinen nächsten Beiträgen werde ich euch über Ausflüge berichten, die ich von Lahav aus machte.

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3 Gedanken zu “Kibbuz Lahav

  1. Ich selbst kann mir kaum vorstellen, mal Zeit in einem Kibbuz zu verbringen. Wobei ich nicht unbedingt viel über das Leben im Kibbuz weiß. Ich habe einen Roman gelesen, der mich eher abgeschreckt hat.
    Eine Reise nach Israel würde ich aber jeder Zeit wieder machen. Vor drei Jahren war ich mal auf Stippvisite in Jerusalem und am Totenmeer. Jerusalem hat mich einfach nur beeindruckt. All die Orte und Gebäude mit Jahrtausende alten Geschichten haben mich sprachlos gemacht. Und das Bad im Totenmeer war einfach Erlebnis Pur.
    Ich wünsche dir noch eine gute Zeit in Israel und bin gespannt auf weitere Berichte.
    LG Kerstin

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Kerstin,

      danke für den Kommentar und fürs folgen. Weißt du noch, wie der Roman über das Kibbuz hieß? Ich könnte mir auch nicht vorstellen, permanent hier zu wohnen, dafür bin ich viel zu sehr Stadtmensch, aber für eine Weile ist es ganz schön. Das Totemeer ist wirklich toll. War da jetzt schon zwei Mal, zuletzt vor 1 Woche. Darüber werde ich in absehbarer Zeit auch einen Beitrag schreiben.

      LG
      Elisa

      Gefällt 1 Person

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