Fire and Blood von George R. R. Martin

Titel: Fire and Blood
Genre: Fantasy, Fantastische Geschichte
Seitenzahl: 736
Format: E-Book
Verlag: Bantam
Erscheinungsjahr: 2018
Deutscher Titel: Feuer und Blut
Illustrationen von: Doug Wheatley

Deutscher Klappentext: Wie alles begann!
Die packende Vorgeschichte um die Herrschaft des Königshauses Targaryen.

Was für Tolkiens Fans das Silmarillion ist, erscheint nun von George R.R. Martin – die epische Vorgeschichte von »Das Lied von Eis und Feuer« / »Game of Thrones«! Drei Jahrhunderte, bevor die Serie beginnt, eroberte Aegon Targaryen mit seinen Schwestergemahlinnen und ihren drei Drachen den Kontinent Westeros. 280 Jahre währte die Herrschaft seiner Nachkommen. Sie überstanden Rebellion und Bürgerkrieg – bis Robert Baratheon den irren König Aerys II. vom Eisernen Thron stürzte. Dies ist die Geschichte des großen Hauses Targaryen, niedergeschrieben von Erzmaester Gyldayn, transkribiert von George R.R. Martin.

Ich möchte zwei Dinge vorneweg sagen, bevor ich mit meiner Rezension beginne. Diese betreffen negative Rezensionen, die ich online sah:

Erstens, das Buch wurde nicht als Roman beworben, sondern eindeutig als Fake History. Das steht so im Klappentext (sowohl dem Deutschen als auch dem Englischen), so war das Marketing und so stellte es GRRM in Interviews da. Ich sah einige Rezensionen, in denen Fire and Blood eine negative Bewertung bekam, weil  die Leser_innen einen Roman erwarteten. Sie fühlten sich verraten, da sie diesen nicht bekamen. Sorry, Leute das ist eure eigene Schuld. Nicht die des Autors oder des Verlags. Die haben deutlich gemacht, um was für ein Buch es sich hierbei handelt.

Zweitens, manche Rezensent_innen gaben dem Buch eine negative Rezension nur, weil sie finden George R. R. Martin sollte statt diesen Buch The Winds of Winter schreiben. Ich will den nächsten Band der A Song of Ice and Fire Reihe auch unbedingt lesen, aber um Neil Gaiman zu zitieren: „George R. R. Martin is not your bitch.“ Der Autor schuldet euch nichts. Sich darüber zu beschweren, dass ein Autor „das falsche Buch herausbringt“ ist extrem arrogant.

Es gibt sicherlich gute Gründe, warum dieses Buch einem nicht gefällt und man ihm eine negative Bewertung gibt, doch es aus diesen beiden Gründen zu tun ist unprofessionell.

Kommen wir zu meiner eigentlichen Rezension: Als begeisterter George R. R Martin Fan war Fire and Blood ein Muss für mich und ich las das Buch kurz nach seinem Erscheinen. Wie oben erwähnt handelt es sich bei Fire and Blood um Fake History, die von einem imaginären Maester im Stil eines historischen Berichts geschrieben wurde. Man muss solche Fake Histories mögen, ansonsten ist das Buch für einen nichts. Mir persönlich gefielen die anderen von GRRMs Fake Histories. Einzelne Passagen stammen aus den anderen Fake Histories von GRRM, aber das Buch enthält weitestgehend neues Material.

Bei Lesen von Fire and Blood merkte ich deutlich, wie viel Spaß beim Schreiben den Autor hatte. Er steckte viel Liebe ins Detail und streute hier und da eine Priese Humor ein. Der Schreibstil ist flüssig und so lässt sich das Buch gut lesen. Es ist interessant zu sehen, wie Martin hier die Perspektive eines Historikers aus Westeros einnimmt, der verschiedene Quellen zur Rate zieht und evaluiert. Dadurch steht im Text manchmal „Quelle A sagt dies, aber Quelle B stellt die Ereignisse wie folgt da.“

Auch wenn es ein erfundener historischer Text ist, gibt sich GRRM Mühe, den Leser_innen die Charaktere näher zu bringen. Die Persönlichkeiten zahlreiche Charaktere wurden gezeigt und der Roman enthielt jede Menge interessante Charaktere, mit denen ich beim Lesen mitfiebern konnte. Besonders gut gefiel mir, dass das Buch die weiblichen Charaktere genauer beleuchtete. Mehrere von ihnen waren Figuren die ich mochte und über die ich sofort einen Roman lesen würde. Positiv ist außerdem zu bewerten, dass die Handlung mehrere queere Charaktere enthielt.

Fire and Blood wird in einem guten Tempo erzählt und die  Handlung bietet eine abwechslungsreiche Mischung. Es gibt Szenen über das Regieren und die Politik der einzelnen Könige, Intrigen, Familiendramen, Morde und Schlachten. Letztere wurden auf und mit Drachen gefochten, was zu fantastischen Actionszenen führte. Diese werden mir noch lange in Erinnerung bleiben (vor allem die Schlacht zwischen Aegon und Daemon Targaryen). Die Mischung machte das Buch nicht langweilig. Actionreiche und ruhigere Passagen wechselten sich ab, sodass die Handlung weder zu langsam noch zu schnell war.

Fire and Blood führt neue Mysterien, in die von Martin erschaffene Welt ein welche mich eifrig spekulieren lassen. Gleichzeitig werden ältere Mysterien, wie zum Beispiel der Ursprung von Daenerys Dracheneiern, gelöst.

Das Buch enthält zudem zahlreiche Illustrationen. Diese sehen schön aus, jedoch kommen sie in der E-Book-Ausgabe nicht so gut rüber.

Insgesamt gefiel mir Fire and Blood sehr gut und ich kann das Buch allen ASOIAF Fans, die Fake History mögen empfehlen.

Weitere Rezensionen:

Rezension von Gabriela von Buchperlenblog

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5 Gedanken zu “Fire and Blood von George R. R. Martin

  1. Ich gebe zu, ich habe mich auch ein bisschen echauffiert, als ich „Feuer & Blut“ in der Buchhandlung meines Vertrauens sah. Insbesondere, weil darauf auch noch „Erstes Buch“ steht, was impliziert, dass es da auch irgendwann noch ein „Zweites Buch“ gibt. 🙂 Ich käme aber nie auf den Gedanken, das in die Rezension zum Buch einfließen zu lassen. Das ist in der Tat unprofessionell, ist, meines Erachtens, Ausdruck einer Empörungskultur um der Empörung Willen und erinnert an Amazon-Rezensionen, die anfangen mit „Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen, aber …“ 🙂

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    1. Es soll auch noch ein zweites Buch geben, aber erst nach „Winds“ hatte vergessen es in der Rezensio zu erwähnen, aber Fire and Blood behandelt nur die Hälfte der Targaryenkönige.

      Das waren auch teilweise Rezensionen von Leuten, die das Buch nicht gelesen haben. Auf Amazon und Goodreads gab es jede Menge „ich habe das Buch nicht gelesen und ich werde es auch nicht lesen bis Winds rauskommt. 1 Stern, weil ich sauer bin, dass GRRM es wagt etwas anderes als Winds zu schreiben“ Rezensionen.

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  2. ich lese es ja auch grad und finds echt faszinierend. Ich liebe Fake-Histories. Fand schon damals das Silmarillion genau deswegen so toll.
    Aber ich gehöre auch zu denen, die ein bisschen angemifft sind, dass Martin die ASOIAF-Reihe nicht einfach endlich mal fertig schreibt. ich schaue schon die Serie deswegen nicht, weil ich unbedingt erst die Bücher lesen will. Er macht es seinen Fans auch nicht sehr einfach und die Warterei zehrt schon etwas an den Nerven, muss ich gestehen. Wie lang ist der letzte Band her? 7 Jahre? 8?Aber in die Rezension würde ich das auch nicht einfließen lassen. Immerhin hat das ja mit dem vorliegenden Buch nichts zu tun.

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    1. Ich gehöre zu der Sorte Leser_innen, denen egal ist wann, der nächste Band in der Reihe kommt. Das kann innerhalb von 10 Monaten sein oder von 10 Jahren ist mir egal.

      Ich kann natürlich verstehen, wieso es leute nervt, aber wie du schon sagst, das hat nichts mit dem Buch zu tun. Mal ganz davon abgesehen gingen viele unter die Gürtellinie in Richtung: „der alte Sack will doch nur Geld scheffeln. Und wird wahrscheinlich bald eh abkratzen, weil er so fett ist.“ Bei diesen Leuten denke ich mir, die haben TWOW nicht verdient.

      Die Serie habe ich abgebrochen, weil ich fand, dass sie ziemlich schlecht wurde. Staffel 5 und 6 hatte ich noch gesehen. Da waren zwar Spoiler bei, aber nicht viele. Dafür war die Serie zu weit von den Büchern abgewichen.

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      1. manche Leute sind einfach nur ziemlich wenig Mensch. Es ist erschreckend, was man da manchmal für Dinge liest. Ich wünsche mir natürlich, dass Martin die Reihe beenden kann. Mit 70 ist er nunmal in der Tat nicht mehr der Jüngste. Aber auch auf den zweiten Band der Targaryan-Geschichte freue ich mich. Es ist schon gigantisch zu sehen, wieviel Herzblut in das alles reingeflossen ist. Und qualitativ schon herausragend.

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