Lesemonat November

Hallöchen ihr Lieben,

wieder ist ein Monat und fast das Jahr vorbei, das ging schnell. Dieser Monatsrückblick kommt einiger Verspätung, da ich die letzten Tage damit beschäftigt war eine Bewerbung zu schreiben. Der November war für mich schön. Ich verbrachte mehrere Tage in Tel Aviv und hatte dort eine gute Zeit. Die Stadt ist toll. Genaueres werde ich euch in meinen Reiseberichten erzählen. Hier ist es noch um einiges wärmer als in Deutschland, wenn auch nicht mehr so warm wie im September. Im Gegensatz zu den meisten von euch bin ich nicht so in Weihnachtsstimmung. Dies liegt daran, dass die meisten Israelis kein Weihnachten feiern (Christ_innen machen nur ca. 2% der Bevölkerung aus). Aus diesem Grund gibt es hier keine Weihnachstdeko oder die ganzen Weihnachtsprodukte, die wir aus deutschen Läden kennen. Dafür fand hier Hannukah, das jüdische Lichterfest, statt. Dem werde ich ebenfalls einen Extrabeitrag widmen. Kommen wir nun zu den buchigen Themen.

Neuzugänge

Fire and Blood von George R. R. Martin Illustrationen von Doug Wheatley

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Genre: Fantasy

Seitenzahl: 736

Deutscher Klappentext: Wie alles begann!
Die packende Vorgeschichte um die Herrschaft des Königshauses Targaryen.

Was für Tolkien Fans das Silmarillion ist, erscheint nun von George R.R. Martin – die epische Vorgeschichte von »Das Lied von Eis und Feuer«! Drei Jahrhunderte, bevor die Serie beginnt, eroberte Aegon Targaryen mit seinen Schwestergemahlinnen und ihren drei Drachen den Kontinent Westeros. 280 Jahre währte die Herrschaft seiner Nachkommen. Sie überstanden Rebellion und Bürgerkrieg – bis Robert Baratheon den irren König Aerys II. vom Eisernen Thron stürzte. Dies ist die Geschichte des großen Hauses Targaryen, niedergeschrieben von Erzmaester Gyldayn, transkribiert von George R.R. Martin.

Als begeisterter George R. R. Martin Fan war dieses Buch für mich ein muss und ich kaufte es mir sofort. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Beitrag schreibe, habe ich das Buch bereits gelesen. Es war fantastisch. Eine längere Rezension wird folgen.

Gelesene Bücher

Im November las ich etwas weniger Bücher, als im Oktober, und hörte ein Hörbuch. Ich habe bis auf Three Parts Dead zu keinem dieser Bücher eine Rezension geplant. Falls euch trotzdem eine interessieren würde, lasst es mich in den Kommentaren wissen. Dies waren die Bücher, die ich letzten Monat las bzw. hörte:

Three Parts Dead von Max Gladstone

Download

Genre: Fantasy

Seitenzahl: 336

Nachdem mir die ersten beiden Bände der Craft Sequence gut gefielen, las ich direkt den nächsten Teil. Ich fand ihn schwächer als seine Vorgänger, aber immer noch gut. Eine längere Rezension wird folgen.

Not my Father’s Son von Alan Cumming (Hörbuch) gelesen vom Autor

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Genre: Biographie

Länge: 6 Stunden 28 Minuten

Not my Father’s Son ist die Autobiografie des schottischen Schauspielers Alan Cumming (am besten bekannt für seine Rolle als Eli Gold in The Good Wife). Die Autobiografie wechselt zwischen Ereignissen, die vor einigen Jahren passierten und Cummings Kindheit. Vor einigen Jahren nahm Cumming an einer Serie Teil, in der sich Prominente auf Ahnenforschung betreiben, dies brachte in ihm Erinnerungen an seine Kindheit hoch. Cummings Vater war gewalttätig und schlug Cumming und seine Geschwister, was bei dem Schauspieler ein bleibendes Trauma auslöste. Mit diesem setzt er sich als Erwachsener auseinander und  versucht gleichzeitig mehr über die mysteriösen Todesumstände seines Großvater herauszufinden.

Ich wusste, bevor ich das Buch hörte, nicht, dass Alan Cumming eine furchtbare Kindheit hatte. Die Berichte über den Missbrauch, den er als Kind erfuhr, machen Not my Father’s Son zu einem emotionalen Buch. Jedoch streut Cumming Humor ein, wo es geht, um das Buch nicht zu deprimierend zu machen. Gut gefiel mir, dass es dem Autor gelingt, zwischen den verschiedenen Zeiten (seiner Kindheit und vor ein paar Jahren) zu wechseln. Bei vielen Biografien machen solche Zeitsprünge die Handlung verwirrend, aber das war hier nicht der Fall. Das Hörbuch liest Cumming selbst und er bewies, dass er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Autor und Hörbuchsprecher einen guten Job macht.

Uprooted: How 3000 Years of Jewish Civilization in the Arab World Vanished Overnight von Lyn Julius

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Genre: Sachbuch, Geschichte, Jüdisches Leben

Seitenzahl: 368

Während meines Tel Aviv Besuchs war ich in einem Museum für irakisch-jüdische Geschichte. Dies weckte meine Interesse an dem Leben von Jüd_innen in arabischen Staaten und ihrer Vertreibung. 1948 lebten ca. 850.000 Jüd_innen in Marokko, Tunesien, Algerien, Libyen, Ägypten, Syrien, dem Libanon, dem Irak und Jemen. Heute sind es unter 5000. Der Rest wurde vertrieben oder musste fliehen. Diese Länder hatten jahrtausendealte jüdische Gemeinden, von denen heute in den meisten Fällen nichts mehr übrig ist. Uprooted ist eines der wenigen Bücher zu dem Thema und bietet eine Zusammenfassung über die Geschichte jüdischen Lebens in der Region, die Kultur der dort ansässigen Jüd_innen, ihrer Vertreibung und Integration in Israel.

Das Buch gefiel mir insgesamt mittelmäßig. Einerseits liefert die Autorin interessante Informationen und vermittelt wichtiges Wissen. Außerdem ist der Schreibstil  flüssig und das Buch lässt sich gut lesen. Andererseits verwendete die Autorin für ein Sachbuch vergleichsweise wenige Quellen (vor allem wenig akademische). Zudem war die Autorin manchmal mehr darauf konzentriert ihre eigene Meinung zu verbreiten, als sich auf eine historische Analyse zu konzentrieren. Ihr Ton wurde mir an einigen Stellen, für ein Sachbuch, zu polemisch. Dennoch bereue ich es nicht Uprooted gelesen zu haben, da ich beim Lesen viel lernte.

The Left’s Jewish Problem: Jeremy Corbyn, Israel and Anti-Semitism

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Genre: Sachbuch, Politik, Antisemitismus

Seitenzahl: 352

In den letzten Monaten machte ich einen Onlinekurs zum Thema Antisemitismus und Dave Rich war einer der Dozenten in dem Kurs. Er lieferte gelungene Analysen zum Thema linker Antisemitismus und ich entschloss mich, mich genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen. Schließlich weiß ich über linken Antisemitismus weniger als über den Rechten. Hirsch schrieb dieses Buch auf Grundlage seiner Doktorarbeit zu dem Thema, wobei es in einem Stil geschrieben ist, der sich an eine breitere Leserschaft richtet.

Seit Jeremy Corbyn 2015 Chef der britischen Labour Partei wurde, wird diese von Antisemitismusvorfällen geplagt. So sagte der ehemalige Bürgermeister Londons Ken Livingstone, „dass Hitler den Zionismus unterstütze, bevor er verrückt wurde und 6 Millionen Juden ermordete.Die Labourabgeordnete Naz Shah schlug vor Israel in die US zu verlegen und es gab zahlreiche weitere Fälle von Antisemitismus in der Partei. Dies ging so weit, dass eine jüdische Abgeordnete bei einem Parteikongress vor einigen Wochen unter Polizeischutz gestellt werden musste.  Corbyn selbst bezeichnete in der Vergangenheit Hammas und Hisbollah als Freunde, legte einen Gedenkkranz für Terroristen, die an der Planung der Geiselnahme und Ermordung von israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen in München, teilnahmen, und meinte, dass „Zionisten (Codeword für Juden) keine Ahnung von britischer Geschichte und britischen Humor haben. Dies sind nur ein paar seiner Vorfälle, in denen er sich problematisch verhielt, es gibt noch mehr. Als Parteivorsitzender wäre es seine Aufgabe gewesen, die Antisemitismuskrise seiner Partei zu lösen. Jedoch ging er zögerlich gegen das Problem vor, sodass die Situation schlimmer wurde. In einer Umfrage unter britischen Jüd_innen, im September, gaben 40% der Befragten an, dass sie ernsthaft daran denken würden auszuwandern, falls Corbyn Premierminister würde. 

The Left’s Jewish Problem erschien in überarbeiter Fassung im September und kann deshalb nicht auf alle diese Vorfälle eingehen. Dafür geht das Buch detailliert auf die Entwicklung des Antisemitismus in den britischen Linken ein. Der Autor recherchierte tief und erklärt die Zusammenhänge gut. Trotz zahlreicher Details war The Left’s Jewish Problem interessant und ließ sich gut lesen. Allerdings war es aufgrund der Thematik manchmal deprimierend das Buch zu lesen. Bei dem Job, den die aktuelle britische Regierung macht, wäre eine gute Alternative wichtig, doch die Labour Partei kann diese aktuell nicht bieten.

Falls es eine dritte Version, die auf neuere Entwicklungen eingeht, geben wird, werde ich diese auf jeden Fall lesen.

 

Interessante Beiträge

Hier stelle ich euch ein paar Blogbeiträge vor, die mir diesen Monat besonders gut gefielen.

Sabine von Antiheldin und Karo von Fiktion Fetzt  starteten die Blogreihe Bakerstreet Blogs. Im Zuge dieser schrieben sie verschiedene Blogbeiträge zu Sherlock Holmes. In diesen setzten sie sich unter anderem mit den Verfilmungen oder den Frauenfiguren in der Reihe auseinander.

Sarah von Pergamentfalter, erklärte in diesem Artikel, wie sie lernte mit HTML und CSS umzugehen. Ein lohnenswerter Beitrag über die technischen Aspekte des Bloggens.

Der Tätowierer von Auschwitz  von Heather Morris erzählt, die Geschichte eines KZ Häftlings. Das Buch wurde unter anderem für seine gute Recherche über das KZ Ausschwitz und den Häftling, mit dessen Schicksal es sich auseinandersetzt, gelobt. Dadurch wanderte der Roman auf meine Leseliste. Jetzt unterzog die Ausschwitzgedenkstätte das Buch einem Faktencheck und kam zu einem vernichtenden Urteil. 

Katriona von Stürmische Seiten stellte diese tolle Liste zu historischen Romanen mit LGBTQ+ Figuren auf.

Dies war mein Monatsrückblick. Ich wünsche euch einen schönen Dezember und eine besinnliche Adventszeit.

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