Women & Power: A Manifesto von Mary Beard

 

Titel: Women & Power
Genre: Essaysammlung, Feminismus
Seitenzahl: 115
Format: E-Book
Verlag: Profile Books
Erscheinungsjahr: 2017
Deutscher Titel: Frauen & Macht

Frauen und Macht ist ein kurzes Buch, welches aus zwei Essays besteht, die sich mit dem titel gebenden Thema Frauen und Macht beschäftigen. Beard ist Historikerin für antike Geschichte und ihre Essays schlagen einen Bogen von dem antikem Frauenbild zum modernen. Dies mag auf den ersten Blick einige verwirren, schließlich sollten wir inzwischen weiter sein als vor Tausenden von Jahren. Tatsächlich zeigt Mary Beard hier, wie Gesellschaftsbilder, die vor Jahrtausenden entstanden unser Leben noch heute prägen.

Das erste Essay zeigt, wie die Stimmen von Frauen im öffentlichen Raum wahr genommen werden. Bereits in der Antike wurden die Stimmen von Frauen aus dem öffentlichen Raum verbannt. Öffentliches Sprechen galt als „Männersache“ (außer wenn Frauen „typische Frauenthemen“ wie Kinder und Familie ansprechen wollen). Die Meinung von Frauen gilt als nichts wert und Frauen gelten als Wesen, die nur über unnütze Themen plappern. Wenn Frauen sich zu Themen wie Politik äußern, wird ihre Meinung als nicht wichtig angesehen. So verwendet Beard z. B. folgenden Satz aus einem Cartoon:

‚That’s an excellent suggesstion, Miss Triggs. Perhaps one of the men here would like to make it’.

Die Annahme, dass Frauen nichts Wichtiges zu sagen haben, haben wir so stark verinnerlicht, dass viele von uns automatisch hohe Frauenstimmen als weniger autoritär wahr nehmen, als tiefe Männerstimmen.

Das zweite Essay behandelt Frauen in Machtpositionen, bzw. Frauen, die versuchen, solche zu erreichen. Es zeigt, wie schwer es für Frauen heute noch ist, Machtpositionen zu erreichen und in ihnen zu bleiben. Häufig gelingt es Frauen nur Machtpositionen zu erreichen, indem sie nicht zu weiblich wirken und sich an bestehende Strukturen anpassen. Sie trainieren zum Beispiel ihre Stimmen, damit diese nicht zu hoch wirken, oder tragen praktische Hosenanzüge (wie Angela Merkel und Hilary Clinton) um nicht zu weiblich zu wirken. Beard argumentiert hier, dass unsere bestehende Definition von Macht, diese als etwas Männliches auslegt und Machtstrukturen von Männern für Männer geschaffen wurden. Dadurch haben laut Bear die meisten Frauen von Anfang an kaum Chancen in diesem System Erfolg zu haben. Deshalb ermutigt sie die Leser_innen einen neuen Diskurs zum Thema Macht anzustoßen.

Diese beiden Essays waren interessant zu lesen. Selbst wenn man über die Antike wenig weiß, vermittelt einem Beard genügend Wissen und sie zeigt gut die Parallelen von der Antike zur Moderne auf. Die Essays sind in einem leichten, aber nicht zu trivialen Stil, geschrieben, der es möglich macht den Ausführungen der Autorin leicht zu folgen. Beim Lesen, markierte ich mir zahlreiche Textstellen auf dem Kindle, da sie mir so gut gefielen. Ich beschäftige mich zwar schon länger mit dem Thema Feminismus und hatte öfters über Frauen in Führungspositionen gelesen, trotzdem vermittelten mir die Essays neues Wissen. Wenn es etwas gibt, dass ich an Frauen und Macht auszusetzen habe, dann höchstens, dass das Buch zu kurz war. Ich hätte gerne mehr von Mary Beards Analysen zum Thema gelesen.

Weitere Rezensionen:

Rezension von Mareike von Crow and Kraken 

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