Mort von Terry Pratchett

Titel: Mort
Genre: Humoristische Fantasy
Seitenzahl: 309
Format: E-Book
Verlag: Harper Collins
Erscheinungsjahr:1987
Deutscher Titel: Gevatter Tod
Reihe: Scheibenwelt 4

Deutscher Klappentext: Bevor der Tod in seinen wohlverdienten Urlaub aufbricht, stellt er den jungen Lehrling Mort als Vertreter ein. Mort hat alle Hände voll zu tun: Überall auf der Scheibenwelt ist seine Sense gefragt, und es gehört zum guten Ton, dass Könige, Zauberer und andere wichtige Persönlichkeiten vor deren Ableben persönlich besucht werden. Doch dann trifft Mort auf eine junge Prinzessin, die Opfer eines Attentats werden soll. Mort rettet sie und bringt damit nicht nur Tods Plan, sondern das gesamte Gefüge der Scheibenwelt durcheinander …

Terry Pratchett war einer der weltweit bekanntesten und erfolgreichsten Fantasyautoren, dennoch hatte ich bisher keinen seiner Romane gelesen. Sein bekanntestes Werk ist die Scheibenweltreihe, aber diese besteht aus über 40 Bänden und so wusste ich bisher nicht, wo ich anfangen sollte. Zwar sind diese 40 Bände in Unterreihen sortiert, trotzdem ist es ein großes Unterfangen all diese Bücher zu lesen. Als Rike von Rike Random verkündete, dass sie eine Leserunde zu den Scheibenweltromanen veranstalten wird, klang das endlich nach einem guten Zeitpunkt, um in die Reihe einzusteigen. Sie organisierte die erste Leserunde zu Mort dem ersten Band der Unterreihe zu dem Charakter Tod, an der ich teilnahm.

Mort ist nicht der erste, in der Scheibenwelt spielende Roman, den Pratchett schrieb, dennoch hatte ich kein Problem damit in die Reihe einzusteigen. Die Welt wurde so beschrieben, dass es sich für Neulinge verstehen ließ, die Charaktere wurden gut eingeführt und die Handlung ist in sich abgeschlossen. Wer ebenfalls überlegt mit den Scheibenweltromanen anzufangen, dem bietet Mort einen guten Einstieg.

Die Welt ist liebevoll und detailreich gezeichnet. Es gibt ständig neue Aspekte an ihr zu entdecken. Mir wurde beim Lesen schnell klar, wieso Pratchett es schaffte, viele Romane in der Welt zu schreiben. Ich merkte beim Lesen sofort, dass es sich lohnt, diese Welt besser kennenzulernen und ihre zahlreichen Facetten zu entdecken. Ich denke, manche Details werden Leser_innen erst bei einem Re-read auffallen.  Gleichzeitig bietet die Scheibenwelt viele interessante Aspekte, die ich so noch in keinem Roman gesehen hatte. So ist die Scheibenwelt zum Beispiel eine Scheibe, die auf dem Rücken von vier Elefanten getragen wird, welche sich auf einer Schildkröte befindet, die durch das All schwebt. Ähnlich absurd ist der Rest der Reihe. Genau dies war beim Lesen eines meiner Probleme. Ich bin Fantasyfan, aber ich mag meine fantastischen Welten gerne logisch strukturiert. Das Absurde bereitet mir häufig Probleme, weil ich mich fragte, wie es funktioniert, wie es logisch aufgebaut ist, etc. Dies machte das Lesen von Mort nicht immer einfach für mich und ich glaube, ich brauche eine Weile, um mich an die Welt zu gewöhnen.

Was die Charaktere des Romans angeht, so gefielen mir viele von ihnen gut und ich hoffe sie in weiteren Romanen zu sehen. Der Tod ist ein nicht menschliches Wesen, dem menschliche Gefühle fremd sind. Er weiß zum Beispiel nicht was Spaß oder Freude sind, dennoch versucht er diese zu verstehen. Dies führt zu mehreren amüsanten Situationen  z.B. als er versucht sich zu betrinken oder am Glücksspiel teilzunehmen. Dann ist da der chaotische Magier Cudwell, der in Ereignisse hineingezogen wird, die viel zu groß für ihn, oder Binky das Pferd und der treue Begleiter des Tods. Einzig mit Mort, dem Protagonisten des Romans, wurde ich nicht richtig warm. Er gefiel mir als Charakter nicht schlecht, aber er konnte mich auch nicht begeistern. Er ist eine Junge, der anders ist als viele seine Altersgenossen, nachdenklicher, tollpatschige. Irgendwie kam mir sein Charakter so vor, wie eine Figur, die man häufiger in Romanen sieht. Das machte ihn für mich uninteressant.

Die Handlung von Mort ist spannend. Es gab keinen Moment, an dem ich mich langweilte und langsamere Passagen wurden gut mit actionreicheren auspassiert. Dennoch habe ich zwei Kritikpunkte an der Handlung: Zum einem passierten manche Ereignisse sehr abrupt und mir war es nicht immer möglich die Motivation der Charaktere für ihre Taten zu verstehen. So gab es zum Beispiel eine Stelle, bei der sich zwei Charaktere normal unterhielten, und im nächsten Moment der eine den anderen mit einem Schwert bedrohte, ohne das mir klar war wieso. Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass das Ende zu plötzlich kam. Die Ereignisse, vor allem eine Hochzeit zwischen zwei Charakteren, wurden nicht zu genüge aufgebaut. Mort ist ein dünnes Buch, also hätte der Autor hier ohne Probleme ein paar Seiten mehr schreiben können.

Positiv zu erwähnen ist dafür Pratchetts Schreibstil. Dieser ist locker und gespickt mit Humor. Alle paar Seiten gab es Sätze, die mich auflachen ließen und die ich mir auf dem Kindle markierte. Hier nur ein paar Beispiele

S. 5 The Creator had a lot of remarkably good ideas when he put the world together, but making it understandable hasn’t been one of them.

S.173 ‘It would seem that you have no useful skill or talent whatsoever’ he said. ‘Have you thought of going into teaching?’

Insgesamt gefiel mir Mort trotz dieser Schwächen gut, aber ich fand es nicht herausragend. Den Hype um Pratchett kann ich bisher nicht teilen, dennoch werde ich weitere Scheibenwelt Romane lesen. Vielleicht brauche ich eine Weile, um mich an diese zu gewöhnen.

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