Israel Tag 2-4: Fahrt zum Kibbuz und die ersten Tage im Kibbuz

Tag 2

Am Morgen des zweiten Tags meiner Israelreise fuhr ich mit einem der Mädchen aus meinem Zimmer, die ebenfalls eine Kibbuzfreiwillige war, zur Freiweilligenagentur. Die Agentur vermittelt Freiwillige an die jeweiligen Kibbuzim und kümmert sich um den gesamten bürokratischen Ablauf. Es dauerte eine Weile bis wir das Büro der Agentur, fanden, da im Internet die falsche Hausnummer angegeben war. Dort stand die Agentur befände sich in Hausnummer 16. Tatsächlich befand sie sich aber in Hausnummer 13. Schließlich ging ich in ein Gebäude, um nachzufragen wo Hausnummer 16 sei. Dieses Gebäude stellte sich als die Freiwilligenagentur heraus.

Im Büro der Freiwilligenagentur angekommen, mussten wir erst Mal eine Weile warten bis uns geholfen wurde, da das Computersystem der Agentur down war. Als die Computer wieder funktionierten, kümmerte sich einer der Frauen im Büro um mich. Leider gab es sofort schlechte Nachrichten: Mir war ein falsches Visum ausgestellt wurden. Ich hatte ein Touristenvisum anstatt eines Voluntärsvisum bekommen. Die Angestellte von der Freiwilligenagentur erklärte mir, dass den Grenzbeamten so etwas öfters passierte. Sie würde sich bald mit dem Innenministerium treffen und mein Visum ändern lassen. Aus diesem Grund behielt die Freiwilligenagentur meinen Pass vorläufig und gab mir eine Kopie samt Schreiben, welches die Situation erklärte. Dies war für den Fall, dass ich einer Passkontrolle unterzogen werden sollte.

Nach dem Gespräch über meinen Reisepass, unterhielt sich die Mitarbeiterin mit mir über meinen Kibbuzaufenthalt. Darin wurde geklärt, wie lange ich bleibe (manche Kibbuzim nehmen ausschließlich Freiwillige, die 6 Monate oder länger bleiben wollen), was für Arbeit ich erledigen wollte etc. Sie hatte eine Liste mit Kibbuzim, die aktuell Freiwillige brauchten, und rief bei dem ersten, was mich interessierte an. Allerdings stellte sich heraus, dass dort nur Freiwillige im Kibbuzkindergarten gebraucht wurden. Da ich echt schlecht im Umgang mit Kindern bin, lehnte ich ab, aber wir hatten bei dem zweiten Kibbuz Glück. Kibbuz Yotvata brauchte Freiwillige und wurde ich dorthin eingeteilt. Ich erhielt die Telefonnummer meiner Ansprechpartnerin im Kibbuz, so wie eine Wegbeschreibung. Bevor ich das Büro der Freiwilligenagentur verließ, bekam ich wie alle Freiwilligen, ein T-Shirt auf dem Kibbutz Volunteer steht. Anschließend machte ich mich auf den Weg.

Als Erstes fuhr ich von der Agentur zum Hauptbahnhof in Tel Aviv. Dieser ist ein altes und mittlerweile, ziemlich heruntergekommenes Gebäude. Zudem erstreckt es sich über mehrere Etagen und es ist ein bisschen verwirrend herauszufinden, wo der eigene Bus auffährt. Außerdem scheint es ein Ort zu sein, an dem man sich definitiv nicht nachts aufhalten will. Ich fand schließlich die Stelle, an der mein Bus nach Yotvata abfuhr, hatte jedoch bis dahin noch Zeit und kaufte mir etwas zu Essen.

Yotvata befindet sich tief im Süden Israels, in der Negevwüste. Praktischerweise gibt es von Teil Aviv Reisebusse, die nach Eilat (südlichste Stadt in Israel) fahren und auf dem Weg dahin zahlreichen Stationen halten. Ich stieg in meinen Bus und die Fahrt begann. Da Yotvata weit im Süden liegt, dauerte meine Fahrt ca. 5 Stunden, aber wir machten unterwegs mehrmals an Raststätten halt. Außerdem fuhren wir an schöner Wüstenlandschaft vorbei. In der Wüste gibt es nicht viel außer Beduinen, Kamelen, vereinzelten Kibbuzim, Dörfern und dem israelischen Nuklearreaktor.

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Pause an der Raststätte
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Überall Wüste

Nach über 5 Stunden kam ich in Yotvata an. Dort empfing mich Reut, eine Frau aus dem Kibbuz, die sich um die Freiwilligen kümmert. Sie stellte mich den anderen Freiwilligen vor und ich aß mit ihnen gemeinsam zu Abend. Eine Führung durch das Kibbuz und Einteilung für die Arbeit verschoben wir auf den nächsten Tag, da es schon 19: 00 Uhr war. Dann ging ich auf das Zimmer, dass mir zugeteilt worden war und las noch ein bisschen. Mein Zimmer  teilte ich mir zu diesem Zeitpunkt mit zwei Frauen aus Kolumbien, aber die waren an diesem Abend nach Eilat gefahren. Die Unterkünfte der Freiwilligen befinden sich in kleinen Häusern im Kibbuz. Dort gibt es in der Regel zwei Zimmer pro Haus, wobei sich ein Zimmer manchmal von mehreren Freiwilligen geteilt wird, eine Toilette ein Bad und eine kleine Küchenzeile.

Tag 3

An meinen ersten Tag im Kibbuz schlief ich aus, was dazu führte, dass ich das Frühstück verpasste. Gegen 10:30 Uhr  traf ich mich mit Reut, die mir eine Führung durch das Kibbuz gab und noch ein paar Verwaltungssachen mit mir klärte. Um 12:00 Uhr gab es Mittagessen und danach mussten die anderen Freiwilligen, Reut und ich gemeinsame Aufenthaltsbereiche und die Terrassen der Freiwilligenunterkünfte putzen. Dort hatte sich einiges an Müll angesammelt hatte. Anschließend setzten wir uns gemeinsam auf die Wiese, aßen Snacks und erhielten von Reut Geschenke zum jüdischen Neujahrsfest, welches einige Tage später beginnen sollte. Als Geschenk bekamen wir Prosecco und eine Tasse mit Honig und Bonbons. Den Rest des Tages hatten wir frei und ich verbrachte ihn damit das Kibbuz zu erkunden und zu lesen.

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Der Blick von meiner Terrasse

 

Tag 4:

Tag 4 war der Shabbat. Der Samstag, welcher im Judentum der Ruhetag ist, so wie für uns der Sonntag. An diesem Tag erkundete ich das Kibbuz weiter und las den zweiten Band der Rivers of London Reihe von Ben Aaronovich.

Am 5. Tags meines Israelaufenthalts begann ich mit der Arbeit im Kibbuz, aber davon werde ich euch ein anderes Mal berichten.

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