#Buchshit Blogtour

Der Buchdrache veranstaltet eine Buchtour zum Thema „Buchshit“. Wir das Wort Buchshit sagt, geht es um Bücher, die wir schlecht finden. Wer mir länger folgt weiß, dass ich häufig eines an Büchern zu kritisieren finde und auch gerne rante. Aus diesem Grund ist die Blogtour das Richtige für mich. Wir können unseren Beitrag frei gestalten und ich entschied mich euch die  schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe vorzustellen. Im letzten Jahr veröffentlichte ich einen Beitrag, in dem ich „8 Bücher, die ich abgebrochen habe“ vorstellte.  Deshalb geht es in diesem Beitrag ausschließlich um Bücher, die ich beendete. Im Laufe der Jahre, las ich viele und bei einigen weiß ich zwar noch, ob ich sie gut oder schlecht fand. Solche Bücher werden hier ebenfalls ausgeschlossen. Schullektüren habe ich ebenfalls aus der Liste raus genommen.

Natürlich möchte ich noch anmerken, dass dies meine subjektive Meinung ist. Wenn ihr die entsprechenden Bücher mögt, ist das euer gutes Recht und bitte fühlt euch von diesem Beitrag nicht angegriffen.

Genug an Vorgeplänkel, hier sind die schlechtesten Bücher, die ich je las

The Sheikh who stole her Sammelband

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Dies ist ein Sammelband, der drei einzelne Romane enthält. Und zwar Sheikh Seduction von Dana Marton, The Untamed Sheikh von Tessa Radley und Dessert King, Doctor Daddy (ja der Roman heißt wirklich so) von Meredith Webber. Dies sind alles Groschenromane, welche von selbstbewussten Karrierefrauen handeln, die aus irgendwelchen Gründen in Scheichtümer in der Wüste (genau muss man das nicht erklären immerhin sind alle arabischen Wüstenstaaten gleich, nicht war?) reisen müssen und sich dort in heiße Scheichs verlieben. Natürlich gibt es zahlreiche Hindernisse, die sich der Liebe in Weg stellen  und die Leser_innen müssen gespannt abwarten, ob die Liebenden letztendlich zusammenkommen.

Sicherlich wundern sich einige von euch, dass ich einen Groschenroman gelesen habe. Vor über einem Jahr entschied ich mich mit ein paar Leuten aus meiner Schreibgruppe eine Schundleserunde zu veranstalten. Jede von uns las ein Buch dass wir als Schund bezeichneten, und berichtete den anderen von ihrer Erfahrung. Meine Wahl fiel auf dieses Buch. Gut waren die Romane darin nicht, die Sprache war eintönig und verwendete merkwürdige Metaphern (da war zum Beispiel seine männliche Ausstrahlung, die so stark war, dass sie von seinem Knie zu ihr hüpfte), eine langweilige Handlung, da bei jedem Roman von Anfang an klar war, wie er ablaufen würde, mit Stereotypen beladene Charaktere (die Frauen waren Karrierefrauen, die kein Interesse an einer Beziehung hatten und die Männer immer extrem maskuline, Scheichs, harte Schale weicher Kern, intelligent, mitfühlend und kompetent in allem von Sport, über Autos reparieren, zu kämpfen, in der Wüste überleben, Wunden versorgen und Wirtschaft). Dazu nimmt man noch eine klischeehafte Darstellung des Nahen Ostens und toxische Liebesbeziehung und fertig ist der Schundroman.

Shadow and Bone von Leigh Bardugo

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Ja, ich weiß Leigh Bardugo ist eine sehr beliebte YA Autorin. Als ich den Roman letzten Herbst las, hoffte ich auf ein gutes Buch, dass mir über meine YA Flaute hinweghelfen würde. Stattdessen war genau das Gegenteil der Fall. Worldbuilding war praktisch kaum vorhanden und ich bekam beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin sich kaum Gedanken über ihre Welt gemacht hatte. Die Protagonistin war eine austauschbare 08/15 YA Protagonistin und die meisten anderen Charaktere besaßen kaum Persönlichkeit. Die Handlung war langweilig und erinnerte oft an die einer schlechten Soap. Bonus für eine merkwürdige Fixierung auf Schönheit und das Chaos ist perfekt.

Wer einen längeren Rant sehen will, kann meine Rezension hier lesen.

Evernight von Claudia Gray

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Anfangs fand ich das Debüt von Claudia Grey nicht schlecht. Es war nicht herausragend, aber in Ordnung. Zu Beginn des Romans war mein einziger Kritikpunkt, dass sich der Roman nicht stark von anderen Vampirromanen Unterschied, die zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht wurden.

Das Hauptproblem des Romans ist, dass es eines der größten Plotholes enthält, die ich jemals in einem Roman entdeckte. Ich kann nicht genau sagen, was es ist, ansonsten würde ich die Handlung von Evernight spoilern, aber es gibt einen Plottwist, der keinen Sinn ergibt. Dieser Plottwist eröffnet den Leser_innen neues Wissen über die Welt und die Handlung und er soll die Leser_innen schockieren. Das Problem dabei ist, dass Evernight in der ersten Person geschrieben ist. Die Protagonistin wusste, die erwähnten Aspekte die ganze Zeit, obwohl sie die ahnungslos wirkte. Sie soll aber keine unzuverlässige Erzählerin oder sehr vergesslich sein. Gleichzeitig ist es offensichtlich, dass die Protagonistin auf eine bestimmte Art und Weise handelte, weil die Autorin Wissen vor den Leser_innen verheimlichen wollte. Sobald die Leser_innen über dieses Wissen verfügen, ergibt  das Verhalten der Protagonistin keinen Sinn mehr. Es wirkt so, als wollte Claudia Grey, die Leser_innen mit einem unvorhersehbaren Plottwist überraschen und ruinierte damit den Rest der Geschichte. Dies war schade, denn die Geschichte hätte funktioniert, wenn die Leser_innen das Wissen von Anfang an gehabt hätten. Der Plottwist war unnötig.

The Fate of the Tearling von Erika Johansen

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Den ersten Teil von Erika Johasens Tearling Trilogie mochte ich, den Zweiten fand ich schlechter, doch ich hoffte dass der Dritte das Ruder noch mal herumreißen würde. Dies geschah leider nicht. Der Roman wirkte schlecht durchdacht und überhastet geschrieben. Das Magiesystem wirkte schlecht durchdacht und ich verstand nach Beendigung der Reihe nicht genau, wie es funktionieren sollte. Zudem öffnete das Ende der Trilogie Geheimnisse, die die beiden Vorgänger aufgebaut hatten. Leider waren die Auflösungen ernüchternd und nach ich hatte das Gefühl die Dinge hätten nicht geheim gehalten werden müssen. Es wirkte leider so als hätte die Autorin sie geheim gehalten, um künstlich Spannung zu erzeugen.

Legend von Marie Lu

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Es ist erst ein paar Monate her, dass ich Legend las und einen Rant zu dem Buch verfasste. Für mich ist Legend eine Kombination aus Dystopie ohne Worldbuilding, Charakteren, die extrem kompetent sein sollen, sich aber über alle Maßen inkompetent verhalten, einer unlogischen Handlung und einer vorhersehbaren und toxischen Liebesbeziehung. Kurioserweise fand ich das Buch beim Lesen so schlecht, dass ich unbedingt weiterlesen wollte, um herauszufinden, ob es noch schlechter werden kann.

Swords and Scoundrels von Julia Knight

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Swords and Scoundrels (dt. Schwerter und Schwindler) klang nach einem spannenden und actiongeladenen Buch, aber es war das komplette Gegenteil. Über die Welt wurden so wenige Informationen geliefert, dass es kaum möglich war, sie verstehen. Die Charaktere hätte man durch Pappausteller austauschen können, über so wenig Persönlichkeit verfügten sie. Mir war am Ende egal, ob sie überlebten oder nicht, derart langweilig waren sie. Zudem brach die Autorin die wichtige Schreibregel „show don’t tell“ permanent.

Empire of Storms von Sarah J. Maas (spoilerwarnung für die ersten vier Bände der Throne of Glass Trilogie)

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Dies wissen einige nicht aber ich war früher ein großer Sarah J. Maas Fan. Ich las den ersten Band der Throne of Glass Reihe kurz nach dem er auf dem englischen Buchmarkt erschien. Die Folgebände kaufte ich mir ebenfalls schnell. Ich denke wenn ich die Bücher heute noch mal lesen würde, würden sie mir von Anfang an nicht gefallen. Damals gefielen mir die ersten drei Bände der Reihe, den vierten fand ich um einiges schlechter und nach dem fünften mochte ich die Reihe nicht mehr. Ich könnte an dieser Stelle einen 2000 Wörter langen Rant über Empire of Ships schreiben, aber ich versuche mich kurz zu fassen.

Caelena/ Aelin/ Mary Sue war nie mein Lieblingscharakter. In den ersten drei Bänden fand ich sie in Ordnung. Bereits in Queen of Shadows fing sie an mir auf die Nerven zu gehen. In Empire of Ships war sie schließlich unausstehlich. Sie kommandiert alles und jeden herum, hält es nicht aus, wenn jemand nicht mit ihren Plänen einverstanden ist und verhält sich allgemein tyrannisch. Dennoch vergöttern alle sie. Jeder andere Charakter muss am laufenden Band wiederholen, wie toll Caelena/ Aelin/ Mary Sue ist. Die Geschichte ist so geschrieben, dass Maas ihre Leser_innen ständig daran erinnert, wie toll die Protagonistin ist und was sie alles kann. Caelena soll der perfekte Charakter sein. Für mich wurde sie damit endgültig zur Mary Sue und zu einem komplett unausstehlichen Charakter. Rowans Rolle ist nur noch die der Loveinterest und er ist zu einer Verkörperung der toxischen Maskulinität geworden. An der Liebesgeschichte der beiden hatte ich dementsprechend wenig Interesse. Zudem schrieb Maas ihre Sexszenen so, dass ich beim Lesen ständig Lachanfälle bekam. Die beiden Charaktere gingen mir so stark auf die Nerven, dass ich nach  Empire of Ships auf ein Ende der Reihe hoffte, bei dem Caelena/ Aelin/ Mary Sue und Rowan/ Toxic Masculinity sterben.

Die anderen Charaktere waren, von Lysandra abgesehen, nicht viel besser geschrieben.  Maas hat irgendwie ein Talent dafür ihre eigenen Charaktere zu ruinieren. Ehrlich gesagt hatte ich beim Lesen stellenweise das Gefühl, es wären nicht die Charaktere aus vorangegangen Bänden, sondern Fanfictionversionen von ihnen.  Alle Charaktere, die ich früher mochte, wurden zu Charakteren, die ich nicht mehr ausstehen konnte. Außerdem mussten sie die Leser_innen ständig daran erinnern, wie toll Celaena/ Aelin/ Mary Sue und Rowan/ Toxic Masculinity sind.

Die Handlung des Romans war langweilig und bis kurz vor Ende passierte nicht viel. Außerdem mussten so ziemlich alle Charaktere in diesem Buch Pärchen bilden(was sich in Maass Büchern als Beziehung zwischen einem adeligen, gutaussehen, magiebegabten weißen Mann und einer adeligen, gutaussehenden, weißen Frau versteht. Yay für die Diversität). Dabei wirkten die meisten Beziehungen erzwungen und es wäre viel besser gewesen, wenn die Charaktere Freunde geblieben wären. Es hat seine Gründe, dass ich dieses Buch Empre of Ships nenne.

Ein weiteres Makel war, dass sich Maas Schreibstil stark verschlechtert hat. Es kam zu zahlreichen Wortwiederholungen. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, Maas hätte unter Zeitdruck gestanden und nicht genügend Zeit gehabt um das Buch vernünftig zu schreiben und zu überarbeiten.

Empire of Storms ruinierte für mich die Reihe und machte mir ihre zahlreichen Schwächen deutlich. Die weiteren Bände oder andere Bücher von Maas werde ich nicht lesen.

Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley

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Die Nebel von Avalon war ein Bestseller und einer der erfolgreichsten von Frauen geschriebenen Fantasyromane. Als ich das Buch las wollte ich mehr Fantasy von Frauen lesen und hielt Marion Zimmer Bradleys bekanntestes Werk für einen guten Einstieg. Leider wurde es zu einem der schlechtesten Romane, die ich je las und verstehe bis heute nicht, warum das Buch so beliebt ist.

Die Handlung zieht sich wie Kaugummi und bis auf die letzten 50 Seiten passiert nichts. Hinweis. das Buch hat in deutscher Übersetzung über 1100 Seiten lang. Ich habe nichts gegen langsamere Geschichten, wenn sie interessante Charaktere enthalten, doch auch dies war nicht der Fall. Das Buch enthielt die nervigsten Charaktere, die mir je in einem Roman begegnet sind. Ziemlich jeden Charakter hätte ich am liebsten durchgeschüttelt, weil ich ihn furchtbar fand. Der schlimmste Charaktere von allen war Gwenhywar. Eine Frau, die vor allem Angst hat, religiöse Fanatikerin ist, eitel ist und sich immer irrational verhält. Ich würde lieber 200 Seiten aus der Perspektive eines Serienmörders, als noch mal 20 Seiten aus ihrer Perspektive lesen. Außerdem war das Buch so stark gegen das Christentum und die Kirche geschrieben, dass es selbst mir als Atheistin unangenehm wurde. Die Autorin vermittelte die Botschaft ihres Romans ungefähr so: „Die Kirche und das Christentum sind BÖSE“. „Ja, das wissen wir.“ „Wirklich die Kirche und das Christentum sind BÖSE“. „Haben wir verstanden“. „WISST IHR NICHT DAS DIE KIRCHE UND DAS CHRISTENTUM BÖSE SIND?“ Subtilität sieht anders aus.

Ich könnte es noch mal mit einem Roman der Autorin versuchen, schließlich hat sie viele weitere Bücher geschrieben, aber ich könnte mein Geld auch für die Werke von Autor_innen ausgeben, die nicht ihre eigenen Kinder missbraucht haben.

Das war mein Beitrag zur Buchshit Blogtour den nächsten Beitrag gibt es am 12.9 bei Awen Eibner.

 

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9 Gedanken zu “#Buchshit Blogtour

  1. Ich habe vor einigen Jahren den ersten Teil der Tearling-Trilogie gelesen, allerdings in der deutschen Übersetzung, und fand den schon absolut unterirdisch. Es fällt mir schwer zu glauben, dass da noch Luft nach unten gewesen sein soll, aber ich fühle mich bestärkt in meinem Entschluss, diese Reihe nicht weiterzulesen. 🙂

    Deine Einschätzung zu „Die Nebel von Avalon“ teile ich vollumfänglich, auch wenn ich mich deshalb gelegentlich Anfeindungen ausgesetzt sehe …

    Insgesamt eine amüsante Idee und sehr schön geschrieben, insbesondere der Satz „Ich würde lieber 200 Seiten aus der Perspektive eines Serienmörders, als noch mal 20 Seiten aus ihrer Perspektive lesen.“ hat es mir angetan. 🙂

    Und irgendwie habe ich jetzt Lust, mir „Evernight“ zu organisieren, trotz meiner Abneigung gegen sämtliche Vampirromane ab Stephenie Meyer, allein wegen des beschriebenen Plotholes. 😉

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke für das Kompliment 🙂

      Juchu.. jemand, der meine Meinung zu „die Nebel von Avalon“ teilt. Das Buch ist ja so beliebt und ich habe immer das Gefühl mit meiner Meinung alleine dazustehen.

      Ich habe von Leuten, deren Meinung ich bei Büchern schätze, gehört dass einige von Claudia Greys aktuellen Romanen richtig gut sind. Sie hat auch ein paar der neueren Star Wars Büchern geschrieben. Eins davon habe ich mir gekauft und es liegt auf meinem SuB. Vielleicht hat sie sich als Autorin verbessert, aber das Plotloch im Debüt war wirklich übel.

      LG
      Elisa

      Gefällt 1 Person

  2. Der Missbrauch ist durch nichts zu entschuldigen, aber meine Bewertung von Die Nebel von Avalon sieht ganz anders aus: Ich halte es für eine ausgezeichnete Interpretation der Artuslegende aus weiblicher Sicht. Die anderen genannten Bücher würde ich von vornherein nicht einmal mit einer Zange angreifen – call it instinct 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. Haha 😀 Toller Beitrag. Die Idee klaue ich mir vielleicht mal, wenn ich darf.
    Bis auf „Die Nebel von Avalon“ habe ich keines davon gelesen und die Nebel waren … boah – sooo langweilig. Ich muss dazu sagen, dass ich das Buch als Teenager gelesen habe und mich wirklich durchquälen musste. Danach las ich „Es“ von Stephen King und war beruhigt, endlich wieder ein gutes Buch lesen zu können.
    Liebe Grüße,
    Sandra

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für das Kompliment 🙂 Ich freue mich auf deinen Beitrag. „Die Nebel von Avalon“ las ich auch mit 17 und ich freue mich immer wieder zu hören, dass ich nicht die einzige bin, die es furchtbar langweilig fand ^^ „Es“ muss ich noch lesen. Kenne noch nicht viele von Stephen King.

      LG
      Elisa

      Gefällt 1 Person

  4. Pingback: #Buchshit Blogtour - New Species von Laurann Dohner - Books and a Cuppa Tea

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