The Stone Sky von N.K. Jemisin

Genre: Fantasy
Seitenzahl: 416
Format: Taschenbuch
Verlag: Orbit
Erscheinungsjahr: 2017
Reihe: Broken Earth

Englischer Klappentext:

The Moon will soon return. Whether this heralds the destruction of humankind or something worse will depend on two women.
Essun has inherited the power of Alabaster Tenring. With it, she hopes to find her daughter Nassun and forge a world in which every orogene child can grow up safe.
For Nassun, her mother’s mastery of the Obelisk Gate comes too late. She has seen the evil of the world, and accepted what her mother will not admit: that sometimes what is corrupt cannot be cleansed, only destroyed.

Der erste Band von N.K. Jemisins Broken Earth Trilogie war eines der besten Bücher, das ich las. Band 2 war etwas schwächer, deshalb hoffte ich, dass mich The Stone Sky wieder so begeistern würde. Leider konnte das Buch diese Erwartung nur teilweise erfüllen.

Die Handlung von The Stone Sky setzt ein paar Tage nach den Ereignissen von The Obelisk Gate ein. Leider plätschert die Geschichte bis ca. zur Hälfte des Romans dahin. Dieses Stagnieren der Handlung störte mich bereits in The Stone Sky. Im zweiten Band der Trilogie wurde die langsamere Handlung durch die Vorstellung neuer Charaktere und neue Aspekte der Welt überbrückt, aber bei The Stone Sky musste ich mich leider durch die ersten 200 Seiten durchbeißen. Zum Glück schafften es die letzten 200 Seiten des Romans noch mal das Ruder herumzureißen, denn sie waren fantastisch. Die zweite Hälfte des Buchs fesselte mich so stark, dass ich das Buch kaum beiseitelegen konnte. Sie bot eine spannende Handlung mit zahlreichen überraschenden Wendungen und emotionalen Tiefgang. Zwischendurch brachte mich das Buch sogar zum Weinen, was selten passiert. Das Ende des Romans war ebenfalls passend und schloss die Reihe zufriedenstellend ab.

The Stone Sky enthüllte zudem die letzten Geheimnisse der Welt und machte deutlich, wie es den Fifth Season kam. Hier konnte Jemisin ebenfalls mit interessanten Ideen aufwarten. Ich denke, ich werde die Reihe in naher Zukunft die Reihe noch einmal mit diesem Hintergrundwissen lesen. Dies wird sicherlich eine andere Leseerfahrung sein wird. Dennoch habe ich zwei kleinere Kritikpunkte am Worldlbuilding: Die Entstehungsgeschichte der Fifth Seasons und der Orogenes wurde durch Rückblenden erklärt. Diese spielten in der Stillness, bevor es Fifth Seasons gab. Die Welt der Rückblenden unterschied sich stark von der Welt, in der der Rest der Handlung spielt. Dennoch gab es kaum Erklärungen zur Welt der Rückblenden, diese kamen erst am Ende. Dadurch waren die ersten Kapitel der Rückblenden verwirrend und ich verstand kaum, was passierte. Ich wünschte mir, Jemisin hätte es hier den Leser_innen leichter gemacht.  Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass im Worldbuilding von The Stone Sky die Grenzen zwischen Fantasy und Science Fiction zunehmend verschwommen. Es kamen sowohl Magie, als auch Technik vor. Ich liebe das Fantasy Genre und auch das Science Fiction Genre, aber ich mag eine Vermischung der beiden Genres nicht. Andere Leser_innen wird dies bestimmt nicht stören, aber ich hätte mir weniger Sci-Fi in einer Fantasyreihe gewünscht.

Was die Charaktere angeht, so durchlaufen diese eine interessante Entwicklung. Gerade Hoa, mit dem ich in den beiden Vorgängern nicht viel anfangen konnte, gefiel mir in diesem Band gut. Leider störte mich bei Nassun wieder, dass ihre Perspektive zu erwachsen wirkte. Sie soll ein 10 jähriges Mädchen sein, aber wirkte fast nie so. Dies kritisierte ich bereits an The Obelisk Gate. Nach Beendigung der Reihe muss ich sagen, dass ich es besser gefunden hätte, wenn N.K. Jemisin Nassun ein paar Jahre älter gemacht hätte. Ihre Perspektive wäre in diesem Fall glaubhafter gewesen.

Thematisch spielt wieder das Thema Unterdrückung eine große Rolle, aber der Fokus des Romans liegt auf Mutter Tochter Beziehungen. Die Beziehung zwischen Nassun und Essun ist komplex, und The Stone Sky zeigt all ihre Facetten. Um den Fokus, den der Roman auf Mutter Tochter Beziehungen liegt, besser zu verstehen, kann ich allen empfehlen die Danksagung zu lesen, darin erklärt Jemisin einiges.

Insgesamt gefiel mir The Stone Sky gut. Die Rezension mag kritisch wirken, dies liegt daran, dass Jemisin mit The Fifth Season die Messlatte sehr hoch legte und es in den beiden Folgebänden leider nicht schaffte das Niveau zu halten. Dennoch ist die Broken Earth Trilogie eine exzellente Fantasyreihe, mit originellen Ideen und besser als viel, was es ansonsten auf dem Markt gibt. Ich freue mich darauf, in Zukunft mehr von Jemisin zu lesen.

 

 

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7 Gedanken zu “The Stone Sky von N.K. Jemisin

  1. Ich finde, das wirkt gar nicht kritisch. Du hast gut rübergebracht, was Dir gefallen und nicht gefallen hat. Jemisins Bücher sind allgemein sehr anspruchsvoll. Anspruchsvoller als vieles andere, das auf dem Markt ist. Ich freu mich, dass Dir die Reihe gefallen hat.

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      1. Manchmal muss man auch das negative loswerden, damit man nicht nur in purer Lobhudelei versinkt. Und nur weil es auch negatives gibt, ist ein Buch ja nicht per se schlecht.

        Gelesen habe ich von Jemisin nur noch die ersten beiden Bände von der Inheritance Trilogie, ich weiß aber nicht, ob es die schon auf Deutsch gibt.

        Gefällt 1 Person

    1. Ich habe am Anfang auch eine Weile gebraucht um mich an das erste Buch zu gewöhnen und es scheint vielen Leser_innen so zu gehen. Also vielleicht wird das noch 🙂 Ich könnte mir auch vorstellen, dass das ein Buch ist, bei dem die deutsche Übersetzung nicht so gut funktioniert.

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