Leserunde #Ecolesen Teil 1

Hallo zusammen,

hier ist mein erster Beitrag zur Leserunde zu Umberto Ecos Der Name der Rose, welche Jana von Wissenstagebuch veranstaltet. Der Beitrag kommt verspätet, da ich in den letzten Wochen viel für die Uni tun musste. Dadurch kam ich kaum zum Lesen und Bloggen. In den Beiträgen zur Leserunde werde ich euch meine Leseeindrücke schildern und einige Fragen, die Jana auf ihrem Blog zum Buch stellt, beantworten.

Dies ist das erste Mal, dass ich Der Name der Rose oder überhaupt ein Buch von Umberto Eco lese. Ich hatte vor einigen Jahren die Verfilmung des Buchs gesehen. Allerdings kann ich mich fast nichts mehr erinnern und weiß mittlerweile noch nicht einmal mehr, wer der Mörder war.

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Der Name der Rose ist in sieben Abschnitte eingeteilt und jeder Abschnitt erzählt die Ereignisse eines Tages. Dieser Beitrag wird sich mit den Ereignissen des ersten Tags beschäftigen.

Der Roman spielt im Jahre 1327 vor dem Hintergrund innerkirchlicher Konflikte. Zu diesem Zeitpunkt ereignete sich in einem italienischen Kloster ein mysteriöser Todesfall und der Abt bittet den scharfsinnigen William von Baskerville, diesen aufzuklären. Begleitet wird William von dem jungen Mönch Adson von Melk, welcher als Erzähler des Romans fungiert. Am ersten Tag des Romans kommen die beiden in dem Kloster an und beginnen mit ihren Forschungen dort. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Abtei über eine berühmte Bibliothek verfügt, mit der der Todesfall anscheinend zusammenhängt. Dazu passt Janas erste Frage, die wie folgt lautet:

Könnt ihr ähnliche Bücher, in denen sich die Rätsel durch das Lesen und Forschen in Bibliotheken lüften, empfehlen?

Ich musste etwas nachdenken, aber mir vielen keine Bücher ein. Ich kenne Bücher in, denen Bibliotheken vorkommen, aber keine, in denen sie wichtig für das Lösen von Rätseln sind.

Bis jetzt wurde die Bibliothek noch nicht von innen gezeigt, sondern über sie berichtet. Der Zugang ist nur den Bibliothekaren gestattet. Ich hoffe allerdings, dass Eco uns noch das Innere der Bibliothek zeigen wird. Als Bücherwurm habe ich eine Leidenschaft für Bibliotheken, besonders für ältere. Vor ein paar Jahren besuchte ich die Stiftsbibliothek St. Gallen, welche mehrere Hundert Jahre alt ist und über zahlreiche seltene Schriften verfügt. Ich habe leider keine Fotos von ihr, da man bei der Führung nicht fotographieren durfte, aber Wikipedia vermittelt euch einen guten Eindruck von der Bibliothek.

Kommen wir zurück zum Buch. Janas nächste Frage setzt sich mit dem Protagonisten Adson auseinander:

Wie alt schätzt ihr ihn? (Adson)

Das finde ich schwer einzuschätzen. Er scheint noch relativ jung und ein bisschen naiv zu sein. Dennoch ist er mir bisher sympathisch. Er lebt schon ein bisschen länger in Klostern zu Leben und wenn ich mich richtig erinnere, wurde angedeutet, dass er ursprünglich aus einer Adelsfamilie stammt. Ich schätze sein Alter auf 16-18 Jahre, aber ich bin schlecht darin, dass Alter anderer Leute einzuschätzen.

Die Geschichte erzählt Adson aus Rückblenden und zu Anfang des Buches berichtet er, dass sich die Ereignisse, welche er nun aufschreibt, vor vielen Jahren zutrugen. Ich schätze der alte Adson ist ein Mann, der sich am Ende seines Lebens befindet.

William dagegen ist einiges älter als der junge Adson und mit ihm beschäftigt sich Janas nächste Fragen:

Welche Sympathien genießt William bei euch?

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich William finde. Er ist definitiv ein interessanter und komplexer Charakter, aber er ist mir nicht vollkommen sympathisch. Dies liegt zum einen daran, dass er ein ehemaliger Inquisitor ist, auch wenn er diesen Weg inzwischen abgeschworen hat. Er ist sehr intelligent und er weiß dies. Er ist etwas aufgeklärter und gebildeter als manche andere Mönche, aber dies geht mit einer gewissen Arroganz einher. Ich habe das Gefühl, dass er auf Menschen, die nicht so viel Wissen wie er, herabblickt.

Außerdem fand ich seinen Charakter manchmal etwas unglaubwürdig. Er zieht aus den kleinsten Hinweisen zahlreiche Schlüsse. Es schien mir unwahrscheinlich, dass jemand aus den wenigen Informationen, die er hatte, zu den richtigen Schlussfolgerungen kommen konnte. Stellenweise erinnerte William mich da an Sherlock Holmes.

Kommen wir nun zum Schreibstil des Romans. Eco hat für den Roman definitiv gut recherchiert und in der Handlung werden zahlreiche historisch-religiöse Konflikte und Persönlichkeiten erwähnt. Mit dieser Thematik hängt auch Janas nächste Frage zusammen.

Wie erlebt ihr das? Stört euch die ständige Bezugnahme auf heute weithin unbekannte Autoren, Werke und Begebenheiten? Schaut ihr jedes Mal nach, was Eco meint oder lest ihr eher großzügig darüber hinweg?

Die ständige Bezugnahme auf historische Begebenheiten stört mich bisher nicht so. Ich interessiere mich stark für Geschichte, wobei ich über Kirchengeschichte und die Epoche, in welcher der Roman spielt, nicht viel weiß. Allerdings habe ich bisher beim Lesen die historischen Zusammenhänge nicht nachgeschaut. Ich glaube, daran ist ein bisschen die Uni schuld, wenn ich da viel Stress habe, möchte ich mich nicht in meiner Freizeit noch groß mit wissenschaftlichen Themen auseinandersetzen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, wenn ich mehr Zeit habe, die historischen Zusammenhänge zu recherchieren.

Was mich dagegen stört, sind die zahlreichen lateinischen Phrasen, die unübersetzt bleiben. Ich kann kein Latein und schlage die Phrasen jedes Mal beim Lesen nach. Zwar finde ich zu vielen, aber nicht zu allen, Übersetzungen. Bei der Suche nach Übersetzungen bin ich unter anderem aauf der Website einer Death Metal Band und Informationen zu Fischfilets gelandet.

Janas letzte Frage lautet wie folgt:

Wie gefällt euch der Roman bisher? Erschreckt euch der Mord oder seid ihr das in der Zeit der skandinavischen Thriller schon lange gewohnt? Wie verteilen sich eure Sympathien und habt ihr auch hin und wieder (noch) Probleme, die einzelnen Mönche aufgrund ihrer heute ungewöhnlichen Namen auseinander zu halten? Begeistert euch Ecos gelehrter Erzählstil oder rollt ihr schon entnervt mit den Augen?

Bisher gefällt mir der Roman sehr gut. Ich mag Umberto Ecos Erzählstil. Er hat eine gewisse Leichtigkeit und schafft es gleichzeitig gehoben zu wirken. Außerdem neigt Eco zu detaillierten Beschreibungen der Umgebung. Das Kloster wurde sehr detailliert beschrieben und so konnte ich es mir gut vorstellen. Etwas schwieriger finde ich es dagegen, die ganzen Mönche auseinander zuhalten. Dies ist überraschend, da ich in der Vergangenheit Bücher mit viel mehr Charaktere las, ohne dass dieses Problem auftrat. Dadurch, dass einige Mönche im Kloster bestimmte Aufgaben haben, wird es zumindest etwas leichter.

Bis jetzt mag ich Adison gerne und schwanke noch ein bisschen Bei William. Es gibt einen Charakter, der mir bisher gar nicht gefällt und das ist Jorge von Borgas. Dies ist ein alter, blinder Mönch mit Ansichten, die selbst für Mönche im 14. Jahrhundert ultra-konservativ sind. Unter anderem will er nicht, dass die Mönche lachen oder bestimmte Bilder an ihre Manuskripte malen. Er wirkt wie ein humorloser Mann, der anderen nicht die geringste Freude gönnt.

Der Mord schockt mich nicht. Da habe ich schon viel schlimmere Sachen gelesen und bin ziemlich abgehärtet.

So das waren meine Eindrücke zum ersten Abschnitt von Der Name der Rose. Meine Gedanken zum nächsten Teil werden demnächst folgen.

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