The Obelisk Gate von N.K. Jemisin

Genre: Fantasy
Seitenzahl: 448
Format: Taschenbuch
Verlag: Orbit
Erscheinungsjahr:
2017
Reihe: Broken Earth Trilogy
Hinweis: Diese Rezension bespricht den zweiten Band einer Trilogie und enthält Spoiler für den ersten Band.
Nachdem mir The Fifth Season von N.K. Jemisin so gut gefiel, wollte ich sofort den nächsten Teil der Broken Earth Trilogie lesen. The Obelisk Gate knüpft nahtlos an die Ereignisse des Vorgängerbands an. Essun hat sich entschieden vorerst in Castrima zu bleiben, um dort von ihrem früheren Mentor Alabaster weiter trainiert zu werden. Zusätzlich wird die Geschichte aus der Perspektive von Essuns Tochter Nassun erzählt, welche von ihrem Vater gekidnappt wurde und gemeinsam mit ihm über den gesamten Kontinent reist.

The Obelisk Gate zeigt den Leser_innen weitere Aspekte von Jemisins Welt. Dinge die im letzten Band nur angedeutet wurden, werden genauer erklärt. Ich fand es schön mehr über die Welt zu erfahren, da diese so anderes ist, als alles, was man sonst in Fantasybüchern sieht. Mein einziger Kritikpunkt zum Worldbuilding wäre, dass ich gerne mehr Szenen gesehen hätte, die die Ereignisse 10 Jahre vor Beginn der Handlung beleuchten. Es gab in The Fifth Season mehrere Kapitel zu diesen Ereignissen und auch in The Obelisk Gate sind ein paar dabei. Jedoch bleiben einige wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit zu unklar. Zum Beispiel ist immer noch nicht klar, wie Alabaster das Fulcrum zerstörte. Ähnlich verhält es sich mit anderen wichtigen Geschehnissen aus der Vergangenheit.

So positiv ich das gut ausgearbeitete Worldbuiding bewerte, desto stärker muss ich den Plot kritisieren. Die Handlung von The Obelisk Gate war um einiges langsamer als die von The Fifth Season, was einiges heißen will, schließlich war The Fifth Season kein actionreicher Roman. Normalerweise liebe ich Bücher mit einer langsamen Handlung und ziehe sie sogar schnelleren Romanen vor, aber bei The Obelisk Gate hatte ich stellenweise das Gefühl, dass der Plot komplett stagnierte. Ich glaube einige Szenen hätten gekürzt werden können. Erst gegen Ende des Romans kam Spannung auf. Ich würde das Buch nicht als langweilig bezeichnen, aber es leidet ein Bisschen  unter dem typischen Middle Book Syndrome.

Etwas besser fand ich dagegen die Charakterisierung. Die Autorin ist gut darin die Gefühle ihrer Charaktere rüber zubringen und das Buch ist voll von Emotionen. Selbst ihre bösen Charaktere schreibt sie so, dass man für sie ein bisschen Sympathie empfinden kann und alle Charaktere sind sehr facettenreich geschrieben. Zudem fand ich es schön Kapitel aus Nassuns Perspektive zu lesen. Leider fand ich der Tonfall in dem ihre Kapitel geschrieben waren unpassend. Nassun ist ein 10 jähriges Kind, aber ihre innere Perspektive las sich teilweise, wie die einer Erwachsenen. Natürlich hat sie als Kind viel durchgemacht und ist sehr reif für ihr Alter. Dennoch sollte sie etwas kindliches haben, aber dies fehlte. Dies finde ich schade, weil Jemisin in ihren anderen Büchern, einschließlich in The Fifth Season, bereits bewies, dass sie glaubhaft aus der Perspektive von Kindern schreiben kann.

Thematisch behandelt The Obelisk Gate wieder das Thema Unterdrückung. Dieses Mal setzt es sich noch stärker mit den Konsequenzen dieser auseinander und zeigt, wie systematische Unterdrückung über Generationen hinweg weitergegeben wird. Gleichzeitig verdeutlicht die Beziehung zwischen Nassun und Essun gut, wie Eltern in ihrer Verzweiflung zu harten Methoden greifen, um ihre Kinder auf die Unterdrückung vorzubereiten und sie zu schützen. Zusätzlich zeigt Jemisin, wie die Verzweiflung unterdrückte Menschen bis zum äußersten gehen.  Diese Stellen waren so überzeugend geschrieben, dass es mir beim Lesen wehtat, doch genauso soll es sein.

Ich weiß, dass meine Rezension ziemlich negativ klang und vielleicht denken einige jetzt ich hätte The Obelisk Gate nicht gemocht, dabei war das Gegenteil der Fall. Es ist ein sehr gutes Buch und ich kritisiere hier auf verdammt hohem Niveau. Dies liegt daran, dass The Fifth Season eines der besten Bücher war, die ich je las. The Obelisk Gate schaffte es leider nicht dieses Niveau zu halten. Dennoch ist es ein sehr guter Roman, der Lust auf den letzten Teil der Trilogie macht.

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