Barbados – Redemption in Indigo von Karen Lord

Genre: Magischer Realismus
Seitenzahl: 280
Format: E-Book
Verlag: Small Beer Press
Erscheinungsjahr:
2010
 Redemption in Indigo ist der Debütroman der Autorin Karen Lord aus Barbados und erschien 2010. Das Buch wurde damals hochgelobt und für den World Fantasy Award nominiert. Aus diesen Gründen wollte ich es schon länger lesen.
Redemption in Indigo beruht aus einem Märchen aus Senegal und handelt von Paama einer jungen Frau, die sich in einer unglücklichen Ehe befindet und ihren Mann verlässt. Sie erregt die Aufmerksamkeit der Djombi, einer Gruppe unsterblicher, magischer Wesen. Diese geben ihr den Chaosstab, ein magisches Objekt, mit dem sie Magie wirken kann, doch damit zieht sie den Zorn seines letzten Besitzern auf sich…

Die Geschichte spielt in einem unbekannten Land, dessen Name zu keinem Zeitpunkt genannt wird. Es ist nicht klar, ob der Roman in unserer Welt spielt, oder in einer Parallelwelt, die starke Ähnlichkeiten zur Erde ausweist. Dies macht nichts aus, da die Handlungsorte und das Leben der Bewohner ausreichend beschrieben werden.

Wie oben erwähnt ist die Protagonistin des Romans Paama und sie war mir sympathisch. Sie ist intelligent, freundlich, mitfühlend, aber gleichzeitig bereit anderen Menschen zu sagen, wenn sie mit ihrem Verhalten nicht einverstanden ist. Ich genoss es beim Lesen ihre Geschichte und Entwicklung zu verfolgen. So gut Paama beschrieben ist, so schwach ist teilweise die Charakterisierung der anderen Figuren. Mit 280 Seiten ist der Roman eher kurz, aber dafür erhält er erstaunlich viele Charaktere. Meiner Meinung nach sind es zu viele für so eine kurze Geschichte, denn die Charakterisierung der meisten Figuren kann nicht genügend ausgearbeitet werden. Dadurch bleibt sie in vielen Fällen blass. Einer der wenigen Charaktere, dessen Persönlichkeit tiefe besitzt, ist der Antagonist, der im Verlaufe des Romans eine interessante Entwicklung durchläuft. Leider wurde auch diese nicht ausreichend ausgearbeitet und verlief so schnell, dass es auf mich unglaubwürdig wirkte.

Die Geschichte beginnt mit Paamas unglücklicher Ehe und zeigt, wie und warum sie sich von ihrem Mann trennt. Dieser Anfang ist zwar langsam, doch dies erweist sich hier als genau richtig, da es hilft Paamas Charakter und das Dorf, in dem sie lebt zu verstehen. Zu Beginn des Romans hatte ich ein gutes Verständnis der Welt und der Charaktere, dies nahm leider ab sobald Magie in der Geschichte auftauchte. Mit Magie ist in der Welt des Romans anscheinend (fast) alles möglich, etwas das gewisse Risiken mit sich birgt. In diesem Fall macht es die Geschichte sehr verwirrend. Mithilfe der Magie ist es möglich ans andere Ende der Welt zu teleportieren, durch die Zeit zu reisen oder die Erinnerungen von Menschen zu verändern. Dies führt dazu, dass die Geschichte schnell von einem Ort oder einem Zeitpunkt zum anderen springt. Ich hatte hier Probleme den Überblick über die Handlung zu behalten.  Dieser Roman erinnerte mich wieder mal daran, warum ich eine große Abneigung gegen Geschichten, in denen Zeitreisen vorkommen, habe.

Ein weiterer negativer Aspekt war für mich, dass der Chaosstab kaum eine Rolle im weiteren Verlauf der Handlung spielte. Der Klappentext und der Beginn des Romans erweckten bei mir den Eindruck, dass es extrem wichtig wäre, dass Paama ihn bekam und sie ihn häufig einsetzen würde. Stattdessen verwendete Paama den Staab kaum (ich glaube es war nur einmal) und trägt ihn die meiste Zeit mit sich rum. Von seinen Auswirkungen und seiner Wichtigkeit bekommen die Leser_innen eher wenig zu sehen. Hier glaube ich auch wieder, dass sich die Schwächen in der Handlung hätten beseitigen lassen können, wenn die Autorin einen längeren Roman geschrieben hätte. In einem solchen hätte sich die Handlung besser entfalten können.

Besser gefiel mir dagegen die Sprache des Romans Die Geschichte ist aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers erzählt, der an zahlreichen Stellen Einwürfe abgibt. Er erzählt mit einem charmanten Witz und macht es angenehm, selbst die verwirrenden Stellen des Romans zu lesen. Hier zeigt sich das schriftstellerische Talent Karen Lords.

Zusätzlich behandelt Redemption in Indigo wichtige Themen wie Chancen und Wahlmöglichkeiten oder Vergebung. Dabei geht die Geschichte subtil mit diesen Themen um und lässt die Leser_innen über diese Themen nachdenken.

Zwar sind die Sprache und die thematischen Aspekte des Romans positiv zu bewerten, doch sie konnten mich nicht über die schwächen in der Charakterisierung und der Handlung hinwegsehen lassen. Insgesamt war Redemption in Indigo kein furchtbar schlechter Roman, sondern einer, den ich aufgrund all der positiven Dinge, die ich vorher von ihm gehört hatte, für überbewertet halte.

Da dieser Roman nicht in Barbados spielte, werde ich in Zukunft bestimmt noch mehr aus dem Land lesen.

In meinem nächsten Beitrag zur Weltlesereise werde ich euch über mein Buch aus Südafrika berichten.

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