The Will to Battle von Ada Palmer

Genre: Science Fiction
Seitenanzahl: 358
Format: E-Book
Verlag: Tor Books
Reihe: Terra Ignota Buch 3
Erscheinungsjahr: 2017
Bewertung: 8 Punkte

 

Da dies der dritte Band einer Reihe ist, können Rezension und Klappentext Spoiler für die ersten beiden Bände enthalten.

Klappentext:

The long years of near-utopia have come to an abrupt end.

Peace and order are now figments of the past. Corruption, deception, and insurgency hum within the once steadfast leadership of the Hives, nations without fixed location.

The heartbreaking truth is that for decades, even centuries, the leaders of the great Hives bought the world’s stability with a trickle of secret murders, mathematically planned. So that no faction could ever dominate. So that the balance held.

The Hives’ façade of solidity is the only hope they have for maintaining a semblance of order, for preventing the public from succumbing to the savagery and bloodlust of wars past. But as the great secret becomes more and more widely known, that façade is slipping away.

Just days earlier, the world was a pinnacle of human civilization. Now everyone―Hives and hiveless, Utopians and sensayers, emperors and the downtrodden, warriors and saints―scrambles to prepare for the seemingly inevitable war.

Nachdem mich Seven Surrenders begeisterte, wollte ich sofort den nächsten Band der Terra Ignota Reihe lesen. Außerdem war The Will to Battle das letzte Buch, das ich 2017 las.

Positiv zu bewerten ist das Worldbuilding. Obwohl The Will Too Battle der dritte Band einer Reihe ist, zeigt Ada Palmer zahlreiche weitere Facetten ihrer Welt. In diesem Roman wird den Leser_innen ein sehr tiefer Einblick in das politische und rechtliche System der Erde im Jahre 2500 gegeben. Hier wird deutlich, wie gut Palmer die kleinsten Details ihrer Welt plante. Während der Fokus in den ersten beiden Bänden auf den Hives lag, wird in The Will to Battle mehr von den Hiveless, den Menschen, die sich keiner gesellschaftlichen Gruppe anschließen möchten, gezeigt. Es wird deutlich wie diese leben und welchen Regeln sie unterworfen sind. Zusätzlich wurden in diesem Band neue Handlungsorte wie z.B. Hobbestown, der Sitz der Blacklaw Hiveless, vorgestellt. The Will too Battle half mir die Welt der Terra Ignota Reihe besser zu verstehen. Ich finde es schön das Palmer, im Gegensatz zu manch anderen Autor_innen, ihre Welt nach dem ersten Band weiter ausbaut.

Die Handlung von The Will to Battle ist schwer zu bewerten. Die ersten 120 Seiten des Buchs waren fantastisch. Ich interessiere mich stark für Politik und liebe es, wenn sich Fantasy und Science Fiction Romane mit dieser beschäftigen. Viele tun dies in Form von Intrigen. Diese lese ich zwar gerne aber mir fehlt in solchen Fällen die alltägliche Politik und Verwaltung. Ich möchte sehen, wie Gesetze gemacht werden, oder wie die Außenpolitik in einer fantastischen Welt verläuft. The Will to Battle gab mir etwas, das ich seit langem in einem fantastischen Roman sehen wollte: Eine Parlamentsdebatte. Und dann war es eine Parlamentsdebatte die über 40 Seiten verlief! Ich war hellauf begeistert. Zusätzlich wurden während der Debatte noch mehrere Gesetzestexte vorgelesen. Als Jurastudentin war es mein Traum, ein Mal einen fantastischen Roman zu lesen, in dem ich merke das der_die Autor_in das Rechtssystem detailliert ausgearbeitet hat. Diese Szenen waren für mich so stark wie die besten aus Seven Surrenders, wenn nicht noch stärker. Wer kein Interesse an Politik und Recht hat wird sie wahrscheinlich langweilig finden, aber ich war beim Lesen dieser Szenen im siebten Buchwurmhimmel angekommen.

Leider hielt diese Begeisterung nur für die ersten 120 Seiten des Buchs an, denn dann begann der Mittelteil. Dieser war nicht schlecht, aber verglichen mit dem Anfang eher schwach. The Will to Battle handelt von der Zeit kurz vor Kriegsbeginn, während der vierte Band, welcher 2019 erscheint, vom Krieg handeln wird. Dies hätte Raum für interessante Szenen geboten, aber beim Lesen fühlte es sich an, als wüsste Palmer nicht, was sie mit der Handlung und den Figuren machen sollte. Ich bekam stellenweise, dass Gefühl sie würde die Charaktere hin und her schieben, um so irgendwie die Zeit bis zum Kriegsbeginn zu überbrücken. Es gab ein paar gute Szenen und es tauchten neue Mysterien auf, aber insgesamt langweilte mich der Mittelteil des Buchs. Schade war hier, dass Ereignisse, die Palmer hätte zeigen können, nur in Nebensätzen erwähnt oder kurz zusammengefasst wurden. Wie zum Beispiel ein wichtiger Gerichtsprozess, von dem allein das Urteil gezeigt wurde, obwohl ich es Palmer zugetraut hätte, spannende Gerichtsszenen zu schreiben. Des Weiteren vernachlässigte die Autorin meiner Meinung nach manche Figuren aus den ersten beiden Bänden . So kam zum Beispiel Charlyle Foster, der in den letzten beiden Bänden eine große Rolle hatte, dieses Mal nur in zwei Szenen vor.

Gegen Ende  gewann das Buch das Buch noch an Fahrt und die letzten 70 Seiten gefielen mir richtig gut. Zudem schafften sie es meine Erwartungen auf den vierten Band zu steigern. Gleichzeitig konnten sie mich nicht über die Schwächen des Mittelteils hinwegblicken lassen.

Wie seine Vorgänger beschäftigte sich The Will to Battle mit philosophischen und moralischen Fragen und regt die Leser_innen dabei zum Nachdenken an. Störend empfand ich hier, dass die Einwürfe des Erzählers Mycroft Canner zunahmen. Diese störten mich bereits im ersten Band, doch im Zweiten gab es sie zum Glück seltener. In Band 3 erhöhte Palmer diese wieder und stellenweise waren sie sehr lang.

Insgesamt habe ich gemischte Gefühle zu The Will to Battle. Der Roman enthält jede Menge starke Momente, aber gleichzeitig gibt es größere Schwächen. Aus diesen Gründen kann ich nicht mehr als 8 Punkte vergeben.

 

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