Jahresrückblick 2017

Hallo zusammen,

Leider konnte ich den Jahresrückblick nicht früher schreiben, da ich eine Klausur schreiben musste. Hier ist er mit einiger Verspätung *Trommelwirbel*.

Politisch war es ein furchtbares Jahr und ich kann nur hoffen, dass das 2018 besser wird.

Auf privater Ebene lief das Jahr gut für mich. Ich machte ein Praktikum beim Europäischen Parlament, reiste nach Vietnam und begann mit meinem Masterstudium, welches mir bis jetzt Spaß macht. Außerdem verwandelte ich meinen Blog von einem kleinen Reiseblog, der sich an Familie und Freunde richtete, in einen Buchblog (es wird trotzdem weiter Reisebeiträge geben) und gewann einige Follower dazu. Zudem begann ich mich mit anderen Blogger_innen zu vernetzen und lernte dabei einig Menge toller Leute kennen. Leider kam ich fast nicht zum Schreiben an meinem Roman, was ich dieses Jahr auf jeden Fall ändern will.

Das Lesejahr 2017 war für mich mittelmäßig. Ich las einige sehr gute Bücher und entdeckte fantastische neue Autor_innen, aber es waren auch viele Enttäuschungen dabei. Dabei vor allem in der ersten Jahreshälfte. Hier sind meine Highlights und Lowlights.

Lowlights

Swords und Scoundrels (dt. Schwerter und Lügner) von Julia Knight

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Meine erste große Enttäuschung war Swords and Scoundrels von Julia Knight. Ich schrieb zwar keine Rezension zu dem Buch, aber meine Meinung dazu könnt ihr im Mai Monatsüberblick lesen. Auf Goodreads gab ich dem Roman einen Stern. Ich erwartete einen spannenden Roman mit tollen Charakteren und einigen Duellen. Stattdessen bekam ich ein Buch, dessen Welt mich verwirte, mit blassen Charakteren ohne jede Persönlichkeit und einer Handlung, die ich trotz Actionszenen langweilig fand. Außerdem hätte es der Autorin gut daran getan den wichtigen Schreibtipp „Show don’t tell“ zu beherzigen.

Das YA-Fantasy und Science Fiction Genre

 

 

Ja ich nominiere ein ganzes Genre. Um eins klarzustellen ich beziehe mich hier nur auf die Young Adult Bücher der Fantasy und Science Fiction Genre, nicht auf die Adultsparten der jeweiligen Genres. Letztere gefielen mir dieses Jahr sehr gut.

Hier seht ihr alle YA Bücher, die ich dieses Jahr las, und keines dieser Bücher bewertete ich auf Goodreads mit mehr als zwei Sternen. Dabei lese ich Young Adult Bücher normalerweise gerne, einige meiner Vorschläge bei der Blogparade zu Geheimtipps waren YA-Bücher. Außerdem stammen bis auf Shadow and Bone alle die oben angezeigten Bücher von Autorinnen, mit denen ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen machte. Die Gründe, warum mir die  Bücher nicht gefielen, unterschieden sich teilweise von Fall zu Fall stark. Gerade die Bücher von Erika Johansen lassen sich hier nicht gut mit den anderen vergleichen.

Die Aspekte, die ich in meiner Rezension zu Grisha Band 1 ansprach, treffen bis zu einem gewissen Grad auf die anderen Bücher zu. Die Protagonistinnen vieler YA Romane gleichen sich. Eine YA Protagonistin ist in 95% der Fälle ein gewöhnliches Mädchen, zumindest denkt sie das. Später kommt raus, dass irgendwelche besonderen (magischen) Fähigkeiten hat und die Auserwählte ist. Außerdem sieht durchschnittlich aus und findet sich nicht hübsch, aber natürlich stehen sämtliche Kerle auf sie. Sie ist bereit sich für andere aufzuopfern und kämpft gegen ein ungerechtes Regime. Sie ist schüchtern, lässt aber an einigen Stellen sarkastische Sprüche los und legt sich mit den Autoritäten an (*hust* Grisha *hust*). Dadurch das Protagonist_innen sich so stark ähneln gleichen sich die Stories und ich habe mittlerweile das Gefühl in vielen YA Romanen die gleiche Story zu lesen.

Neben diesen Protagonistinnen gibt es in letzter Zeit in vielen YA Büchern ein auffallend schlechtes Worldbuilding (Grisha und Carve the Mark bei Letzterem war das Worldbuilding sogar rassistisch) . Zudem nimmt die oblgiatorische Liebesgeschichte für meinen Geschmack einen zu großen Teil der Handlung ein (Grisha und Dawn Study). Insgesamt habe ich in letzter Zeit, dass in dem Genre, welches ich früher mochte, sich viele Romane stark ähneln und einiges an Einheitsbrei produziert wird. Das Genre, das ich einst mochte, nervt mich mittlerweile mehr, als das ich es gut finde. Aus diesem Grunde werde ich erst Mal eine Weile Abstand von dem Genre nehmen. Sämtliche YA Bücher auf meinem SUB werden da vorerst eine Weile liegen bleiben.

Highlights

The Handmaid’s Tale (dt. der Report der Magd) von Margaret Atwood

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Leider habe ich zu The Handmaid’s Tale keine Rezension, aber es war eines der besten Bücher, die ich las. Es kommt nur selten vor, dass ich nach den ersten 50 Seiten weiß, dass ein Buch zu meinen Lieblingsbüchern zählen wird, allerdings war dies hier der Fall. Die Gesellschaft, die Margaret Atwood geschaffen hat, ist beängstigend, doch sie lässt immer einen Funken der Hoffnung aufflammen. Außerdem bringt sie das Leben in einer Diktatur gut rüber und schafft es mit wenigen Worten, dass man sich in die Charaktere hineinversetzen kann. The Handmaid’s Tale erschien 1985, aber es ist heute noch genauso aktuell wie damals. Ich kann euch allen raten dieses Buch zu lesen. Das Nächste von Margaret Atwoods Büchern liegt bereits auf meinem SUB.

Who fears Death (dt. Wer fürchtet den Tod) von Nnedi Okorafor 

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Nnedi Okorafors Who fears Death überzeugte mich mit einem Mix aus gelungenen Worldbuilding, menschlichen Charakteren und einer interessanten Geschichte. Zudem behandelte es wichtige Themen wie Rassismus und Sexismus. Es war, aufgrund einiger harter Szenen nicht immer leicht zu lesen, aber es war ein Roman, der mich begeisterte. Zudem unterscheidet sich Who Fears Death stark von allen anderen post-apokalyptischen Romanen, die ich bisher las. Ich möchte in 2018 definitiv mehr von Nnedi Okorafor lesen.

Meine Rezension zu Who fears Death findet ihr hier. 

Seven Surrenders von Ada Palmer

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Nachdem mir der erste Band aus Ada Palmers Terra Ignota Reihe Einstiegsschwierigkeiten bereitete, riss mich die Fortsetzung von der ersten bis zur letzten Seite mit. Palmer überzeugte durch eine spannende Handlung mit überraschenden Plotwists und widmete sich dabei wichtigen gesellschaftlichen und philosophischen Themen. Schade nur, dass Band 3 dieses Niveau nicht halten konnte.

Klickt hier um meine Rezension zu Seven Surrenders zu lesen.

Sachbücher

 

Die meisten Sachbücher, die ich 2017 las, gefielen mir gut und wahren informativ. Bevor ich meine Jahresstatistik erstellte, war mir nicht bewusst, dass ich 2017 so viele Sachbücher las. Ich dachte,  es wären weniger gewesen. Diese Bücher schafften es alle mich zum Nachdenken anzuregen und gleichzeitig wichtige Informationen zu transportieren. Manche Sachbücher waren zwar schwächer als andere, aber es war keins dabei, das mich langweilte.

Lesestatistik

Insgesamt las ich 2017 52 Bücher und erreichte somit das Ziel meiner Lesechallenge. Von den gelesenen Büchern kannte ich nur ein Buch zuvor. Ich hörte mir den ersten Band von A Song of Ice and Fire als Hörbuch an.

Von den gelesenen Büchern las ich 39 auf Englisch und 13 auf Deutsch. Die deutschen Bücher stammten nicht immer von deutschen Autor_innen, denn da waren ein paar Übersetzungen dabei.

englische und deutsche bücher

Die gelesenen Bücher verteilen sich wie folgt auf die verschiedenen Genres:

Romance: 1

Comedy: 1

Klassiker: 1 (dafür ist Krieg und Frieden länger als mehrere andere Klassiker zusammen 😉 )

Historische Romane:1

Krimi: 5

Young Adult und Middle Grade: 6

Science Fiction (einschließlich Dystopien): 10

Sachbücher (einschließlich Biographien): 12

Fantasy (nur Adult Fantasy): 15

Genreverteilung

Lesevorsätze für 2018

Für 2018 möchte ich mir keine feste Anzahl an Büchern vornehmen, die ich lese. Zum einen ist es schwierig für mich die zweite Hälfte des Jahres zu planen, weil ich da (hoffentlich) meinen Master beende. Zum anderen halte ich es für keine  gute Einheit, um zu messen, was man ließt. Bei der Goodreadschallenge, wo man sich jedes Jahr eine Anzahl an Büchern, die man lesen möchte, festlegen kann, wird Krieg und Frieden mit 1885 Seiten genauso gewertet wie eine Novelle mit 70 Seiten. Außerdem finde ich, dass solche Challenges einen gewissen Druck machen, also setze ich mir keine feste Anzahl an Büchern, sondern sage „Ich möchte 2018 viel lesen“.

Ich habe allerdings gewisse Ziele, in welche Richtung ich 2018 lesen möchte:

  • Ich möchte diverser lesen: Mehr Autor_innen, die nicht weiß sind. Mehr Autor_innen aus dem LGBTQ+ Spektrum, mehr Autor_innen mit Behinderung. etc. Ich möchte nicht das mein Leseverhalten eintönig bleibt.  Die Weltlesereise wird mir hoffentlich dabei helfen, mein Leseverhalten diverser zu gestalten.
  • Ich möchte jeweils ein Buch auf Französisch und Niederländisch lesen. 2017 klappte das leider mit dem Lesen auf Fremdsprachen leider nicht. Ich will das 2018 nachholen. Die Weltlesereise sollte mir genügend französischen Lesestoff geben.
  • Ich möchte mehr Klassiker lesen. Die Schule hatte dafür gesorgt, dass ich kein Interesse an Klassiker, abgesehen von Shakespeares Werken hatte. Mit Krieg und Frieden habe ich zum ersten Mal seit Jahren wieder einen Klassiker gelesen.  2018 sollen da einige Bücher hinzu kommen. Es liegen genug Klassiker auf dem SUB.
  • Ich möchte meinen SUB um mindestens 12 Bücher verkleinern: Auf meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) liegen jede Menge Bücher, die ich  lesen will, aber ich kaufe mir ständig neue. Dies soll sich 2018 ändern. Außerdem gebe ich zu viel Geld für Bücher aus und muss Geld für die Leipziger Buchmesse sparen. So hat es auch praktische Gründe, dass ich mir weniger Bücher kaufen will. Ich habe die Zahl 12 gewählt, weil es bedeutet, dass ich jeden Monat ein Buch mehr lesen darf, als ich kaufe (vorausgesetzt ich lese keine neuen Bücher). Laut Goodreads liegen auf meinem SUB aktuell 75 Bücher. Ich bin mir nicht sicher, ob die Zahl stimmt, irgendwelche SUB-Bücher werde ich bestimmt vergessen haben, aber ich sollte es schaffen 12 davon zu lesen.

Das waren meine Lesevorsätze für 2018. Ich hoffe es wird für euch alle ein tolles Jahr.

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2 Gedanken zu “Jahresrückblick 2017

  1. Huhu,
    sehr interessante Zusammenfassung deiner Lektüren, gerade bei den Sachbüchern sind ein paar gute Tipps für mein Feminismus-Interesse dabei. „Why we all should bei feminists“ hab ich zu Weihnachten bekommen und werde ich bald lesen. 😊
    „The Handmaid’s Tale“ hab ich letztes Jahr auch gelesen, es hat mich sehr mitgenommen. Gar nicht mal so sehr der gruselige Ritual-Sex, als die Repression und die Isolation, unter der die Protagonistin zu leiden hat. Ich musste mich mehrmals zwingen, weiterzulesen, weil das Buch mich in depressive Stimmungen gestürzt hat. Das Worldbuilding ist fantastisch, aber ich fand die Erzählstruktur etwas ermüdend (Wechsel von Erinnerungssequenzen und Jetzt-Zeit kam zu oft, war zu vorhersehbar, fand ich).
    Respekt, dass die „Krieg und Frieden“ gelesen hast! Netflix hat mich derzeit zu sehr in seinen Klauen, als dass ich ein derart langes Buch durchhalten würde (shame on me). 😁
    Darf ich fragen, worum es in deinem Roman geht?
    LG, Sabine

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Sabine,

      Dankeschön für das Kompliment 🙂
      „We should all be feminists“ ist gut und lässt sich sehr schnell lesen, wobei es nicht so viel neues liefert, wenn man sich schon länger mit dem Thema beschäftigt.
      Ich habe „The Handmaid’s Tale“ mit meiner Lesegruppe gelesen und eine der anderen hatte das selbe Problem wie du.
      Mir hat geholfen, dass wir pro Woche nicht mehr als 50 Seiten gelesen habe. So konnte ich mir das gut einteilen und gleichzeitig etwas lebensbejarenderes lesen.

      Mein Roman ist ein Fantasyroman, in dem es um eine Gruppe von Rebellen geht, die gegen ein oppressives Regime kämpfen. Die Hauptcharaktere haben alle sehr persönlich Gründe dafür.
      Ich hatte mal einen Klappentext aber der ist nicht mehr aktuell. Ich hatte im letzten Jahr viel geändert, den Hintergrund einiger Charaktere, die Welt in dem das spielt etc. Ich hatte vom Jahr davor über 150 Seiten, aber ich hatte mich entschieden alles neu zu schreiben (und zu plotten), weil ich so viel verändert habe. Klingt radikal, aber war nötig.

      LG
      Elisa

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