The Stars are Legion von Kameron Hurley

Genre: Science Fiction
Seitenanzahl: 396
Format: Taschenbuch
Verlag: Angry Robot
Erscheinungsjahr: 2017
Bewertung: 7 Punkte

 

Klappentext: Set within a system of decaying world-ships travelling through deep space, this breakout novel of epic science fiction follows a pair of sisters who must wrest control of their war-torn legion of worlds—and may have to destroy everything they know in order to survive.

Somewhere on the outer rim of the universe, a mass of decaying world-ships known as the Legion is traveling in the seams between the stars. Here in the darkness, a war for control of the Legion has been waged for generations, with no clear resolution.

Zan wakes with no memory, prisoner of a people who say there are her family. She is told she is their salvation, the only person capable of boarding the Mokshi, a world-ship with the power to leave the Legion. But Zan’s new family is not the only one desperate to gain control of the prized ship. Zan finds that she must choose sides in a genocidal campaign that will take her from the edges of the Legion’s gravity well to the very belly of the world.

Im Juni las ich Hurleys fantastische Essaysammlung The Geek Feminist Revolution und wollte danach einen ihrer Romane lesen. Als einer meiner örtlichen Buchhandlungen ihren neuesten Roman The Stars are Legion im September im Regal hatte, musste ich zuschlagen. Vor kurzem kam ich dazu das Buch zu lesen.

Einer der faszinierendsten Aspekte von The Stars are Legion ist das Worldbuilding, welches sich von allem unterscheidet, was ich bisher in anderen Romanen sah. In dem Universum, in dem The Stars are Legion spielt, gibt es nur Frauen und in der Geschichte kommt kein einzelner Mann vor. Es gab in dieser Welt nie Männer, die aus irgendwelchen Gründen ausgestorben sind. In der Welt gab, und gibt es nur Frauen. Diese füllen allerlei verschiedene Rollen aus und haben komplexe Persönlichkeiten, dazu später mehr. Die Geschichte spielt weitestgehend auf Raumschiffen und diese sind lebende Bioorganismen. Sie sorgen dafür, dass die Ersatzteile, die sie brauchen produziert werden und entwickeln wie Lebewesen weiter. Gleichzeitig, beginnen sie zu verfallen, wenn sie alt werden. Die Bewohnerinnen der Schiffe  müssen Wege finden, um gut mit der Natur im Einklang zu leben. Zudem leben auf den Schiffen viele verschiedene Gesellschaften mit unterschiedlichen Kulturen. Da sind kriegerische Völker, eine Gesellschaft, in der es viele Wissenschaftler gibt, und eine andere, die auf Handel spezialisiert ist.

So phantasiereich das Worldbuilding war, es war leider auch verwirrend. Kennt ihr das, wenn ihr jemandem etwas zu einem Thema erzählt, bei dem ihr euch gut auskennt? Ihr müsst dabei ständig Dinge erklären, die für euch selbstverständlich sind, weil euer Gegenüber sonst nicht versteht, wovon ihr redet. Für euch würde das, was ihr sagt ohne diese Erklärungen Sinn ergeben, aber jemand, der die Thematik nicht kennt, braucht sie, um zu verstehen, wovon ihr redet. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass Kameron Hurley ihre Welt sehr gut kannte und detailliert ausarbeitet hatte, aber dass sie beim Schreiben vergas, dass die Leser_innen die Welt nicht so gut kennen, wie sie. Es fehlten an zahlreichen Stellen die Erklärungen und dadurch blieben manche Aspekte des Romans bis zum Ende hin verwirrend.

Die Charaktere des Romans waren interessant. Keiner von ihnen war sympathisch. Es waren alles Frauen, die furchtbare Dinge getan haben, dennoch fieberte ich mit ihnen mit. Da ist zum einen Zan, die erinnerungslose Protagonistin des Romans und eine von 2 POV-Charakteren. Sie ist eine Kriegerin und Überlebenskämpferin. Sie ist einfallsreich und findet auch aus den schwierigsten Situationen einen Weg heraus, wenn nötig mit Gewalt. Anfangs ist sie eine Einzelkämpferin, die sich nicht viel um andere Menschen schert, aber im Laufe der Zeit entwickelt sie Zuneigung und sogar Freundschaft zu anderen. Der zweite POV-Charakter ist Jayd, die den Leser_innen als Zayns Schwester vorgestellt wird, aber sich gleichzeitig stark von dieser unterscheidet. Während Zayn impulsiv handelt, ist Jayd kalkulierend und spinnt Intrigen. Dabei ist das was sie macht genauso gefährlich wie Zayns Handlungen, denn ein falsches Wort könnte Jayds Pläne offen legen und ihren Tot bedeuten. Zwar mochte ich Zayn, aber Jayd gefiel mir besser. Ich fand es spannend ihre Intrigen zu verfolgen und zu raten, was für Pläne sie hat.

Die Nebencharaktere sind ebenfalls gut ausgearbeitet. Sie haben zwar nur kleine Rollen, aber trotzdem tolle Persönlichkeiten. Wie oben erwähnt, sind alle anderen Charaktere in dem Roman ebenfalls Frauen und diese Frauen füllen alle möglichen Rollen aus. Sie sind Kämpferinnen, Generalinnen, Forscherinnen, Mechanikerinnen, etc. Es gibt keine Rolle, die sie nicht ausfüllen. Manche dieser Frauen sind gut, andere böse und die meisten von ihnen irgendwo dazwischen. Da im Weltraum Krieg herrscht, schrecken, die meisten von ihnen nicht vor Gewalt zurück. Nicht umsonst lautet die Widmung des Buchs „for all the brutal women“. Gleichzeitig geht The Stars are Legion auch auf die Mutterolle und ihre Bedeutung für, die von Hurley beschriebene Gesellschaft, ein. Ja, es wird erklärt, wie es ohne Männer zu Schwangerschaften kommen kann 😉

Die Handlung des Buchs hatte positive und negative Aspekte. Die Leser_innen begleiten Zayn und Jayd bei ihrem Versuch die Welt zu retten, wobei beide dazu verschiedene Wege durchlaufen. Diese Handlung fand ich interessant. Sie zeigte viel von der Welt und entwickelte gleichzeitig die Charaktere weiter. Leider stimmte hier das Tempo nicht. Die meiste Zeit verlief die Handlung langsam, was mich nicht störte, aber gegen Ende wurde plötzlich das Tempo angezogen und alles wurde zu schnell abgewickelt. Ich hätte es besser gefunden, wenn das Tempo gleichmäßiger gewesen wäre. Zudem fehlen bei der Handlung einige Erklärungen. Die Vorgeschichte von Zayn und Jayd ist für die Handlung des Romans wichtig, wurde aber nicht ausreichend erklärt. Dadurch hatte ich gewisse Aspekte des Romans selbst am Ende nicht verstanden. Es sollte auch erwähnt werden, dass der The Stars are Legion einige sehr detaillierte Beschreibungen von Gewalt enthält. Mich störte das nicht, aber wer damit Probleme hat, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen.

Die Sprache des Romans ist einfach, aber nicht schlecht. Hurley schaffte es die Atmosphäre der Welt und Zayns Erinnerungslosigkeit atmosphärisch zu beschreiben.

The Stars are Legion beschäftigt sich mit wichtigen Themen wie Beziehungen, sowohl romantische als auch freundschaftliche, und der Frage, was diese Aushalten können. Andere Themen, die der Roman anreißt, sind Nachhaltigkeit, die Mutterrolle, sowie Kriege und ihre Folgen. In all diesen Fällen versucht Hurley nicht zu urteilen, sondern überlässt den Leser_innen die Meinungsbildung.

Insgesamt ist The Stars are Legion ein faszinierender Roman, der sich mit nichts vergleichen lässt, was ich bisher gelesen habe. Die positiven Aspekte sind so gut, dass ich bei der Bewertung gerne aus dem vollen schöpfen würde. Aufgrund der fehlenden Erklärungen und dem ungleichen Tempo kann  ich leider nur 8 von 10 Punkten geben. Ich werde in Zukunft bestimmt noch mehr von Hurleys Romanen lesen, da ich gehört habe, dass diese noch besser sind.

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