Rezension: Dying of the Light von George R. R. Martin

Genre: Science Fiction
Seitenanzahl: 365
Format: Taschenbuch
Verlag: Orion Publishing
Erscheinungsjahr: 1977
Deutscher Titel: Die Flamme erlischt
Bewertung: 8 Punkte

 

Klappentext: Der Hilferuf seiner Jugendliebe Gwen führt Dirk t’Larien zu der sterbenden Welt Worlorn. Aber als er dort eintritt, scheint Gwen es sich anders überlegt zu haben und versucht, ihn wieder wegzuschicken, denn sie liebt ihren Ehemann Jaan. Doch mit der Heirat ist sie auch in eine Kultur eingetreten, die Frauen keine Selbstbestimmung erlaubt. Dirk kann nicht glauben, dass sie dieses Schicksal freiwillig gewählt hat, und tatsächlich gelingt es ihm, sie zur Flucht zu überreden. Doch mit ihrem Verrat an Jaan haben sie auch dessen Schutz aufgegeben, und Menschenjäger treiben sie in die Enge. Nur einer kann sie noch retten – doch Jaan ist seine Ehre wichtiger als alles andere …

Ich bin seit Jahren ein begeisterter Fan von George R. R. Martin das Lied von Eis und Feuer Reihe. Vor einer Weile fiel mir auf, dass ich nie seine anderen Bücher gelesen hatte. Dies wollte ich nachholen und ich entschloss mich seinen allerersten Roman Dying of the Light zu lesen. Ähnlich wie beim Lied von Eis und Feuer ist der Titel eine Anspielung auf ein Gedicht. In diesem Fall auf das Gedicht Do not go gentle into that good night von Dylan Thomas.

Die Geschichte spielt auf dem sterbenden Planeten Worlorn. Einst strömten aus der gesamten Galaxis die Menschen nach Worlorn, um an einem Festival teilzunehmen, doch nun ist der Planet weitestgehend verlassen. Der Planet Worlorn ist interessant gestaltet und gemeinsam mit Dirk besuchen die Leser_innen, die verschiedenen verlassenen Städte des Planeten. Da ist eine Stadt, in der immer eine seltsame Musik zu hören ist, und eine andere, die hoch technisiert ist und ihre Bewohner_innen mit allem versorgt, was sie brauchen. Die Städte unterscheiden sich alle stark voneinander, jedoch umgibt alle eine Aura der Melancholie und die Städte verfallen langsam. Dies bringt GRRM gut herüber und der gesamte Planet ist sehr atmosphärisch beschrieben.

Ähnlich wie im Lied von Eis und Feuer sind die meisten Charaktere nicht sonderlich sympathisch und verhalten sich nicht immer auf eine Art und Weise, die man gut findet. Dennoch sind es komplexe Persönlichkeiten, die alle ihre guten und schlechten Seiten haben. Die Geschichte wird aus der Sicht des Protagonisten Dirk erzählt, der in eine fremde Welt rein geworfen wird und seit Jahren seine große Liebe Gwen wieder trifft. Dirk ist arrogant und überschätzt seine eigene Fähigkeiten. Gleichzeitig fällt es ihm schwer sich an die fremde Welt anzupassen. Dies macht ihn nicht unbedingt zu einem netten Protagonisten, der aber eine gute Entwicklung durchläuft.

Zudem hat Dirk ein vollkommen falsches Bild von Gwen und muss im Verlaufe, der Geschichte erkennen, dass er sie vollkommen idealisiert hat. Gwen ist die einzige Frau, die in dem Roman vorkommt. Ein Aspekt, den ich an Martins Lied von Eis und Feuer Reihe liebe, sind seine weiblichen Charaktere, die er sehr gut schreibt. Diese haben mir hier leider größtenteils gefehlt. Gwen war kein schlecht geschriebener Charakter, sondern eine komplexe Frau mit ihren eigenen Wünschen und Träumen. Allerdings war sie bei Weitem nicht so gut geschrieben, wie ich es vom Autor gewohnt bin. Wenn man bedenkt, wann das Buch geschrieben wurde, war sie vielleicht ein besserer weiblicher Charakter, als es sie in vielen anderen Romanen aus der Zeit gab. Schade war dennoch, dass wir sie nur aus Dirks Perspektive zu sehen bekamen, da ich gerne mehr von ihr und auch ihre eigene Perspektive gesehen hätte.

Zwei weitere wichtige Charaktere neben Dirk und Gwen sind Gwens Ehemann Jaan und sein Gefährte Garse. Beide bilden zwei totale Gegensätze und zeigen zwei unterschiedliche Blickwinkel auf die Welt. Garse gefiel mir lange Zeit nicht, wurde mir aber gegen Ende des Romans etwas sympathischer. Hinzu kommen mehre Nebencharaktere. Hier ist vor allem schade, dass die Bösewichte nicht so stark ausgearbeitet wurden und teilweise klischeehaft böse sind.

Die Handlung des Romans ist anfangs langsam, was mich jedoch nicht störte. Es wird zuerst die Welt gezeigt, die Vorgeschichte der Charaktere erläutert und die politische Situation Worlorns erläutert. Danach überschlagen sich allerdings die Ereignisse und der zweite Teil des Romans enthält zahlreiche Actionszenen. Das Ende der Geschichte kam ziemlich abrupt. Anfangs war ich mir nicht sicher, was ich davon halten sollte, mittlerweile finde ich es passend.  Trotzdem glaube ich, dass es einigen Leser_innen nicht gefallen wird. Die Sprache des Romans ist einfach, aber nicht schlecht.

Thematisch beschäftigt sich Dying of the Light mit Themen wie Identität, Liebe und Ehre. Die Vergangenheit und ein melancholischer Blick auf sie spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle. All diese Themen werden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Ich fand es interessant sie in diesem Roman zu sehen, da sie auch im Lied von Eis und Feuer eine wichtige Rolle spielen.

Alles in allem ist Dying of the Light, ein gelungener Debütroman, der ein paar Schwächen aufweist. Von mir gibt es dafür 8 von 10 möglichen Punkten.

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2 Gedanken zu “Rezension: Dying of the Light von George R. R. Martin

  1. Hach wie schön. Vorhin saß ich grad auf der Shopseite des Feder&Schwert-Verlags und überlegte über dem Mängelexemplar von „Die Flamme erlischt“ ob ich es mir nicht doch endlich holen soll. Hätte ich es mal getan. Deine Rezension hat mich darin bestätigt, dass auch die anderen Arbeiten von GRRM lesenswert sind. Danke dafür 🙂

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