Rezension: Die Gefärtin des Lichts von N.K. Jemisin

Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 448
Format: Taschenbuch
Verlag: Blanvalet
Originaltitel: The Broken Kingdoms
Übersetzer_in: Helga Parmiter
Erscheinungsjahr: 2010
Bewertung: 7 Punkte

 

Vor Kurzem rezensierte ich Die Erbin der Welt von N.K. Jemisin dieses Buch gefiel mir sehr gut und ich wollte sofort den zweiten Band der Trilogie lesen. Dieses Mal hat Blanvalet auch das Cover richtig hinbekommen. Hier ist der Klappentext:

Die junge Straßenkünstlerin Oree ist blind, doch es ist ihr gegeben, Magie zu sehen. Daher ist auch sie es, die in einer Seitenstraße Elysiums die Leiche einer Göttin entdeckt. Dabei sind Götter doch unsterblich! Bevor sie sich versieht, steckt Oree mitten in einer Verschwörung von schrecklichem Ausmaß – einem Komplott mit keinem geringeren Ziel, als die Gemeinschaft der Götter zu stürzen. Und ausgerechnet Oree ist der Schlüssel zum Erfolg der Verschwörer …

Wie der Klappentext andeutet spielt, dieser Roman zwar in derselben Welt wie Die Erbin der Welt, handelt aber von einer anderen Protagonistin. Es tauchen allerdings ein paar Charaktere aus dem Vorgängerband auf. Aus diesem Grund ist es hilfreich Die Erbin der Welt vor diesem Roman zu lesen.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger spielt Die Gefährtin des Lichts nicht im Palast von Elysium, sondern in der Stadt, welche denselben Namen trägt. Deshalb spielt die Politik hier eine weitaus kleinere Rolle. Stattdessen liegt der Fokus mehr auf der Verschwörung und der Beziehung, welche Oree mit zahlreichen Gottkindern pflegt. Diese leben nun in der Stadt Elysium, die sich in den zehn Jahren, die seit dem Ende von die Gefährtin des Lichts vergangen sind, stark veränderte. Die Handlung war durchweg spannend und ich langweilte mich beim Lesen des Buches zu keinem Zeitpunkt.

Aufgrund ihrer Fähigkeit Magie zu sehen steht Oree in regem Kontakt mit den Gottkindern. Von diesen gehen einige einem relativ menschlichen Leben nachgehen, aber trotzdem ihre magischen Fähigkeiten nutzen. Hier haben ein paar alte Bekannte wie Sieh oder Yeine kurze Auftritte, doch die neuen Charaktere stehen im Mittelpunkt. Diese neuen Charaktere sind sowohl die Stärke als auch die Schwäche des Romans. Oree ist ein interessanter Charakter, aber sie gefiel mir nicht so gut wie Yeine. Dies lag zum Teil an der Romanze. Oree beginnt eine Beziehung mit einem Charakter, den die Leser_innen aus dem ersten Band kennen. Ich konnte Orees Leidenschaft für diesen Charakter leider nicht nachvollziehen und es wurde mir beim Lesen nicht klar, was sie an im so toll findet. Oree ist zwar blind, aber sie kann Magie und magische Wesen, wie die Gottkinder sehen. Beim Lesen hatte ich jedoch an mehreren Stellen das Gefühl, dass die Autorin die Blindheit ihrer Protagonistin vergaß und Oree, wenn der Plot es verlangte, auch nicht-magische Personen und Objekte sehen konnte.

Dafür gefielen mir die Nebencharaktere umso besser, diese waren vor allem Gottkinder. Sie sind waren alle sehr verschieden und hatten ihre eigenen Attribute, so gab es zum Beispiel eine Göttin des Hungers oder die Göttin des Verborgenen. Selbst wenn diese Nebencharaktere nur kleine Auftritte hatten, lernten wir sie gut kennen.

Ein weiteres Highlight war für mich wieder das Worldbuilding. N.K. Jemisin schuf bereits in Die Erbin der Welt eine interessante Welt, die sie hier weiter ausbaut. Die Stadt Elysium wird atmosphärisch beschrieben, sodass die Leser_innen regelrecht in die Welt eintauchen können. Nemisins Schreibstil gefiel mir schon in ihrem Debütroman gut, aber man merkt beim Lesen von Die Gefährtin des Lichts, dass sie sich verbessert hat. Der Roman ist wie sein Vorgänger in der ersten Person geschrieben, die sich hier manchmal als Nachteil erweist. Gerade im Bezug auf die Verschwörung erfahren die Leser_innen einige Dinge nur durch die Berichte anderer Charakter, obwohl es an einigen Stellen schön gewesen wäre, diese Ereignisse direkt mitzuerleben. Thematisch beschäftigt sich das Buch wieder mit Rassismus, aber auch mit Religionskonflikten und Wiedergutmachung. Bei letzterem Thema würde ich nicht sagen, dass Nemisin dies schlecht schrieb, allerdings habe ich Bücher gelesen, in den Autor_innen bessere Wiedergutmachungsgeschichten schrieben (*hust* George R.R. Martin *hust*). Zudem dauerte es vergleichsweise lange, bis ich anfing, für den betreffenden Charakter Sympathie zu empfinden und so wirklich warm wurde ich mit ihm bis zum Ende des Romans nicht.

Die Gefährtin des Lichts ist eine gelungene Fortsetzung, welche den Leser_innen weitere Facetten von N.K. Jemisins Welt zeigt. Zwar werden die Nebencharaktere hier besser ausgearbeitet als im Vorgängerband, aber dafür gefallen mir die beiden Hauptcharaktere und die Beziehung zwischen ihnen weniger. Aus diesem Grund gibt es von mir 7 von 10 möglichen Punkten.

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