Lesemonat Juni

Nachdem ich euch in meinem letzten Beitrag bereits die Bücher, die ich im Juni gekauft vorstellte,  ist es nun an der Zeit für die Bücher, die ich im Juni gelesen habe. Ich wollte diesen Beitrag eigentlich schon vor ein paar Tagen hochladen, aber dann hatte ich auf meiner Reise entweder keine Zeit oder keine vernünftige Internetverbindung, deshalb kommt der jetzt mit ein bisschen Verspätung.

The Heroes von Joe Abercrombie 

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Genre: Fantasy

Seitenzahl 693

Verlag: Gollancz Fiction

Deutsche Titel: Heldenklingen

Meine Meinung zu The Heroes  hatte ich schon im Beitrag über meine bisherigen Jahreshighlights kundgetan. Mit diesem Buch begann der Juni gut.

The Fate of the Tearling von Erika Johansen 

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Genre: Fantasy

Seitenzahl:

Verlag: 496

Deutscher Titel: Die Königin der Schatten – Verbannnt

Der erste Teil von Erika Johansens Tearlingttrilogie war für mich ein vielversprechendes YA-Debüt und begeisterte mich. Den zweiten Teil dagegen fand ich enttäuschend, dementsprechend waren meine Erwartungen an diesen Roman nicht hoch. Leider schaffte es The Fate of the Tearling sogar noch unter ihnen zurückzubleiben.

Die negativen Rezensionen, die ich online fand, kritisieren vor allem das Ende des Buches, auf welches ich nicht genauer eingehen möchte. Ich kann die meisten Enden akzeptieren, solange sie vernünftig aufgebaut sind und zur Geschichte passen. Leider fand ich jedoch das Buch als Ganzes enttäuschend und musste mich dadurch quälen. The fate of the Tearling musste viele Fragen, die die anderen Bücher offen gelassen hatten, beantworten und machte dabei keinen guten Job. In den ersten beiden Büchern wurden einige Geheimnisse erschaffen und andere Charaktere weigerten sich, der Protagonistin gewisse Dinge zu erzählen. Im dritten Band wurden diese Geheimnisse gelüftet und ich hatte das Gefühl, dass die Dinge in den ersten beiden Bänden nur geheim gehalten wurden, damit die Autorin künstlich Spannung erzeugen konnte. Die Auflösungen waren auf jeden Fall ernüchternd.

Eine weitere Schwäche des Romans war das von der Autorin geschaffene Magiesystem. Dieses machte es möglich, dass eine Gruppe von Menschen von unserer Welt rüber in ein Fantasyland flohen. Wie genau die Magie in unsere Welt kam, wurde allerdings auch im dritten Band nicht erklärt. Allgemein blieb das Magiesystem unstrukturiert und es wirkte so, als lässt sich Mithilfe von Magie immer das anstellen, was die Handlung gerade verlangt, ohne dass da ein wirkliches System hintersteckt.

Mein anderes großes Problem lässt sich nicht ganz gut beschreiben. Ich versuche es so gut zu erklären, wie es geht: Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass entweder viel aus dem Buch gestrichen wurde oder dass die Autorin unter Zeitdruck war und das Buch schnell beenden musste. Der Roman, vor allem das Ende, wirkte überhastet, viele Stellen in dem Buch hätten genauer ausgearbeitet werden müssen. Die Charaktere gingen von Punkt A nach Punkt B und ich dachte „wie jetzt? da fehlen doch ein paar Szenen“.

Alles in allem war The Fate of the Tearling eine der größten Enttäuschungen meines bisherigen Lesejahres und der schlechte Abschluss einer Reihe, die doch so gut angefangen hatte.

The Handmaid’s Tale von Margret Atwood

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Genre: Dystopie

Seitenzahl: 322

Verlag: Vintage

Deutscher Titel: Der Report der Magd

Noch eines meiner Jahreshighlights. Dieses Buch las ich gemeinsam mit meiner Lesegruppe und ich muss sagen das war eine gute Idee, natürlich stammte der Vorschlag von mir 😉 Dieses Buch verdient eine längere Rezension, aus diesem Grund werde ich hier nicht mehr schreiben außer das es eines der besten aber gleichzeitig Furcht einflößenden Bücher war, die ich je gelesen habe.

Die Erbin der Welt von N.K. Jemisin

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Genre: Fantasy

Seitenzahl: 446

Verlag: Blanvalet

Originaltitel: The Hundred Thousand Kingdoms

Der Juni war voll von Jahreshighlights. Streng genommen war dies ein Re-read, da ich das Buch vor einigen Jahren schon mal gelesen hatte. Mittlerweile konnte ich mich aber an fast nichts mehr erinnern. Ich möchte demnächst noch eine Rezension zu dem Buch schreiben, in der ich genauer erklären werde, was mir an Die Erbin der Welt so gut gefiel.

The Geek Feminist Revolution von Kameron Hurley

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Genre: Essaysammlung, die sich mit der Darstellung von Frauen in den Medien und den Umgang mit Frauen in der Medienindustrie und Fandoms beschäftigt.

Seitenzahl: 272

Verlag: St Martin’s Press

Dieses Buch wollte ich mir für den Urlaub aufsparen, aber dann konnte ich mich nicht davon abhalten es direkt zu lesen. Nachdem ich Hurleys Essay We have always fought las, hatte ich sehr hohe Erwartungen an dieses Buch. An dieser Stelle empfehle ich euch noch mal We have always fought zu lesen. Das vollständige Essay findet ihr im Link. Die Essaysammlung ist in mehrere Teile aufgeteilt und alle sind in einem nicht schwer zu verstehenden und sehr persönlichen Stil geschrieben.

Der erste Teil trägt den Titel „Level up“ , darin beschäftigt sie sich mit dem Schreiben und bietet ein paar äußerst interessante, aber gleichzeitig ernüchternde Einblicke, in die Buchindustrie. Im zweiten Teil „let’s get personal“ geht es um Hurleys persönliche Erfahrungen und man lernt sie besser kennen. Sie erklärt darin, warum sie schreibt und was für sie Geschichten sie schreibt. Außerdem berichtet sie über ihr Leben mit Diabetes. Für die meisten Deutschen wird es an dieser Stelle erschreckend sein zu lesen, wie das Leben in den USA für Menschen mit chronischen Erkrankungen war, bevor Obamacare eingeführt wurde. Der dritte Teil heißt „Revolution“ und darin analysiert sie verschiedene Skandalen, welche die Onlinecommunity, besonders im Fandombereich, in den letzten Jahren beschäftigt haben. Vielleicht sagen manchen von euch Stichwörter wie Gamergate (wieso gibt es dazu keine deutsche Wikipediaseite?) und Puppygate etwas. Zusätzlich beschäftigt sie sich in diesem Teil der Essaysammlung mit Onlinetrolls. Die Skandale, die im dritten Teil des Buches beschrieben werden, machen mich einerseits wütend, aber andererseits beschreibt Hurley gut, wie man in solchen Situationen handeln kann.

Insgesamt war The Geek Feminist Revolution ein äußerst lohnenswertes Buch. Als jemand, der schon ein bisschen was zum Thema Darstellung von Frauen in den Medien gelesen hat, konnte ich durchaus noch einiges lernen. Hurley schreibt sehr überzeugend und ich konnte ihr beim Lesen ihre Leidenschaft für die Themen, mit denen sie sich beschäftigt, und gleichzeitig ihre Wut über bestehende Zustände, anmerken. Trotzdem bietet es einen positiven Ausblick in die Zukunft und regt die Leser_innen zum Nachdenken an, wie sie mit diesen Themen umgehen können. Ich kann dieses Buch nur wärmstens allen empfehlen, die sich für die oben genannten Themen interessieren. Außerdem hoffe ich demnächst mal einen von Hurleys Romanen zu lesen, da die Essaysammlung mein Interesse an diesen gestärkt hat. The Geek Feminist Revolution ist für den Hugo Award (Oscars des Fantasy- und Sci-Fi Genres) in der Kategorie „best related work“ nominiert, es hätte den Gewinn durchaus verdient.

Die Gefährtin des Lichts von N.K. Jemisin

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Genre: Fantasy:

Seitenzahl: 447

Verlag: Blanvalet

Originaltitel: The Broken Kingdoms

Die Gefährtin des Lichts war zwar minimal schwächer als sein Vorgänger, trotzdem gehörte dieses Buch zu meinen persönlichen Highlights der vergangenen Monate. Eine längere Rezension wird folgen.

Stand der Lesechallenge :

Gelesene Bücher: 21/52

Auf deutsch gelesene Bücher: 6/10

Gelesene Bücher, die von PoC und/ oder LGBTQIA Autor_innen geschrieben wurden: 4/15

Der Juni lief für mich gut. Nachdem ich in den ersten vier Monaten des Jahres kaum zum Lesen gekommen bin, konnte ich im Mai und Juni ganz gut aufholen. Vielleicht schaffe ich es im Juni, meinen restlichen Rückstand aufzuholen. Schön war es, dass so viele gute Bücher dabei waren, da unter den Büchern, die ich von Januar bis April las, einige Enttäuschungen dabei waren.

Aktuell lese ich Vietnam: Rising Dragon von Bill Hayton, mal gucken was als Nächstes drankommt.

 

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