Update Studentausweis oder auch der Alptraum der französischen Bürokratie

Nach dem Chaos der ersten zwei Wochen erhielten wir Erasmusstudenten diesen Montag  eine freudige Nachricht: Unsere Einschreibezertifikate seien (endlich) fertig und wir könnten diese im Büro, das für die Masterstudiengänge zuständig ist abholen. Auf den Einschreibezertifikaten stehen die Studentennummern, welche wir brauchen um uns zum Intranet Zugang zu verschaffen, und mit den Zertifikaten erhält man auch seinen Studentenausweis (zumindest in der Theorie).

Froher Dinge machte ich mich also am Dienstag zum Büro für Masterstudiengänge auf. Dort wurde ich  von zwei freundlichen Damen in Empfang genommen. Als erstes wurde ich von ihnen gefragt, ob ich am Unisport teilnehmen wolle. Wenn man dies tut zahlt man nämlich eine Gebühr von 30€.

Meine Antwort: „Weiß ich noch nicht. Das entscheidet sich erst in den nächsten Wochen.“

Meine Gegenüber schaut mich verwirrt an und fragt: „Wieso entscheidet sich das erst in den nächsten Wochen?“

Ich: „Ich möchte gerne einen Französischkurs für Fortgeschrittene belegen. Ich weiß leider noch nicht an welchem Wochentag die stattfinden werden, aber es wird auf jeden Fall abends sein. Der Sport findet auch abends statt, wenn das zur selben Zeit ist sollte habe ich 30€ umsonst gezahlt.

Meine Gegenüber: „Hmm… ja das ergibt Sinn. Du meldest dich jetzt erstmal nicht für den Sport an und falls du es doch noch machen willst können wir es auch nachholen. Wir stellen nur die Zertifikate für die Studenten aus, die am Sport teilnehmen, du musst jetzt also zum Büro für internationale Beziehungen gehen.“

Ich begab mich also zum Büro für internationale Beziehungen. Dort wurde ich von meiner Ansprechpartnerin wieder gefragt, ob ich keinen Unisport machen wolle. Nachdem ich ihr meine Situation erklärt hatte meinte sie nur: „Wir wissen leider noch nicht, wann die Sprachkurse stattfinden werden. Sobald ich es weiß erhältst du eine Mail von mir.“ Genau dasselbe hatte sie schon in der Woche zuvor erklärt. Sie druckte mir also das Einschreibezertifikat aus und stempelte es mehrmals. Wieso es zwei Wochen gedauert hat, bis sie es geschafft hat dieses Zertifikat zu drucken und zu stempeln ist mir auch nicht klar, aber zumindest hatte ich es nun endlich.

Mit dem Einschreibezertifikat ging ich nun zum Büro für Bachelorstudiengänge, wo ich meinen Studentenausweis, der auch gleichzeitig als Karte zum Bezahlen in der Mensa und der Bibliothek dient, erhalten sollte. Dort sagte eine äußerst unhöfliche Frau mir folgendes: „Wir haben  zur Zeit keine Studentenausweise mehr; das habe ich doch schon den anderen Erasmusstudenten mitgeteilt.“

Ich: „Wissen Sie denn schon, wann sie neue erhalten?“

Antwort: „Nein.“

Ich habe also noch immer keinen Studentenausweis und weiß auch noch nicht wann ich diesen erhalten werde, aber zumindest konnte ich mir schon Zugang zum Intranet verschaffen. Ich hoffe, dass ich nun über die Umlegung von Kursen informiert sein und nicht mehr planlos vor einem Raum stehen werde.

Fazit: So oft ich mich auch über die deutsche Bürokratie beschwert haben mag, verglichen mit der französischen ist sie top. Selbst die äußerst nervige niederländische Bürokratie war da besser organisiert. Naja.. ich komme jetzt ganz gut klar und ansonsten weiß ich für die Zukunft, dass die Dinge hier ein bisschen langsamer laufen. Die Zwischenzeit kann ich mir mit schönen Ausflügen versüßen, doch davon werdet ihr in meinem nächsten Eintrag mehr erfahren.

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