Eingewöhnungschaos

Im Folgenden werde ich euch von meinen ersten drei Wochen in Nizza erzählen. Leider war hier am Anfang alles sehr chaotisch, trotzdem hatte ich bisher eine schöne Zeit.

Die Unterkunft:

Bei den Mietverträgen, die ich in Vergangenheit unterzeichnet habe, ist alles ganz unkompliziert gelaufen, aber hier war eine Unmenge an bürokratischem Aufwand nötig, um an das Zimmer zu kommen. Das Studentenwohnheim verlangte sehr viele, teilweise auch sensible Unterlagen. Außerdem waren die Anweisungen in einem derartigen Beamtenfranzösisch verfasst, dass selbst meine damalige Mitbewohnerin (eine Französin) einige Begriffe googlen musste. Nachdem ich den gesamten bürokratischen Aufwand schließlich hinter mich gebracht hatte, erhielt ich eine Bestätigung des Wohnheims, dass ich ein Zimmer bekommen würde. Von da an sollte eigentlich alles gut laufen…

Ich musste jedoch feststellen, dass man mir anstatt des Studios ein 9m² Zimmer (einschließlich Bad, aber mit Gemeinschaftsküche für den ganzen Gang) gegeben hatte. Auf Nachfrage wurde mir dann mitgeteilt, dass Studios grundsätzlich nicht an Erasmusstudenten vergeben werden. Obwohl ich anfangs etwas enttäuscht war (vor allem weil ich mir für die Gemeinschaftsküche noch Töpfe und Besteck kaufen musste), bin ich mittlerweile ganz zufrieden. Der Platz wird gut genutzt, sodass man sich nicht eingeengt fühlt und ich habe mein eigenes Bad. Ich befinde mich direkt in der Nähe der Uni und es sind nur ein paar Hundert Meter bis zum Strand. Des Weiteren ist die Miete sehr günstig, was natürlich auch angenehm ist.

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Das Studentenwohnheim

 

Die Universität:

Letzten Montag hat die Uni wieder angefangen, doch das Studieren funktioniert in Frankreich ganz anders als ich es gewohnt bin. Man muss weder zu Gruppentreffen gehen, noch irgendwelche Bücher kaufen. Stattdessen nimmt man an dreistündigen Vorlesungen teil und versucht dabei möglichst genau das mitzuschreiben, was der Professor sagt. Die meisten Vorlesungen waren interessant und ich habe sie in der Regel gut verstanden. Die Professoren waren größtenteils sehr freundlich. Zwar gab es auch nicht so interessante Vorlesungen, aber ich kann in meinen ersten Wochen hier erst mal eine ganze Reihe von verschiedenen Kursen ausprobieren und muss dann nicht alle davon am Ende belegen. Außerdem kann ich als Erasmusstudentin sowohl aus den verschiedenen Masterstudiengängen  als auch aus dem Bachelorstudiengang wählen. Dadurch, dass ich in meinem letzten Semester eine Überbelegung an Kursen hatte, muss ich hier nicht mehr so viele Kurse nehmen und habe einiges an Freizeit 🙂 .

Allerdings war nicht alles an der Uni schön: Es gibt an meiner Fakultät zwar ein Büro für Internationale Beziehungen, was uns Erasmusstudenten beim Zurechtfinden helfen soll, doch von diesem haben wir in der ersten Woche kaum Informationen bekommen. Das größte Problem ist wohl, dass wir bisher weder über einen Studentenausweis noch eine Studentennummer bekommen haben. Letztere braucht man um auf das WLAN der Uni zugreifen zu können und um sich im Intranet anmelden zu können. Das Intranet ist für das Studium an der Uni sehr wichtig, denn dort erhält Zugriff auf Kursübersichten, die Unimails und auf Stundenplanänderungen. Vor allem in den ersten zwei Wochen kam es häufiger zu Stundenplanänderungen. So ist es bereits zweimal vorgekommen, dass ich zwar zur richtigen Zeit in der Uni war, aber der Raum geändert worden war. Zwei weitere Male war die Vorlesung auf eine andere Uhrzeit, oder sogar einen anderen Tag verlegt wurden. Dies war besonders sehr ärgerlich als ich, ein bekennender Morgenmuffel, der früh am Morgen einfach zu nichts zu gebrauchen ist, um 9:00 Uhr in der Uni war, nur um feststellen zu müssen das man meinen Kurs umgelegt hatte.

Am Dienstag gab es dann endlich eine Einführungsveranstaltung für uns Erasmusstudenten. Die anderen Studenten waren nett und das Essen war lecker. Ansonsten ist mir vor allem folgende Szene in Erinnerung geblieben:

Leiter für Internationale Beziehungen zeigt uns das Intranet und erklärt wofür wir es alles brauchen. Schließlich meint er: „Im Wesentlichen braucht ihr es, um ein Student an der Universität Nizza zu sein.“

Eine Erasmustudentin: „Brauchen wir um darauf zugreifen zu können nicht unsere Studentennummer?“

Leiter für Internationale Beziehungen: „Ja, ohne die habt ihr keinen Zugriff.“

Erasmusstudentin: „Und wann bekommen wir die?“

Leiter für Internationale Beziehungen: „Voraussichtlich nächste Woche.“ Fährt mit seiner Präsentation fort, „übrigens wir haben ein ganz tolles Sportprogramm mit vielen verschiedenen Aktivitäten. Ihr müsst euch nur mit eurer Studentennummer anmelden…“

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Das Hauptgebäude der juristischen Fakultät

 

Fazit

Trotz des ganzen Chaos fühle ich mich bisher in Nizza wohl. Zwar mangelt es seitens der Uni ein bisschen an Organisation, doch dafür sind die Professoren und die anderen Studenten größtenteils  freundlich. Es sind zurzeit tagsüber meistens 15°C und die Stadt ist sehr schön, aber dazu mehr in meinem nächsten Blogpost, in dem ich euch von meinen ersten Ausflüge berichten werde.

 

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